Beiträge vom: Dezember, 2007

Autor: Simon

Was wäre ein persönliches Plock ohne die obligatorische Danksagung an den lieben Weihnachtsmann? Der hat mir zwar meine Geschenke nicht an Weihnachten gebracht, sondern ein paar Tage vorher - und bezahlt hat auch nicht der Nordpolianer im roten Frack oder seine Mainzelmännchen, sondern meine Eltern, aber wie dem auch sei: thx Santa! Die Ausbeute an Japano-Items war eher gering, aber einiges ist doch angeschneit gekommen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Panikkäufe anlässlich des geneonalen Niedergangs.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass meine Geschenkesammlung um einen ganzen Packen Videospiele ergänzt werden würde, wenn der böse Bruder von Data mir mal die eigens aus dem gelobten Land mitgebrachten Games zuschicken würde…

Power-UP A propos Videospiele: Von Chris Kohler, seines Zeichens langjähriger Schreiberling für diverse amerikanische Gamer-Magazine, stammt “Power-UP - How Japanese Video Games Gave the World an Extra Life“. Beschrieben wird der von Amis oft und gern ignorierte Einfluss der japanischen Videospieleindustrie auf die amerikanische bzw. auf die Populärkultur weltweit. Bis jetzt liest sich das ein wenig wie eine D-Land-Historie von David Stern: Man merkt, dass der Gute schon weiß, wovon er da redet.; links und rechts wird man mit Namen bombardiert, die oftmals nur in ein zwei Worten erklärt werden und seine narzistische Erzählweise ist… sympatisch. Auf jeden Fall ein Buch, das mal geschrieben werden musste. Allerdings frage ich mich beim Anblick der Bibliographie, ob Kohler-sensei denn des Japanischen mächtig sei. Es muss doch wohl möglich sein, wenn man schon mit einem Fulbright Stipendium in Kioto abhängt, mal ein paar japanische Bücher zum Thema ausfindig zu machen.

Stelliva (bzw. “Uchû no Stellvia” oder “Stellvia of the Universe”) war schon ein netter Anime, der mir vor allem mit seinen Ohrwurmliedern den Sommer 2003 versüßt hat. Oder war es Sommer - es war auf jeden Fall heiß, als ich mit dem Titellied auf Repeat im MP3-Player trällernd durch Tokio gehüpft bin.

Stellvia die US DVD Box

Um es kurz zu machen: Im Jahre 2176 wird die Erde durch eine elektromagnetische Schockwelle zerstört, weil der 20 Lichtjahre entfernte Stern Hydrus Beta Kaboom gemacht hatte. 2356 hat sich die Menschheit nun wieder aufgerafft und erwartet die zweite Schockwelle der Supernova. Um nicht wieder von vorn anfangen zu müssen, wurden Raumstationen als quasi Deiche in den Pfad der Welle gepflanzt und auf der erdnähsten lässt sich nun unsere Heldin KATASE Shima ausbilden. Das ganze hat ein wenig was von “Battle Athletes - Daiundôkai” (besonders Shimas Charakter), nur dass in Stellvia die männliche Bevölkerung nicht verbannt wurde, sondern ganz offen und unseparatistisch mitmacht. Eigentlich müsste das etwas positives sein, doch ich empfand den Perspektivenwechsel weg von Heulsuse Shi-Pon hin zu den Heldentaten von OTOYAMA Kôta gen Mitte der Serie als ziemlich störend.

Stellvia die US DVD Box2

Die DVD Box gibt bzw. gab es übrigens im netten Metalschuber, wobei man die einzelnen DVDs, die nach und nach erschienen, in die bereits enthaltenen Thinpack-Doppelhüllen packen und sich die anderen DVD-Hüllen und Cover in die Haare schmieren durfte. Ich hab’s dann irgendwann aufgegeben und mir jetzt das Komplettset kaufen lassen, welches frecherweise genau dasselbe, nur billiger, ist. Die ersten drei DVDs habe ich jetzt doppelt. Wer will noch nich’, wer hat schon mal?

Katase ShimaOtoyama KoutaArisa und Rinna

Dazu habe ich endlich meine Haibane Renmei DVD Box vollständig bestücken können. Der bärtige Nikolaus-Verschnitt hat für mich die zweite DVD der Reihe “Wings of Sorrow” aus dem Sack gezaubert. Leider ist es die einzige, der keine Pencil Boards beiliegen. Die waren damals der Frühkäufer-Bonus - ich finde, es sollten noch Spätkäufer-Goodies eingeführt werden. Andererseits kann ich nicht meckern, da ich mir die anderen Schreibunterlagen auch nur erschlichen habe - schließlich hab ich mir die Box erst vor 2, 3 Jahren in einem Kaff in New Jersey unter den Nagel gerissen. Die hatten da natürlich seit dem Ersterscheinen der DVD 2003 rumgegammelt und jungfräulicherweise auf mich gewartet. :>

Haibane Renmei DVD BoxHaibane Renmei DVD 2 - Wings of Sorrow

Das Besondere an Haibane Renmei ist eigentlich, dass es die Verfilmung eines Dôjinshi, also eines Fancomics, ist. Yoshitoshi ABe (nicht der Abe, nach dem ich beim Galileo-Eintrag geschrien hab, sondern der Schöpfer von Serial Experiments Lain) hauchte der Welt um Old Home 1998 Leben ein und ist bis heute sehr aktiv - eigentlich scheint er mir mehr Dôjinshi rauszubringen, also “professionelle” Arbeiten (aber da einem bei Privatprojekten auch kein nerviger Chefredakteur über die Schulter lugt, ist seine Motivation wohl verständlich; außerdem ist er ja eigentlich “Künstler” und kein Mangaka). So richtig einen Reim konnte ich mir auf die Serie bis jetzt nicht machen. ABe halt.

