Beiträge vom: November, 2007

Autor: Simon

Jetzt zuschlagen - die Famitsû (Japan’s größtes Videospieleheftchen) verschenkt Klopapier (klickst du hier). Ach Mist, schon zu spät. Verschissen. :P

Letzte Woche haben die Journalisten des Gamermagazins das gemacht, was ich inner Uni auch immer mach: Toilettenpapier mitgehen lassen. Das ganze geschah am 23.11. gegen Abend, mitten im Shibuya NEO, während der Promoveranstaltung zu Marvelous Entertainments neuestem Langweiler “No More Heroes” (nicht heulen, es geht nicht um die amerikanische TV Serie - die wird’s bestimmt weiter geben… irgendwann…) . Erschreckend eigentlich, wie wenig die Schreiberlinge da offensichtlich verdienen, dass sie nicht nur Häppchen schnorren, sondern auch noch Klopapier klauben müssen. Weil es der Chefredaktion dann wohl auch peinlich war, hat sie die 20 Rollen eingesammelt und tut nun so, also ob es eine beabsichtigte Promoaktion war…    [...mehr]


Autor: Simon

Arte hat einen Bericht über den Einfall der japanischen Armee während des zweiten Weltkrieges gesendet. Ich möchte damit weniger eine Diskussion auslösen, als darauf hinweisen, dass man sich den Bericht auf der Arte HP nur noch bis Mittwoch anschauen kann. Interessant sollte es eigentlich sein.    [...mehr]


Autor: Simon

Und weil’s so schön war, gleich noch einmal:



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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 19. bis 25.11.2007
News der vorhergehenden Woche

Langsam könnte ich schon für die Woche drauf was schreiben. War leider sehr beschäftigt (= habe mir Galileo bis Folge 7 reingezogen. Sorry, ging nicht anders. ^-^;;;) Zwischen Dienstag und Donnerstag habe ich aber sowie so irgendwie keine Zeit zum bloggen. Ich sollte mich mit den “News” auf den Sonntag verlegen…

Update zu KW 46: Japaner doch nicht feige
Der Dalai Lama tourt durch die Welt und die Chinesen finden’s gar nicht toll. Dafür, dass die USA dem religiösen Führer eine Medaille gegeben haben, verweigerte China z.B. deren Schiffen an Thanx-Giving das Anlegen in HongKong. Nun zeigen sich die Regierenden Japan’s doch weniger feige, also geplant: HATOYAMA Yukio, Rädelsführer bei der demokratischen Partei, gab bei einem öffentlichen Kaffeeklatsch mit dem Tibeterfürsten zu, ein Sympatisant zu sein. Schaun mer mal, was die Chinesen dazu sagen werden…
Quelle: The Japan Times

Update zu KW 44: Kirschblüte mitten im Winter
Oh, holde Vergänglichkeit. Vor einigen Wochen noch redete ich über Herbstblätter und die Liebe der Japaner zu solchen. Natürlich gibt es da etwas, was den Japanern noch lieber ist: Kirschblüten. Die blühen leider nur im Frühjahr. Eigentlich. In Fujioka, Gunma, kann man sich auch jetzt an ca. 7000 pink-weißen Bäumchen erfreuen. Nein, nicht aus Plastik, sondern so richtig echt. Der Park heißt passenderweise Sakurayama (Kirschblütenberg) Shinrin. Ein Bildchen gibt es hier.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW 44: Proteste gegen Fingerabdrücke
Jetzt hat selbst der Spiegel dem Phänomen einen kleinen Bericht gewittmet (mit dem freundlichen Hinweis darauf, dass Ausweise mit Fotos ja auf der ganzen Welt, außer halt Japan, üblich seien - schönen Gruß von Planet Germany, ne). Interessant fand ich die Bemerkung, dass die gesammelten biometrischen Daten auch mit anderen Behörden geteilt werden dürfen. Demnächst weiß also alles von BKA bis Mossad, wenn ich nach Japan fahre? Schön. Sind die US Fingerabdrückchensammler eigentlich ebenso kooperativ? Wie dem auch sei, protestieren in Lalaland derweil einheimische Bürgerrechtler, wie auch internationale Organisationen gegen die Sammelwut. Am Montag, den 19. November (also zwei Tage vor dem Start der Aktion), erklärten sich 67 versammelte Bewegungen öffentlich nicht einverstanden, während die Fans der neuen Gesetzgebung Ende der Woche bereits die Ausweisung bzw. Ablehnung der ersten 11 bösen Ausländer feierten. Sich einfach mal weigern hilft übrigens nicht, denn die Zollbeamten dürfen zur Not auch ein bisschen ruppig bis handgreiflich werden. Aufgrund der internationeln Proteste scheint es jedoch noch möglich, dass sich japanische Politiker doch noch einmal genauer mit dem Thema befassen und vielleicht merken, dass Terroristen eigentlich eher von der Insel selbst kommen. Dann können sie sich endlich dazu bekennen, dass es eigentlich gar nicht um Terrorabwehr oder ähnliches geht, sondern schlichtweg darum, dass die ganzen Blondies und Dunkelhäutigen den Japanern langsam aber sicher auf den Reiskeks gehen.
Quelle: Breitbart.com

Die letzten Samurai
Eigentlich möchte man meinen, die Ära der schwertschwingenden Samuraiklans, die sich um japanische Burgen und Schlösser (langweilige, mehrstöckige Häuser) kloppen, sei vorbei. Aber Pustekuchen mit Schokosoße. In Nakatsu, seines Zeichens drittgrößte Stadt in der Oita Präfektur (also am AdW), kämpft der Klan der Okudaira erbittert um den Stammsitz der Fürstenfamilie. Leider nicht fimchenreif auf Pferden mit antiken Waffen, sondern ganz modern vor Gericht. Das ganze liest sich wie eine Episode Lindenstraße: Masayuki O. ließ sich beim Amt als adoptierter Sohn von Takako O. eintragen. Takako wollte aber gar nicht Mama werden, doch weil sie in Tokio wohnte und keinen Bock hatte, nach Kyûshu zu fahren, ignorierte sie das ganze zunächst. Doch nun beabsichtigt Masayuki O. niederträchtigerweise das Familiengut zu verkaufen. Die Stadtverwaltung von Nakatsu war schockiert und petzte bei Takako O. Ach ja, bevor Masayuki O. zu einem Okudaira wurde, hatte er sich schon mal von einer Kazuo S. zum Sakamoto adoptieren lassen… Das neueste Meisterwerk von Akira KUROSAWA wird vielleicht nicht draus, aber als J-Dorama oder Telenovela eignet sich das ganze durchaus…
Quelle: Mainichi Shimbun