Die versammelte Engelmannschaft

Hier noch ein paar Pencil Board Motive aus der ersten DVD:

RakkaRekiHaibane Renmei Pencil Board

Wenn ich übrigens darüber nachdenke, was so am Anfang des Jahrtausends für Anime erschienen sind, muss ich doch sagen, dass die eigentlich recht anständig waren. Warum haben wir damals geheult, dass es nix vernünftiges mehr gäbe? Wenn ich mir stattdessen anschau, was heut so alles über die Fernseher und Bildschirme flimmert, wird mir schlecht…    [...mehr]


Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 10.12. bis 16.12.2007 und vom 17.12. bis 23.12.2007.
News der vorhergehenden Woche

Ich hatte irgendwie weder Lust, noch Zeit die letzten zwei Wochen Zeitungen zu lesen. Neben Weihnachten hat’s bei uns auch noch eine Reihe Familienfeierlichkeiten, die abgefrühstückt werden wollten und zwischen Torten, Salaten und Börek-Bergen hat man andere Probleme als wer nun grad wieder wen auf der anderen Seite des Globus geägert hat.

Update zu KW45 und KW49: Kritik an Todesstrafe
Louise Arbour, hohe Kommissarin für Menschenrechte bei der UN (hört auch auf die schmucke Abkürzung UNHCHR), kritisierte die japanische Regierung dafür, dass sie Todesstrafen ohne Vorwarnungen durchführt und in der letzten Vollstreckungsaktion auch einen 74-jährigen hinrichtete. Natürlich wird auch die Art der Strafe an sich kritisiert - in den nächsten Wochen wird vorraussichtlich eine UN Resolution verabschiedet werden, die eine gänzliche Abschaffung der Todesstrafe fordert. Dieses Jahr lag die Zahl der Vollstreckungen in Japan mit 9 Fällen so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Im Oktober hatte sich der 81-jährige Menda Sakae - er war vor 24 Jahren selbst grad noch einmal der Todesstrafe entkommen - eigens zum Hauptquartier der UN aufgemacht, um um Unterstützung im Kampf gegen die staatlich verordneten Tötungen zu bitten.
Quelle: Breitbart

Update zu KW44, KW46 und KW47: Japaner pro Ausländer
Man möge meinen, Japaner hätten was gegen böse Ausländer. An jeder Straßenecke rufen Plakate zum gemeinsamen Kampf gegen illegale Einwanderer auf und Fingerabdrücke muss nun jeder Gaijin abdrücken. 1988 hatte das Kabinett beschlossen, dass Spezialisten zwar gute Ausländer wären (insbesondere Informatiker, die dann für ‘n’ Sushi und ‘n’ Nikuman Englisch unterrichten und bald wieder nach haus gehen), Unausgebildete hingegen dem Kaiserreich fernzubleiben wären. Laut einer Umfrage der Mainichi Shimbun sieht das eine Mehrheit der Japaner anders: 63% sind der Meinung, dass auch Billiglohnkräfte und unausgebildete Arbeiter ruhig ein wenig die einheimischen Straßen kehren dürften. Also ist doch noch nicht aller Tage Abend.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW49, Yasukuni-Schrein und Arte-Bericht: Nanking-Verleugnung
Anlässlich des 70. Jahrestages des Nanking Massakers wittmeten sich nicht nur chinesische und westliche Filmemacher dem Thema - Mizushima Satoru hält mit “The Truth about Nanking” dagegen. In dem Film behauptet er, dass die japanische Armee Frieden ins chaotischen Nanking gebracht hätte und möchte verhindern, dass japanische Kinder den Staat ihrer Großväter (Urgroßväter) für barbarisch halten. Dazu fällt mir eigentlich nix Schlaues mehr ein. Nehmen wir es als Sieg der Demokratie, dass auch solche Menschen die Meinung kundtun dürfen. Banzai.
Quelle: Reuters

Update zu KW46: US fordert Ende der Buckwaljagd
Eigentlich ist mit der Überschrift schon alles gesagt. Nachdem Australien, Europa und die USA Protest eingelegt hatten, haben sich die japanischen Verantwortlichen zwar beraten, was zu sei, doch getan wurde bis jetzt herzlich wenig. Diesen Zustand kritisierte nun US-Botschafter Thomad Schieffer und versucht weiter die Regierung dazu zu bringen, die Jagd zumindest bis zur internationalen Walfangkonferenz im Juni zu stoppen.
Quelle: AP/ via Google-News

Kriegserklärung an Kamikaze-Radler
Die Polizei von Aichi hat die Nase gestrichen voll: Dieses Jahr verteilten sie 92 Knöllchen an radfahrende Verkehrssünder - und dabei war es im Jahr zuvor sage und schreibe eines (also ein Strafzettel) gewesen. Jeder, der schon mal über einen japanischen Bürgersteig spaziert ist, wird wissen, dass die Radler in Japan nicht etwa plötzlich in gemeingefährliche Kamikaze-Raser mutiert sind. Sie waren es schon immer und seit jeher. Da die Zahl der Fahrradunfälle sogar angestiegen war - um rund 2000 Vorfälle auf 13.000 im Jahr 2006 - nahmen die Ordnungshüter die rosa Brille endgültig ab und verknacken gnadenlos jeden Verkehrsraudi. Wer unter Alkoholeinfluss fährt, muss sogar mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.
Quelle: Mainichi Shimbun

Strafe für Sankei Shimbun
Die Sankei Shimbun muss 3,3 Millionen Yen als Kompensation an den 37-jährigen Firmenhäuptling Islam Mohamed Himu zahlen. Als dieser anno 2004 für Betrügereien 300.000 Yen hinblättern musste, hatte die Sankei ihm am darauffolgenden Tag Verbindungen zur Al Qaeda vorgeworfen - auf der Titelseite. Für einen Geschäftsmann ist das natürlich mehr als nur schädlich; dementsprechend nun auch das Urteil von Richter Akiyoshi Hitomi.
Quelle: Mainichi Shimbun

US Botschaft zahlt Miete!
Japan hat so sein Kreuz zu tragen mit den Amis. Im zweiten Weltkrieg wurden sie nunmal besiegt und eigentlich ist es ja die US Armee, die unsere lieben Inselaffen vor den roten gelben Nachbarn schützt. 1998 litten die Vereinigten Staaten offenbar ein wenig unter Geldmangel und hatten so ein paar über hundert Jahre alte Papierchen vom Speicher geholt, welches den Mieter des Landfleckchens im Minato-Bezirk vor Preiserhöhung schützen sollte. Also weigerten sie sich fortan schlicht, mit den Scheinchen rüberzurücken. Nun haben sie sich überreden lassen, doch noch 7 Millionen Yen pro Jahr für die Jahre zwischen 1998 und 2007 nachzuzahlen und von 2008 bis 2012 10 Mio, und 2013 bis 2027 15 Mio pro Jahr hinzublättern. Halleleluja!
Quelle: Mainichi Shimbun