One-Seg: DS TV Hit in Japan
Yep. Japaner lieben Zusatzfunktionen für ihre Konsolen. Ich erinnere mich liebevoll an ein Bügeleisen für’s SNES (allerdings kenn ich das nur als Foto aus der… Total! oder war es die SuperPlay? oder noch was anderes?). Egal. Es gibt neuesterweise einen TV Tuner für den GameBoy DS. Jeder, der ein wenig im Web rumgeistert sollte auch schon entsprechende Meldungen z.B. bei N-Zone oder vielleicht einer englischsprachigen Business-Seite gesehen haben: Obwohl Ninty eigentlich keine Werbung für ihr neuestes Spielzeuchs gemacht haben, konnte ihre Homepage der japanischen Vorbestellwut kaum Stand halten und landete zwischendurch immer wieder auf der Nase. Da andere schon wortgewaltigerweise festgestellt haben, dass das DS TV beliebt sei, kann ich der Zahlhascherei geschickt ausweichen und mich gleich der richtigen Info hingeben.
Im Gegensatz zu den meisten anderen MobilTV-Geräten hat das DS zwei Bildschirme. Deshalb kann man praktischerweise beim Fernsehen nicht nur per Touchpad leichter die Kanal wechseln oder Lautstärke und Helligkeit einstelligen, sondern auch jeden möglichen anderen Unfug mit dem Gerät anstellen, wie zB Notizen schreiben, Screenshots machen usw. Wenn einem das Bild auf dem DS Bildschirm zu groß ist, kann man das ganz auch gedreht anschauen (frag mich mal einer nach dem Sinn). Zudem kann man sich per zweitem Bildschirm zeitgleich Videotext, Untertitel und sonstige Zusatzinfos lesenderweise zu Gemüte führen. Ein echter Vorteil gegenüber Handy und Co. Interessieren würde mich auch mal, ob man währenddessen auch GameBoy Advanced Games auf dem unteren Bildschirm spielen kann. Bevor ihr in Freudentaumel verfallt: Das DS TV wird es nach jetztigem Technikstand bei uns wohl erst mal so nicht geben. In Japan läuft MobilTV nämlich über One-Seg. In Japan wird der terrestrische Rundfunk in 13 Segmente geteilt ausgestrahlt. Seit dem 1. April 2006 wird davon speziell für mobile Rundfunkempfänger, z.B. mit das Handy oder ein Navigationssystem im Auto, davon ein Segment (”One-Seg”) ausgestrahlt. Zur Komprimierung wird der h264 Standart im MPEG4 Format mit dem HE-ACC Audio-Codec verwendet. Die Auflösung beträgt maximal 320×240 pixel bei einer Bitrate von 220-320kbit/s. NTT DoCoMo hat für diejenigen von euch, die des Englischen mächtig sind, eine kleine Einführung ins Thema One-Seg. Ja, ich habe zu dem Thema mal eine Hausarbeit geschrieben. Fragt mich nach Details!
Hier noch das offizielle Werbevideo:

Fotos und zwischendurch nen paar begeisterte Worte gibt es bei dannchoo.com.
Quelle: J-Cast, copy&past aus meinem Wii Plock (sorry, warum zweimal schreiben? :P)

Mehrwertsteuererhöhung 50/50
Die Yomiuri will in einer Umfrage ermittelt haben, dass sich 50% aller Japaner für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aussprechen, um das Sozialsystem zu retten. Wenn ich an die horrenden Medikamentenzuzahlungen und niedrigen staatlichen Renten denke, frage ich mich dabei, von welchem Sozialsystem die reden. Dabei sollte vielleicht erwähnt werden, dass 48% dagegen stimmten, aber hey. Interessant auch, dass wiederum nur 32% sich bereiterklärten, mehr Steuern zu bezahlen. Wie jetzt? Sind die restlichen 18% Arbeitslose? (Wo haben die die Umfrage gemacht? Im Ueno Park unter den Bewohnern der hübschen Siedlungen mit den blauen Zelten?)
Wenn nun aber, wie offenbar der Fall, der Trent zu einer größeren Zustimmung zur Mehrwertsteuer geht, dann könnte das auch die Politiker dazu bewegen, sich entsprechende mit dem Thema zu befassen. Dazu muss man sagen, dass in Japan die Mehrwertsteuer mit 5%, ähnlich wie in den USA, ziemlich niedrig veranlagt ist. Man vergleiche das ganze mit den 19% in Teutschland, wo die Mehrwertsteuer mit dem Hinweis auf viel höhere Werte in anderen Ländern erhöht wurde… Was bedeutet das eigentlich für uns? Ganz klar: Möglichst jetzt gleich noch möglichst viel einkaufen. ;)
Quelle: Yomiuri Shimbun

Louis Vuitton wird Lackaffe
Wer einmal mit offenen Augen durch Shibuya gelaufen ist, wird wissen, was Louis Vuitton ist. Naja, zumindest hat er schon mal eine LV gesehen, denn die hässlichen, kackbraunen hängen von jedem zweiten dünnen Girlyärmchen. Nun wird es bald nicht nur Täschchen, sondern auch Lackware von Louis Vuitton geben: Pierre (Louis Vuitton, der 6. - mit Pierre haben sie dem Louis echt noch einen drauf gesetzt, was Kreativität in der Namensgebung angeht) hat sich bereits die fertigen Lackboxen mit dem LV Blümchenmuster angeschaut. Die 157.500 Yen Dinger mit dem Codenamen “Wajima” sind übrigens hauptsächlich schwarz mit nur einigen Stellen im traditionellen Ekelbraun. Die Japanerinnen werden freilich zuschlagen. Also nicht mit der Tasche auf den Dieb, sondern beim Einkauf jetzt. Ist auch gar nicht mal böse kapitalistisch, denn die Erträge werden den Erdbebenopfern aus der Ishikawa Präfektur (im März 2007 hatte es auf der Noto Halbinsel eine solche Naturkatastrophe gegeben) zu Gute kommen. Da sage mal einer, die Kaufwut der Japanogirlies hätte nicht auch was Gutes.
Quelle: Mainichi Shimbun, Louis Vuitton HP    [...mehr]


Autor: Simon

Weil es spät ist und mir grad ein Freund das Video per Skype gesehendet hat, mal hier (fast) ohne Worte den Algorithm March mit Ninjas von auf bei Pythagoras Switch:

Und jetzt das eigentlich amüsante, aber nur verlinkt, weil eigentlich gänzlich unjapanisch:

Auf den Philippinen beschäftigt man die Gefängnisinsatzen mit Massentänzen. Das gleiche mit Thriller und mit so spaßigen Liedern wie Jumbo Hotdog (what the fuck?!!!).

Insassen gibt es da übrigens auch in der Ausführung weiblich und in gemischtrupplich.

Viel Spaß beim weiterrumklicken und mehr spaßige Gefangenenvids-finden!    [...mehr]


Autor: Simon

Jaja. Japaner drücken ihre Luxushintern nur auf Wunderklos, so die einhellige Meinung. In Japan sind nicht nur die Sitze angewärmt, sondern können auch noch sprechen und singen. Stimmt auch. Solche Toiletten gibt es in der Tat. Wirklich. Hab selbst schon auf so Teilen gesessen. Aber ernsthaft: Der Durchschnittsjapaner kann sich sowas nicht leisten. Und wenn man mal in entlegenen Gegenden muss… naja… da geht man manchmal doch lieber in den Wald.

Hier mal einige Fotos aus meinem persönlichen Gruselkabinet:

klo1

klo2

klo3

klo4

klo5

Leider habe ich kein Foto von Shinkansenklos. Wenn auch ne Variante von der typischen japanischen Toilette, sind die noch mal ein Fall für sich.
Ich muss sagen, dass man auf diesen japanischen Hinknieklos eigentlich doch recht angenehm große wie kleine Geschäfte erledigen lassen. Man muss sich zwar erst dran gewöhnen - und natürlich seine Hose schön aus dem Weg halten, weil… naja… Wenn man aber erst mal geübt im Hinknien ist, lassen sich so viel leichter Wiener und Bockwürste abseilen.

Wen’s interessiert: Die spannende Form - diese gleicht in der Funktion zwar dem allseits beliebten und v.a. in romanischen Gegenden verbreiteten Loch im Boden, schaut aber doch viel lustiger aus - verdankt das Japanklo wohl übrigens seinem Ursprung als “Kawaya” - die alte Bezeichnung für Toilette, was (wenn auch anders be-kanjit) “Örtchen über dem Fluss” bedeutet. Ihr dürft jetzt selbst interpretieren.

Wenn ihr der Phantasie genügend Auslauf gelassen habt, könnt ihr das im Wiki Artikel nachlesen.

Japaner sind übrigens Profis im Ausscheiden von Verdauungsüberresten. Vielleicht liegt es auch daran, dass es in Japan so hübsche Klounterrichtsvideos gibt:

Das ganze noch in der mediumlustigen Lucky Star Variante (thx@Elisa):



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Autor: Simon

Da ich nicht will, dass ihr verhungert und vor allen Dingen mit meinem coolen Equipment angeben will, hier nen Rezept für eine Yaki-Tamago Eirolle. Geht nur mit eckiger Pfanne. Wer keine hat, hat Pech gehabt. Oder ihr probiert das mal mit ner Runden. Dann hätte ich davon aber gern mal nen Foto…