Noch weniger Verbrechen
Japan ist doch eigentlich schon so ziemlich das sicherste Land der Erde. Nun ist die Anzahl der Verbrechen zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder unter die 2 Millionen-Marke gepurzelt. Die Kriminalitätsrate befindet sich damit seit 5 Jahren auf dem absteigenden Ast. Die Regierung behauptet zwar standhaft, dass dies mit den drastischen Gegenmaßnahmen und erhöhten Kontrollen der japanischen Verbrechensbekämpfer seit dem Negativ-Rekordjahr 2002 zusammenhinge, doch ich bin ja eher der Auffassung, dass der Zusammenschluss der Erzrivalen Square und Enix den Gangfights, Straßenkämpfen und sonstigen Bandenrivalitäten ein Ende bereitete. Die Rate der Morde ist übrigens um 10 auf 26 in diesem Jahr gestiegen.
Quelle: Breitbart

Kamikaze-Rentner
Je oller je doller: Dieses Jahr im Oktober hatte er seinen Führschein wegen Fahrerflucht verloren - nun wurde der Sendai-aner nicht nur beim Fahren erwischt, sondern hätte auch beinah eine Grundschülerin umgefahren. Das schön: Der wehrte Herr ist schon 100 Jahre alt. Das Auto, so verteidigte er sich, sei sein Jungbrunnen. Aha. Ab 2009 müssen sich in Japan über 75-jährige übrigens jährlich auf Demenz testen lassen…
Quelle: Japan News Review

Papp-Nikuman in Akiba
Ein Hoch auf die Akihabaren! Vor einigen Monaten lästerten die japanischen Medien darüber, dass die Chinesen Pappe futtern würden. Hier noch mal der Bericht (auf Japanisch, aber allein vom Hinsehen bekommt man Appetit :P):

Mittlerweile wurde das ganze als Hoax entnervt - aber Otaku haben nunmal Humor, wenn auch einen etwas seltsamen. Deswegen gibt es jetzt in Akihabara in Richtung U-Bahnstation Papp-Nikuman. Leider werden die fleischgefüllten Teigtaschen (bzw. “Hamburger” laut der deutschen Sailor Moon Übersetzung) doch keine abgeseihte Baumrinde, sondern die normalen Zutaten enthalten. Und ich hatte mich schon auf vegetarische Nikuman verfreut…
Quelle: Japan News Review

Copyrigh-freie Filme
Der oberste Gerichtshof Japans sprach und die Fans klassischer Filme freuten sich: Filme, die 1953 oder früher gedreht wurden, sind allesamt und ohne Ausnahmen umsonst - will heißen, nach den nunmehr verstrichenen 50 Jahren seit das Copyright abgelaufen. 2003 wurde zwar eine Verlängerung der Halbwertszeit auf 70 Jahre erwürgt, doch lässt sich zumindest die japanische Rechtsprechung nicht auf den Arm nehmen, auch nicht von Hollywood, und lässt diese Verlängerung nicht etwa rückwirkend gelten. Die Geister schieden sich an Paramounts Film “Shane” aus dem Jahre 1953, welcher nunmehr zum Abschuss freigegeben wurde.
Quelle: Asahi Shimbun

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Autor: Simon

Von teuren japanischen Melonen, wie der Yubari, habt ihr alle schon mal gehört. In Japan ist es Sitte, zum Sommer Verwandten und Freunden fruchtige Geschenke zu machen - und die kosten dann. Hier nochmal ein selbstgeschossenes Beweisfoto für alle, die noch nicht haben oder noch mal wollen (das Label sagt 23.000 Yen - das sind ca. 180 Euro; ja es gibt noch teurere Melonen):

Melonen Japan

Allerdings sind in Japan nicht nur Melonen teuer. Ihrer Geldverschwendersucht haben die Japaner z.B. gerade mit einer platinbesetzten Torte gefröhnt. Auch Haustiere sind schweine- bzw. eigentlich hundeteuer. Das Kätzchen hier ist mit seinen 700 Euro noch ein wahres Schnäppchen (über die Behandlung von Tieren in japanischen Zoohandlungen möchte ich mich an dieser Stelle nicht aufregen):

teure katze

Das ganze ist natürlich ein wenig übertrieben. Otto-normal-Japaner kauft keine Platintorten, verschenkt solcher Melonen vielleicht einmal im Jahr (wenn überhaupt) und streichelt lieber die zahlreichen Straßenkatzen, als sich selbst eine zu holen. Im Supermarkt gibt es Lebensmittel - ob nun Melonen oder nicht (na gut, vielleicht keine eckigen) - wesentlich günstiger. Hier mal ebenso hübsch eingepacktes Obst, zu relativ humanen Preisen.

billige Melonen

Die Melone gibt es schon für 8 Euro, das ganze Sommerobstset für schlappe 30. Was? Das ist immer noch zu teuer?
Natürlich besteht auch in Japan die Möglichkeit, vom Bauern zu kaufen (wenn man nicht grad mitten in Tokio wohnt), oder in einen billigen Großhandel zu gehen. Außerdem tendieren Supermärkte gen Ladenschluss dazu, Obst, Bentôboxen, Mochi und ähnliche Frischware immer billiger zu machen. Am allergünstigsten ist allerdings immer noch die Variante “100 Yen Shop” - also 1 Euro (bzw. eigentlich 60-70 Cent) Läden. Für Lebensmittel gibt es da den Shop99. Hier bekommt man zwar keine ganzen Melonen für 100 Yen, aber schon ziemlich große Stücken, die den Fruchthunger erst einmal stillen sollten. (Man kann sich ja vorher eine komplette Packung Spaghetti oder sonstige Nudeln für 100 Yen hinterhelfen - dann reicht’s auf jeden Fall.) Leckeres Eis gibt es dort übrigens auch für besagte 100 Yen.