Zutaten (für 4 Personen - 4 Japaner, d.h. 1 1/2 Deutsche)

  • 5 Eier
  • Würze:
    • 1 1/2 EL Zucker
    • 1/2 TL Sojasoße
    • 1/4 TL Salz
    • 1 EL Sake
    • 5 EL (Katsuo)Dashi (oder Brühe)

Zubereitung

1.Die Zutaten gut miteinander verquirlen.

tamagoyaki1

2.Nun ca. 1/3 in leicht angefettete Pfanne (Öl rein und mit Küchenkrepp verteilen) geben und dann entweder gemütlich stocken lassen, oder dabei noch ein wenig anquirlen.

tamagoyaki2

3.Wenn das ganze zu eurer Zufriedenheit gestockt ist, einrollen, d.h. ca. zweimal umklappen. Danach Eierrolle nach vorne schieben (die eckige Pfanne ist vorne nicht rechtwinklig, so dass man besser mit Kochstäbchen oder -spatel (heißt das Teil so?) drunterkommt.
4.Pfanne mit beöltem Tuch noch einmal nachfetten und dann zweites Drittel zuschütten.

tamagoyaki3

Eierrolle leicht anheben und Flüssigzeuchs runterlaufen lassen.

tamagoyaki4

5.Wiederholen bis Eimasse aufgebraucht ist.

tamagoyaki5

Fertig. Ganz gewitzte nehmen jetzt noch ihre Sushi-Rollmatte aus dem Schubfach und pressen die Eierrolle damit in eine eckige Form.

tamagoyaki6

Dann könnt ihr das ganze auch noch sinnvollerweise in gleichgroße Stücke schneiden.

tamagoyaki7

Je nach Belieben kann man die einzelnen Schichten dünner oder dicker machen, bzw. weniger oder stärker durchbruzeln. Ein echter Japaner mag es innen noch weich. Ich nicht, weshalb das ganze wie frisch aus’m Solarium entlaufen aussieht. Jedem das Seine.
Das ganze macht sich übrigens gut mit Reis, Daikon oder auch als Rohmaterial für Tamago Sushi.




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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 12. bis 18.11.2007
News der vorhergehenden Woche
Diesmal mit ein wenig Verspätung, aber da es sich ja sowieso um eine Zusammenfassung und keinen tagesaktuellen Newsletter handelt, könnt’ ihr das hoffentlich verkraften. :)

Update zu KW45: Disney und Softbank
Disney und Softbank sind nun offizielle ein Paar. Ab der nächsten Kirschblüte wird es Handies und Downloads im offiziellen Disney Design geben. Softbank vermietet dafür ihre unbenutzten Frequenzbereiche an die Mickey Mouse Macher. Somit wäre die Nummer 2 des amerikanischen Entertainment Marktes die erste ausländische Firma, die den Sprung in die japanische Mobilfunkwelt geschafft hätte. Dies galt aufgrund der Verwendung anderer Technologien bzw. Frequenzbereiche, vor allem aber auch wegen der eigenbrötlerischen Haltung von DoCoMo und Co. als ein Ding der Unmöglichkeit. (Vodafone hatte auch lediglich J-Phone übernommen und ist damit auch relativ schnell auf die Nase geplumpst.)

DoCoMo und KDDI wurden währenddessen von der FTC für ihr Schummelmarketing gerügt: Sie hatten damit geworben, jeder könne seine tägliche Dosis K-Tai zum halben Preis haben und dabei vergessen zu erwähnen, dass man sie erst einmal ihre Firma heiraten muss: Wer den Ehevertrag vor dem Ablauf einer zweijährigen Frist kündigt, muss 10.000 Yen blechen. Nicht, dass in Krautland nicht ähnliche Zustände herrschen würden…
Quelle: ACB News    [...mehr]


Autor: Simon

“Schenke mir bloß nie wieder so ein Buch! Daran liest man ja nur einen Tag lang! Man sollte sein Geld zurückverlangen!” Mit diesen Worten drückte mir meine Mutter gestern den ersten Band von “Die Zwölf Königreiche” in die Hand. Gut. Sich beschweren, weil man das Buch zu schnell ausgelesen hat? Tolle Idee. Vielleicht sollte ich so mal mein Geld für Harry Potter und Co. zurückverlangen. Meine Mutter bekommt auf jeden Fall zum nächsten Fest Das Kapital oder etwas ähnlich langlebiges.

12kokki deutsch

Wenn ihr spoilerfreieweise etwas über den Inhalt erfahren wollt, schaut euch die offizielle Sektion auf der Tokyopop HP an. Ich habe gerade keine Lust, noch mal den Inhalt runterzubeten. Vielmehr geht es mir um die deutsche Version des Buches:

Aufmachung

Gleich beide Bände von Tsuki no Kage, Kage no Umi, d.h. nunmehr Der Schatten des Mondes - Das Meer der Schatten (und ich dachte, die Sheridan und Co. hätten die besiegt?), dem ersten Teil von der Saga der zwölf Ländereien, findet man in der 19,99 Euro teuren gebundenen Ausgabe. Das Cover macht einen vernünftigen Eindruck, auch wenn dazu YAMADA Akihiros Illustrationen kastriert wurden. Mein Problem ist vielmehr, dass man die dann innen zwar abgedruckt hat - aber nicht in Farbe. Ich würde jetzt gern einen lustig-kritischen Kommentar dazu abgeben, aber mein Humor hat grad mit mir Schluss gemacht. Netterweise ist das ganze auch im A5 Format gehalten (die japanischen Bände sind gerade mal halb so groß), so dass wir unsere Augen nun mit extragroßen Illus von Yamada-sensei verhätscheln können. Ein netter Touch ist auch das Lesebändchen (dafür hätten sie lieber die Coverillus in Farbe abdrucken sollen!), während ich es eher schade finde, dass es keinen Schutzumschlag gibt. Ich steh auf die Dinger - in Japan hat prinzipiell jedes Buch sowas, egal wie billig (na gut, es gibt auch Combini Manga Ausgaben zu Dumping Preisen ohne, aber…).

Das eigentliche Problem ist die Bindung. Einmal Lesen und das Teil zeigt Auflösungserscheinungen. Meine japanischen Originalausgaben waren keine 20 Euro Luxus-Ausgaben, sondern stinknormale Tascchenbücher - die sehen noch völlig jungfräulich aus….

Übersetzung

Den beiden Übersetzerinnen (Heike Boudalfa und Kimiko Nakayama-Ziegler) kann ich nur mein herzliches Beileid aussprechen. Bei so einem Werk hat man irgendwie schon von vornherein verloren. Die Autorin, ONO Fuyumi, hat die nette Angewohnheit, viele (ja, wirklich richtig viele) neue Wörter zu erfinden, die dann einfach mal eine Aneinanderreihung ihrer derzeitigen Lieblings-Kanji sind. Die Kanji haben natürlich auch, je nach Tagesform, eine mehr oder minder passende Bedeutung - so bringt die bloße Wiedergabe der Namen in Romaji eigentlich keinem Fabelwesen was. Da allerdings die Alternative eine Übersetzung der Namen gewesen wär (allein beim Gedanken wird mir ziemlich unwohl in der Magengegend), können wir wohl noch von Glück reden. Verwirrend ist ein wenig, dass Vokallängen bei Namen nicht angegeben werden. So wird aus Yôko schlicht Yoko. Das entspricht natürlich der gängig-deutschen Idiotentaktik. Personen, die im Original mit Dialekt reden, labern auch in der Übersetzung frisch fröhlich auf Proletariersprech ‘rum. Das könnte man natürlich auch kritisieren, aber ich hab’ grad keine Lust dazu. Schön ist es, dass die Übersetzerinnen noch Fußnoten und ein Glossar beigefügt haben. Außerdem stehen da auch jedes Mal Kanji, wenn die Charas grad “Zeichen schreiben”.