Variante 100 Shop Teil zwei - für nicht Lebensmittel - hört v.a. auf den Namen Daisô:

daisou außen

Daisô ist die größte 100 Yen-Laden-Kette in Japan und auch international tätig. Vertrieben wird eigentlich alles, was man in irgendeiner Form noch halbwegs tragen kann (also keine Autos oder Fahrräder, aber Kuscheltiere, Bücher, CDs und allerlei Küchengerät schon). Man bekommt neben Lippenstiften, Unterhosen, Buntstiften, Sprachkursen, klassischer Literatur, Pfannen, Gläsern, Kunstpflanzen, Japantusche, Regenschirmen und Co. auch verschiedenstes Garten- und Bentôzubehör. Dies macht natürlich v.a. für uns Wessis einen Großteil des Daisô Reizes aus.

daisou innen

Einige Gegenstände kosten auch mehr als 100 Yen, so dass es auch 200er oder 300er Packs und damit “wertvolles” bzw. qualitativ hochwertigeres gibt. Wer am Ende der mehrstöckigen Einkaufstour trotzdem noch eine Münze übrig hat, kann in größeren Daisôs auch noch gleich ein Purikura machen lassen. Hier noch ein Foto von einem Daisô Goodie:

daisou uhr

Die Uhr läuft nach über zwei Jahren immer noch einwandfrei. Hat auch nur 100 Yen gekostet (erstanden in einem Daisô in äh *im Album blätter* Ôtsu, direkt im JR Bahnhof, nettes Kaff das), und gab’s in mehreren Farben, die ich auch alle gekauft hab. Pink ist allerdings der King of Billiguhren. Pink rulez!!! :)

Bevor ihr jetzt komplett verzweifelt: Daisô gibt es mittlerweile auch in Europa. Ja, richtig gehört. Hier bei uns. Naja, fast zumindest. In London hat sich Daisô mit dem Japan Center zusammengeschlossen und um die Ecke am Piccadilly Circus die europäischen Pforten aufgemacht. Hier ne entsprechende Newsmeldung von Breitbart und ein netter Plock-Eintrag auf Just Hungry.    [...mehr]


Autor: Simon

Für diejenigen unter euch, die der englischen Sprache mächtig sind (die anderen lernen es bitte, is nicht schwer), gibt es im Netz allerlei nette Magazine und Zeitungen zu Japan. The Japan Times ist eines der bekannteren Projekte und (eigentlich ursprünglicherweise) auch als Printvariante erhältlich. Nun ist die Schreiberschaft dieses Magazins für die japanische Regierungs in die Bresche gesprungen und stellt seit einem halben Jahr dem Online Magazin Highlighting Japan Inhalte zur Verfügung.

Von Highlighting Japan gibt es zwei Varianten, einmal das storylastigere “through stories”, wofür sich wie eben erwähnt die Japan Times Journalisten verantwortlich zeigen und die Variante “through images”, welches… naja… mehr Bilder hat.

Highlighting Japan mit Index

Auf der Homepage hat man sämtliche bisherigen Ausgaben zur Auswahl und kann diese in dem oben abgebildetenen Online-Reader direkt lesen. Links hat’s einen Index mit Schnell-Links auf die einzelnen Artikel. Ausdrucken kann man das ganze auch - am besten auf Hochglanzpapier mit einem Canon Fotodrucker (einem von denen, wo man nur Originalpatronen verwenden kann). Damit es auch richtig Sinn macht, dass man das Magazin umsonst bekommt. *ahem*

Highlighting Japan: Inhalt der neuesten Ausgabe

Das ganze ist aufgebaut wie ein normales Magazin, durch das man Blättern kann. Ein dermaßen hübsches Layout und Aufmachung sind unter umsonst erhältlichen Magazinen ziemlich selten. Natürlich sind die Ladezeiten ein wenig… traurig. Aber irgendeinen Preis muss man halt zahlen. Ich muss gestehen, dass ich als allererstes mal den Meido-Artikel (also Akihabara Culture) angeschaut hab. Vielleicht schreib ich dazu demnächst noch was. Ich fühlte mich irgendwie persönlich angesprochen. ^-^;;;

Highlighting Japan - Meidos in Akihabara

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Autor: Simon

Nachdem ich letzte Woche etwas zum Yasukuni Schrein geschrieben habe, jetzt ein kurzer Blick auf die wahren Gründe der Beliebtheit desselben: Wagt man sich schräg links am Kriegsverbrecher-Verehr-Museum vorbei, kommt man zu einem süßen kleinen japanischen Garten. Das besonders Nette: Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Parks (d.h. alles, was aus mehr als zwei Bäumen und ner Parkbank besteht), ist der Garten am Yasukuni Schrein umsonst. Yippie.

Jetzt mal unkommentierterweise ein paar Schnappschüsse von afair Anno 2004 (wie schon immer und überhaupt klickt’s auf die Bilder für mehr und größer - wenn des bei euch irgendwie nicht funktionieren sollte, sagt ruhig Bescheid, sonst benutz ich des lustig weiter):

Yasukuni ParkYasukuni Park3Yasukuni Park2Yasukuni Park4Yasukuni Park5Yasukuni Park6

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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 03.12. bis 09.12.2007
News der vorhergehenden Woche

OK. Heute verschiebe ich nix mehr auf morgen und lege gleich mal los. Schlaf ist was für Anfänger! *har*

Update zu KW48: Schulmädchenreport Teil 2
Jaja. Und all diejenigen, die denken, Kodomo no Jikan wäre “lustig”: Satoshi Mori von der Sagamihara Grund(!!!)schule - ja, er ist dort Lehrer und nicht etwa der Gärtner oder der örtliche Mümo - wurde letzte Woche in Yokohama verhaftet. Er hatte im September dieses Jahres einer 13-jährigen 30.000 Yen (250 E) für sexuelle Dienste bezahlt. Und ja, die beiden haben sich auf einer Handy-Partnersuch-Seite (also über mobiles Internet) kennengelernt. Ich sag ja, eine Sperre solcher Seiten für unter 18-jährige ist unter Umständen keine allzu schlechte Idee.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW45: Todesstrafen-Glasnost
Wie wir ja schon festgestellt haben, herrscht in Japan immer noch die Todesstrafe. Das scheint den zuständigen Behörden selbst ein wenig peinlich zu sein und so wird über die exekutierten nichts gesagt. Lediglich die Anzahl und das Datum wurde bekannt gegeben. Bis 1998 sogar nicht mal das Datum, sondern lediglich die Gesamtjahresanzahl. Eigentlich. Bis jetzt. Nun macht die Regierung klar Schiff und sagt konkret, wen sie warum und wann über den Sumidagawa schickt. Diesmal wurden drei Personen (verurteilte Mörder) gehängt.
Quelle: CNN

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Autor: Simon

Wie ich ja schon geschrieben hab, hab ich mir alle ersten Folgen dieser Staffel J-Drama und Anime einmal angeschaut und schreib jetzt was dazu. Nen Quicky Mini-Review sozusagen. Ja, von der nächsten Season will ich das auch machen. Wobei über Weihnachten-Neujahr das ja nen bissle “zerrisen” is. Mal schauen. Das Fernsehprogramm mit den entsprechenden Links gab’s hier.