Traurig ist auch irgendwie, dass Die Zwölf Königreiche ohne den kulturellen Zusammenhang eher wie nett-dumme Teeny-Literatur anmuten. Alte asiatische Konzepte von Ideal-Herrschaft und Co. werden hier mal in die Tat umgesetzt, philosophische Ideen wie das Mandat des Himmels werden absolut wort-wörtlich genommen, alte Fabelwesen laufen einem links und rechts über den Weg… es ist im Prinzip das, was Tolkien mit Herr der Ringe gemacht hatte: Die heutige Realität und unsere Mythen zusammenfassend mit der eigenen Fantasygeschichte Erklären. So wie Tolkien sich seine eigene Elfenversion zurecht spann (alles, was wir heute über Elfen wissen, sei ja völliger Mumpitz, so der Großmeister), ist Ono-sensei z.B. herrlich kreativ mit Kirin umgesprungen. Abgesehen davon, faszinierte mich schon immer dieses beinah aufklärerische Ideal, welches bei der Geschichte mitschwingt: Yôko erkämpft sozusagen selbst ihren Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Erwachsenwerden für Fortgeschrittene. Besonders deutlich wird das dann in Kaze no Banri, Meirei no Sora (gleich drei Heldinnen werden von rummeckernden, hilflos-zickigen Opfern der Umstände zu coolen, erwachsenen Weibsbildern). Natürlich setzt das ganze auch einen nicht gerade eben halbherzigen Schritt ins Feld der Kulturkritik. Durchschnittsjapaner werden dargestellt als relativ überzeugungslos - sie mobben, beten und leben halt einfach so vor sich hin, ohne sich was dabei zu denken. Der Weg des geringsten Widerstandes, der in Japan sogar noch ein Sahnetortenstück beliebter ist, als hierzulande, wird im Prinzip als Wurzel des Üblen dagestellt. Naja, imo natürlich. (Dies ist der perfekte Anlass, nen Kommentar abzulassen. *wink mit Zaunpfahl*)

Ach ja, zu dem ganzen gibt es natürlich auch noch einen Anime, der in D-Land bei Anime-Virtual erschienen ist. Der ist keine schlecht Umsetzung, allerdings zu Beginn etwas sehr kreativ…

Habe ich im Übrigen schon erwähnt, dass YAMADA Akihiro es echt und ernsthaft drauf hat? Hier mal zwei Scans von seinen Illus:

12kokki illu 1

Ein weiteres Bild:

12kokki illu 2

Der Mensch kann mit den verschiedensten Medien umgehen und überrascht immer wieder mit neuen Stil-Ideen. Ach ja, er hat auch bei RahXephon das Charadesign gemacht, wie eigentlich recht schwer zu übersehen is, wenn man zwei gesunde Augen und nen funktionierendes Hirn hat.

Hier noch mal die uns vorenthaltenen Originalcover von ihm:

Tsukinokage-kagenoumi1Tsukinokage-kagenoumi2

Eigentlich wär heute auch noch der Tag für’s nächste Japan Aktuell, aber ich bin grad viel zu fertig. Morgen dann.    [...mehr]


Autor: Simon

In der letzten Japan Aktuell Ausgabe wollte der Nudelsuppentunker aufgeklärt werden, also kommt nun eine kleine Erklärung zu japanischen Schriftzeichen.

In Japan werden vier Schriftzeichensysteme verwendet. Eines davon sind die geheimnisvollen Romaji, die von den Nachkommen des Aeneas auf Grundlage des etruskischen Alphabets (so neuere Mutmaßungen) entwickelt und schlussendlich selbst von den Orcs übernommen wurden. Auf dem unteren Schaubild 2 handelt es sich dabei um die vierte Reihe. Desweiteren gibt es die berühmt-berüchtigten Kanji, oft auch als sino-japanische bzw. chinesische Schriftzeichen beschimpft. Derer gibt es ungefähr 60.000 - allerdings weiß man nicht genau, ob sich dabei nicht jemand verzählt hat - in unzähligen Varianten, die bisweilen auch landes- oder epochenabhängig sind. Die Japaner haben vor allem während der Tang-Zeit aus China geklaut (und zwar meist aus zweiter Hand über Korea), weshalb sich die Zeichen teilweise ein wenig vom modernen Chinesischen unterscheiden. Das ganze sieht übrigens nicht nur aus wie Hieroglyphen - es sind im Prinzip auch welche. An dieser Stelle lasse ich mal meinen Stift für mich sprechen (wem meine Handschrift nicht passt, der mache es sich bitte selba), weil manchmal lernt man wirklich durch einmal Hingucken mehr als durch tausend Worte:

Schaubild 1:

Kanji

Weil sich die japanische Sprache aber geringfügig von der chinesischen unterscheidet, kann man Japanisch eigentlich nicht sinnvoll nur mit Kanji schreiben. Natürlich haben es die Japaner trotzdem jahrhundertelang versucht, aber das ist ein anderes J-Drama. Um die Partikel u.ä. des Japanischen darzustellen, verwendete man zunächst Manyôgana - Kanji, die sinnentleert einfach nur ihrer Aussprache wegen missbraucht wurden. Aus diesen entwickelten dann die ehrenwerten Herren der Heian-Periode eine Kurzschrift, kurz Katakana (die dritte Reihe auf dem Schaubild 2). Der Kimonoträgerfraktion waren diese zu unsexy, weshalb sich die wehrten Damen kurzerhand ihr eigenes Hiragana-Süppchen zusammenbrauten (Reihe zwei auf dem Schaubild 2). Zusammengefasst nennt man diese Kana. Man dazu über, Nomen und Verben mit Kanji zu schreiben und die restlichen Silben mit Katakana. Im 20. Jahrhundert aber griff die Emanzipierung um sich und nun verwendet man für letzteres Hiragana, während die Männerschrift ein einsames Dasein für Fremdwörter und stark Betontes fristet. Jetzt erst mal mein Handgeschreibseltes:

Schaubild 2:

Japotext

1. Kanji mit Hiragana. So sieht der Satz normalerweise aus (vielleicht ein bissle hübscher geschrieben, aber nun gut).

2. Hiragana only.

3. Katakana.

4. Romaji.

5. Kanji mit Hiragana und Katakana - das Baka wurde mit Katakana geschrieben, um es zu betonen und außerdem nicht die schwierigeren Kanji schreiben zu müssen. ;)

Es handelt sich bis hierhin immer um ein und denselben Satz: “Mein Sempai ist doof.” Wie ihr seht, kann man Japanisch auch komplett mit Silbenschrift schreiben. Allerdings kommt das nicht besonders intelligent. Variante 2 sieht nach Kindergärtner aus, während Nr. 3 höchstens verwendet wird, um die Sprache von einem Ausländer darzustellen (wird in Romanen und Manga häufiger gemacht, um einerseits klarzustellen, dass es sich um Gaijin-Sprech handelt und dabei trotzdem verständlich zu bleiben).

6. Noch ein Beispiel, bei dem ich jetzt ein ausländisches Wort eingefügt habe:

“MEERU (hier fehlt ein Partikel oder wenigstens ein Komma, gomen ^-^;) kaitekurenai kara, watashi no sempai wa baka da yo.”

“Mein Sempai ist doof, weil er mir keine Mail(s) schreibt.”

Wenn ihr mal “Mail” mit der Katakana Version vergleicht, wisst ihr übrigens auch gleich, warum Japaner kein Englisch können.

Damit ist denn auch die Zeichenstunde vorbei. Wenn euch das Thema weiter interessiert, könnt ihr euch vertrauenswohl an Doc Wiki wenden (da sich dort mit Vorliebe Linguisten zu tummeln scheinen, sind die entsprechenden Artikel relativ ausführlich und empfehlenswert) bzw. im nächsten Buchladen ein Kanji und Kana von Hadamitzky abgreifen. Hintergrundinfos und mehr von diesen lustigen Zeichenkombinationsbeispielen wie im Schaulbild 1 gibt’s in Langenscheidts Expresskurs .

Update: Da sich ein (beinahe) Leser beschwert hat, dass mein Beispielsatz ein wenig unhöflich sei, hier noch die politisch korrekte “Mein Sempai ist nicht doof.” Variante.

japotext 2

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