Abarenbo Mama

Abarenbô (Avarenbow) Mama - die Anti-Mutter
Aya und Tetsu verlieben sich, heiraten und zeihen zusammen. Soweit läuft alles koscher in Lalaland. Problem: Am nächsten Morgen steht der kleine Yuki vor der Tür: die gleichen krausigen Wuschelhaare wie Tetsu, das selbe komische Grinsen. Naja, letzteres ist dem Papa bei diesem Anblick vergangen. Seine Ex-Frau hat keinen Bock mehr auf den Nachwuchs und Yuki mal eben zu seinem Vater geschickt. Dumm nur, dass Tetsu seiner neuen Frau nix davon gesagt hat. Aya ist mit 22 selbst noch ein halbes Kind und hat auch nicht die geringste Motivation, sich in die Reigen der Übermütter einzureihen, die sie vorm örtlichen Kindergarten antrifft. Das Resultat ist (momentan zumindest) urkomisch und wirft einen satirisch-kritischen Blick auf die japanische Kindererziehungspolitik, die die Eltern so beansprucht, dass einer einfach mal Hausfrau spielen (und zum Alien mutieren) muss.
Fazit: Ein Überraschungstreffer für mich. Wer Komödien mag oder sich für japanische Gesellschaft (a.k.a. das Ding mit den Hausfrauen) interessiert, sollte mal reinschauen.
Homepage: http://wwwz.fujitv.co.jp/abarenbou-mama/index.html

Mop Girl

Mop Girl - räumt mit der Vergangenheit auf
Schon allein wegen dem minder-sinnvollen Namen wär ich unter normalen Umständen nie auf die Idee gekommen, mir diese Serie anzuschauen. Gut, dass ich trotzdem mal auf Folge eins geklickt hab. Momoko fängt bei einer Beerdigungsfirma an, doch am Ende des Tages springt sie plötzlich in der Zeit zurück und kann die Geschehnisse ändern. Ist so’n bissle wie mit der Serie mit der Zeitung (hab vergessen, wie die hieß, irgendwer nen Plan?). Die Interaktion mit Boss (?) Ôtomo sind wirklich putzig und auch die anderen Charaktere sind ein Fall von “auf dem Boden rumrollend lachen”. Allerdings hab ich ein wenig Angst, dass die Serie doch noch einen bösen Twist am Ende bekommt. In der ersten Szene sieht man nämlich, wie Momoko als kleines Mädchen von einer Frau gerettet wird, die dann verstirbt. Ich will’s gar nicht wissen.
Fazit: Lustig auf eine verrückt japanische Art und Weise. Darum schau ich mir Drama an.
Homepage: http://www.tv-asahi.co.jp/mopgirl/

Galileo Title

Galileo – The Return of Trick?
Neben Dream Again hatte ich auf Galileo am sehnsüchtigsten gewartet: Ein eigenbrötlerischer Wissenschaftler hilft einer verrückten Zauberääääh Polizistin beim Ermitteln. Klang mehr als nur vielversprechend. In der Hauptrolle, also Prof. Yukawa, gibt’s Fukuyama Masaharu, den ich persönlich nur aus Meguri Ai (auch unter dem Namen Refrain zu finden) kenne. Die Romane von Higashino Keigo kenn ich zwar auch nicht, aber dort soll es ursprünglich der Schulfreund Yukawas gewesen sein, der ihn immer wieder um Hilfe bei der Aufklärung von Fällen bat. Im Drama kommt der besagte Schulfreund zwar auch vor, gibt aber seiner Nachfolgerin den entscheidenen Tip, so dass wir nunmehr statt nem Detektivpaar nen echtes “Paar” haben. (Ihr Essen mag er immerhin und sie seine netten Tricks, jaja.)

Yukawa und Kou im Labor.

In der ersten Folge geht es um einen abgefackelten Teenager. Dann greift das Galileo Muster: Utsumi, ihres Zeichens Newby Polizistin, weiß sich nicht anders zu helfen, als Yukawa (Prof. für Physik an der Tôdai) um Rat zu beten. Der macht Versuche, läuft grübelnd durch die Gegend und kritzelt in einem Numbers ähnlichen Anfall dann schließlich nen paar mathematische Formeln auf den Boden (oder an die Wand, auf die Fensterscheibe, in den Sand…). Fall gelöst.

Galileo Folge 1

Den Japanern gefällt’s und es ist mittlerweile eine zweite Season, die den zweiten Roman abfrühstücken soll, und ein Movie für Roman Nr. 3 geplant. Momentan ist das auch die einzige Serie, die ich nicht nur jeden Montag runterlade, sondern auch wirklich sofort anschau. Aber trotzdem hat Galileo nicht das, was ich eigentlich wollte: ICH WILL ABE!!!
Fazit: Conan slash Trick, und doch keins von beidem. Fans von einer der Serien dürften das trotzdem, oder gerade deshalb, mögen. Oder hassen. Ich find’s toll.
Homepage: http://wwwz.fujitv.co.jp/galileo/index.html


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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 26.11. bis 02.12.2007
News der vorhergehenden Woche

Irgendwie muss ich mir mal was anderes, also nen anderes Format, überlegen für den Newsletter. Deswegen ein bissle weniger.

Update zu KW44: Lebensmittelskanal und das goldene M der Zivilisation
Diesmal haben MacDonald’s Mitarbeiter und Verantwortliche zugegeben, Lebensmittel auch nach dem Verfallsdatum zu verwenden. Zutaten für Milchshakes, Eier und der gleichen mehr wurden lustig weiter zu Lebensmitteln verarbeitet. Salate bekamen nach der Ablaufzeit von 12 Stunden schlicht ein neues Label statt weggeschmissen zu werden. Skandal. Gut, alles ganz schrecklich, aber mal ehrlich: Sollen Lebensmittel in der Tonne landen, weil ein fiktives Durchschnittsdatum verstrichen ist?! Ich weiß, für die zivilisationsgestörten Stadtkinders ist es unvorstellbar, aber nen Ei, was am 5.12. “abgelaufen is” aber nicht stinkt, ist auch noch am 6.12. gut. Ja, wirklich. Wenn man auf’m Land sich die Eier vom Federviech im Stall selbst holt, dann haben die da kein Datum raufgepickt und man muss sich selbst nen Reim drauf machen. Klar, Gammelfleisch und Co. möchte ich nicht auf dem Teller haben - aber 13 Stunden alten Salat? Ich bitte euch.
Quelle: Japan News Review

Update zu KW46: DoCoMo jetzt international
Nachdem Disney mit Softbank… hat, fährt jetzt auch DoCoMo mit der neuen 905i Serie (Fotostrecke hier) die internationale Schiene. Jedoch andersrum. Wie ja erwähnt, war es für ausländische Anbieter der Einstieg in den japanischen Markt schwer (und andersrum dasselbe Spiel), weil schlichtweg andere Rundfunkfrequenzen verwendet wurden. Nun hat sich DoCoMo aufgemacht, das zu ändern und so funkt ihre neue Handyreihe auf dem weltweit beliebten GSM Standart. Heißt das, dass wir auch bald mit DoCoMo Handys rumlaufen können?
Quelle: The Japan Times

Schulmädchenreport jetzt ohne Handy
Wer mal in Japan war, weiß es längst: Dort braucht man sich keine Taschentücher kaufen. Wenn man nämlich durch die Straßen läuft, bekommt man ganz einfach so welche in die Hand gedrückt. Da sind dann kleine Werbezettelchen eingefügt, mit so lustigen Telefonnummern. Ruft man die an, bekommt man Kontakt zu freundlichen Schülerinnen, die mit einem Dinge machen. Das war die Methode von gestern. Heutzutage läuft das ganze über Internet-Dating-Sites. Die sind auch über Handy erreichbar. Und schon haben wir das Schlammassel: Die Taschentuchverteiler werden arbeitslos und tausende Japaner können sich nicht mehr die Nase schnauben. Um dem entgegenzuwirken haben die Jungs von der Demokratischen Partei in Japan nun die Köpfe zusammengesteckt und einen Gesetzesentwurf erdacht, der eine Sperre für Dating-Sites vorsieht. Geht ein Handy-Händler einen Vertrag mit einem Minderjährigen (bzw. wohl eher einer Minderjährigen) ein, muss ins Mobilfon eine entsprechende Kindersicherung eingebaut werden. Und ja, das ist sinnvoll, denn in Japan ist diese Art von Kinderprostitution weit genug verbreitet, um ein gesellschaftliches Problem darzustellen.
Quelle: Yomiuri Shimbun

Krebsforschungspreis an japanischen Forscher
Das “Deutsche Zentrum für Krebsforschung” hat dem japanischen Forscher Prof. Yamanaka von der Kyoto-Universität einen mit 50.000 Euro dotierten Preis verliehen. Der gute Mann war ziemlich überrascht - er forscht nämlich gar nicht zu Krebs. Dafür hat er wohl eines der Probleme gelöst, die deutsche Ökos seit Jahren beschäftigen: Stammzellen. Diese werden ja auch Embryos gewonnen und da ja bekanntlicherweise 3 Tage alte Menschenembryos im Gegensatz zu 4 Jahre alten Rindern schützenswertes Leben sind, weiß man nicht so recht, wie man das ganze verantworten soll. Stammzellen sind aber für die Krebsforschung von großer Bedeutung. Der gute Professor von zwischen de Berge hat nun eine Methode gefunde, menschliche Hautzellen so umzupolen, dass sie die wichtigsten Eigenschaften von Stammzellen übernehmen. Darüber waren die deutschen Krebsforscher so glücklich, dass sie ihn dafür symbolisch mal ne Runde knuddeln wollten. Ein Hoch auf die japanische Forschung.
Quelle: Breitbart

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Autor: Simon

Nachdem man “A” sagt, muss man auch “B” sagen. Da ich nun mit dem Link auf den Arte-Beitrag zum japanischen Einfall in Nanking offenbar einigen einen Grund zur Entrüstung geliefert habe, möchte ich heute mal ein wenig etwas über “die Verehrung von Kriegsverbrechern in Japan” bzw. (damit wir danach nicht alle an Depressionen leiden) über den Schrein, wo das ganze Stadtfindet: Der Yasukuni Schrein, im Chiyoda-Bezirk von Tokio (offizielle englische HP hier).

yasukuni1

Den Schrein ließ der Meiji Tennô 1869 im Gedenken an die Opfer des Boshin Krieges, der effektiv das Ende des Shogunats (Edo Zeit, Tokugawa, schon mal gehört?) und die Wiedererstarkung des Kaisertums in Japan einleutete, errichten. Verehrt werden hier alle, die im Namen des Kaisers (Tennô) gefallen sind, sprich zunächst einmal sämtliche Soldaten, Zivile und Co., die in einem japanischen Krieg umgekommen sind. Dazu gehören nun logischerweise auch die Opfer (bzw. Täter) des zweiten Weltkrieges. Im Übrigen werden auch für Japan gefallene Chinesen (Taiwanesen) und Koreaner verehrt, die z.B. nach der Übernahme ihrer Gebiete für’s Reich an die Waffen mussten. Unter den rund 2,5 Mio Seelen, die im Schrein spuken, sind jedoch auch mehr als 1000 Kriegsverbrecher und davon 12 verurteilte der Kategorie A (sprich: die wirklich harten Fälle, in Sinne von “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”). Und damit sind wir auch schon zum Herz des Problems vorgestoßen. Selbst die Japaner sind sich relativ uneins darüber, ob nun zusammen mit den zum Kamikaze-Selbstmord gezwungenen Soldaten diejenigen, die sie erst in die Flugzeuge setzen verehrt werden sollten. Was die Koreaner und Chinesen denken, sollte wohl jedem, der das Arte-Video angeschaut hat, klar sein: Nix. Jedesmal, wenn ein japanischer Politiker auch nur einen Kaffee im Tully’s schräg gegenüber trinkt, hagelt es offizielle Proteste.

yasukuni2

Dabei können einem die Japaner eigentlich Leid tun. Shintoistischen Vorstellungen gemäß können sie nämlich eigentlich gar nicht anders, als gerade die Kriegsverbrecher anzubeten. Kommt nämlich jemand gegen seinen Willen ums Leben (ob nun durch Krieg oder sonstige Fälle von Mord und Totschlag), wird sein Geist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Lebenden heimsuchen und allerlei Unglück über’s Land bringen. Es sei denn, man besänftigt und verehrt ihn/sie, natürlich. Sind einem die Geister und Seelen der Ahnen dann wohlgesonnen, bedeutet dies natürlich im Gegenteil Glück und Wohlstand für’s Land. Aus dem selben Grund wird z.B. auch Michizane, der durch den Komplott seiner Rivalen aus der Hauptstadt Kioto ins abgelegene Dazaifu bei Hakata verbannt wurde, seit Jahrhunderten als Gott der Weisheit verehrt. Das Programm schlägt sich übrigens auch im Namen des Schreins wieder, denn der Yasukuni, wie er vom alten Meiji höchstselbst getauft wurde, ist der Schrein zur “Befriedung/Besänftigung des Landes”. Ich hoffe, ihr könnt jetzt selbst eins und eins zusammenzählen.
Warum viele Japaner trotzdem gegen die Würdigung von Kriegsverbrechern sind? Nun, der Durchschnitts-Japaner ist ungefähr genauso shintoistisch, wie nen Preuße christlich.

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Soweit zur religiösen Seite. Die politische sieht ein wenig anders aus. Leider weisen die Broschüren, die im zugehörigen Museum über den zweiten Weltkrieg verteilt werden, geschichts-revisorische Züge auf. Da wird dann erzählt, dass der Krieg ja notwendig war, um für das Wohlergehen Asiens zu kämpfen. Ja, Koreaner sehen das anders. Taiwanesen im Übrigen teilweise nicht. Die jährlichen Besuche des Prämierministers Koizumi von 2001 bis 2006 werden wohl auch weniger religiös geprägt gewesen sein. Oder doch? Wollte er bei seinen Vorfahren um den Schutz des Landes beten? Wer weiß. Der Tennô, seines Zeichens Überboss der einheimischen Kami (Geister, Götter und alle, die es werden wollen), zumindest scheint sich entschieden zu haben: Der Shôwa Tennô setzte ab 1978 nie wieder einen Fuß in den Schrein und auch sein Sohn, der jetzige Heisei Tennô, ward noch nicht im Yasukuni gesehen. Zumindest nicht offiziell.    [...mehr]


Autor: Simon

Wie angedroht ein paar Quickies hier und jetzt sofort. Wenn ich mir eine Serie weiter anschaue, gibt es am Ende der Staffel ein richtiges Review.

dragonaut

Dragonaut – Za Rezonansu
“Das sieht aus wie bei Stellvia.” Das war mein erster Gedanke. Mein zweiter war: “Wo gibt’s die nächste Folge?” Ja, ich mag Action. Und Sci-Fi. Und Sci-Fi-Action besonders. Kamishina, der einzige Überlebende eines Busunglücks (war ein wenig wie Planetes meets Stellvia), wird Zeuge eines Mordes. Als er auch grad auf dem besten Weg ist, das nächste Opfer zu werden, wird er von einem pinkhaarigen Mädel gerettet. Daraufhin wird er ein Dragonaut, der die Erde vor dem bösen Asteroiden Thanatos beschützen muss. Animation (Gonzo) is gut, OST is OK, Story hört sich momentan interessant an. Nuff said.
Fazit: Nein, ich fang jetzt nicht an, in Lebensmittelmetaphern zu reden. Ich mag auch gar kein’ Kuchen. Dragonaut dafür schon. Is nett. Schaun mer mal.
HP: http://www.dragonaut.com/index.html

ghosthound

Shinreigari - Ghost Hound
3D Wald. Kein schöner 3D Wald. Die Fliege. *waaaaaaaah * die Fliege! Komori hat jede Nacht denselben Traum und jeden Morgen danach führt er brav per Voice Recorder Traumtagebuch. Zehn Jahre zuvor wurde er mit seiner Schwester entführt und offenbar in einen Brunnen gesperrt. So muss sich Sadako gefühlt haben. Die (offenbar lebendige?, aber irgendwie gestörte) Schwester könnte in der Realverfilmung auch von Nakama Yukie gespielt werden… Mysteriös sind allerdings nicht nur die Träume, die den armen Jungen mittlerweile auch tagsüber ereilen, sondern auch der schweigsame Ôgami, der Austauschschüler Nakajima und Komoris neuer Therapeut, der mir ein wenig suspekt ist. Ach ja, das ganze ist eine Kollaboration von Shirow und Production IG, das Script stammt von Konaka Chiaki und Regie führt Nakamura Ryûtarô. Damit ist eigentlich schon alles gesagt.
Fazit: Ich möchte wissen, wie die Fliege heißt und ob sie noch zu haben ist.
HP: http://www.ghosthound.tv/

shugochara

Shugo Chara – Power Puff Moon
Ihr sucht nach dem nächsten Now and Then, Here and There? Mit bissiger Sozialkritik à la NieA_7? Sucht nicht weiter. Sondern schaltet alle Fernseher und Monitore aus und verkraucht euch unterm nächstgelegenen Tisch. Sonst findet euch euer persönlicher Schutzgeist aus dem Ei und verwandelt euch in ein pinkes… Chara… mit Loose Socks. Aber von vorn das ganze: Bunny Tsukino hat ein Problem: Sie steht total auf Mah-Ô, der aber lieber mit seinem besten Kumpel Shao-Lan abhängt und sie für Amakatsuka Megumi hält. Natürlich leidet sie auch sehr darunter, von allen wie Tenjô Utena verehrt zu werden. Zu allem Überfluss, wird sie von drei Angel Eggs überfallen, aus denen die Power Puff Girls schlüpfen, um ihr ihm Kampf gegen den bösen Sohn von Mamoru und Luna beizustehen… Ach ja, Mahô Sensei Negima kommt später auch noch. Herrlich. Oder kurzgesagt: Amüsantes Magical Girl Mischmasch. Ich habe gut gelacht, wenn auch meist ob der eher unfreiwilligen Komik (”all kids holds [sic] an egg in their soul, the egg of our hearts, our would-be selves, yet unseen”tte?!!!) und mich in der Tat unterhalten gefühlt. Mehr als eine Folge am Tag dürfte jedoch das cerebrale Gleichgewicht eines jeden Nicht-Shibuya-Girls gefährden.
Fazit: Wie sagt die Heldin (Amu oder so?) am Ende der ersten Folge noch gleich? “Wenn ihr nix besseres zu tun habt, könnt ihr es euch ja anschauen.”
HP: http://shugo-chara.com/

moyashimon

Moyashimon – I see dead… äh… bacteria.
Ja. Es ist innovativ. Es ist definitiv interessant. Es ist… faszinierend *augenbraue hochzieh*. Sawaki Tadayasu (Tadayasu? hört sich an wie nen verfluchter Samurai oder so) kann seit frühester Jugend Bazillen sehen, sich mit ihnen unterhalten und mit ihnen spielen. Da er nun meint, auf dem Land gäbe es besonders viele davon, tut er alles, um seinem dörflichen Kaff zu entfliehen und nach Tokio zu klettern. Dumm gelaufen, denn weniger Bakterien sieht er da auch nicht. Ganz im Gegenteil: Denn gleich am Anfang seiner Studikarriere an der Landwirtschaftsuni findet er eine verweste Leiche. Yep. Das ganze ist spannend, wenn’s auch nichts mit Mord und Mysterie am Strohhut hat. Tadayasus Fähigkeiten sind schlichtweg so verrückt im (positiven Sinne), dass es Spaß macht, ihm beim konversieren mit Krankheitserregern und Co. zuzuschauen. Besonders süß fand ich es, wie er die japanischen Yoghurt-Kulturen von den Amerikanischen unterschied…
Fazit: Anschauen, sonst glaubt man’s nicht.
HP: http://www.kamosuzo.tv/top.html

kodomonojikan

Kodomo no Jikan – Kodomo no Chikan?
Ich könnte jetzt wie jeder andere auch behaupten, ich hätte das ganze zuerst für eine Loli-Chose gehalten und dann aber gemerkt, dass doch ernsteres dahinter steckt. Aber wozu lügen? Mir wurde gesagt, dies sei ein Manga/ Anime, den man sich unbedingt geben müsste und so holte ich mir also eine (Folge) runter und schaute mal. Offengestanden ist mir beim Anblick von Kindern, die entweder Angst haben, mit erwachsenen Männern auch nur in einem Zimmer zu sein – oder gleich der Meinung sind, die würden Unterhöschen sehen wollen – das Mochi im Hals stecken geblieben. Den seicht-fröhlichen Loli-”Humor” suche ich noch. Ich war eigentlich ziemlich… betrübt. Wenn das ganze später ernst werden soll, geh ich noch emo. Aber immerhin sind die OP und ED Lieder echt witzig. Beim Anschauen des letzteren hatte ich eine Vision von tanzenden Männern beim AM Quiz. Hey, dazu lässt es sich doch bestimmt gut schuhplattlern. Übt schon mal. :P
Fazit: Ja, ich schau mir das irgendwann weiter an. Aber nur, wenn ich grad so rundum glücklich bin, dass mir nix mehr den Tag vermiesen kann.
HP: http://www.kojika-anime.com/

prismark

Prism Ark – Schwertschwing-äktschon
Österreich und das osmanische Reich… nein warte… wie war das doch gleich? Eigentlich auch egal. Ein ganz doller Ritter und eine Zauberin (? egal) bekämpfen die böse Macht, die ihre Heimat zerstört hat. Oh, und sie lieben sich seit ihrer Kindheit. Und das Mädel hat nen Bruder, der aber dann gestorben ist und sie musste ihm versprechen, ganz stark und mutig zu werden. Wahnsinn. Interessant fand ich, dass die Vorgeschichte als Rückblenden zwischen dem eigentlichen Endkampf erzählt wurde. Noch vor gar nicht allzu grauer Vorzeit war das mal eine super-duper kreative Schnitt- bzw. Erzähltechnik, die ich eigentlich nicht in einem kleinen Sinnlosstreifen wie dem hier erwartet hätte. Naja, vielleicht wird die Serie ja auch noch irgendwann spannend? Ja, die Artwork aus dem Originalspiel war mal nett. Das macht’s auch nicht besser.
Fazit: Ja, aber nein. Ich war nicht amüsiert (weder durch beabsichtigte, noch unfreiwillige Komik), es war nicht spannend und kreativ war’s auch nicht. Nö.
HP: http://www.p-ark.tv/

sketchbook

Sketchbook – Langeweile mal anders
Es ist nicht so, dass ich etwas gegen Serien hätte, in denen nichts passiert. Von Aria verschlinge ich zumindest das Manga regelmäßig. Vielleicht ist das Manga von Sketchbook ja auch gut. Die Serie ist mir zumindest während der ersten Episode ziemlich gegen den Strich gegangen: Mädel will Katze zeichnen, Katze rennt weg. Mädel bekommt in der Schule die Aufgabe, zu malen, was ihr momentan am Herzen liegt. Sie latscht mit ihren Freundinnen durch die Landschaft, folgt einem Käfer und findet einer nette Aussicht, von der aus man einer überdimensionalen ARIA-Katze beim Maneki-nekon (Winken) zuschauen kann. OK. Nett. Man kann toll bei sticken. An sich ist das ganze ja recht harmlos, aber ich hab davon Kopfschmerzen bekommen. Mal sehen, ob die nächste Folge meine Gehirnwindungen auch so anfrisst…
Fazit: Ne Folge oder zwei geb’ ich dem noch. Besonders zu empfehlen für Fans von heißer Action übrigens. *hüstl*
HP: http://www.sketch-full.net/

bambooblade

Bamboo Blade – Bambuslatten und Sushibuffets
Yippie. Kleines, braunäugiges Blondie macht Kendô. Identifikationsmöglichkeit: check. Ein verfressener Kendôlehrer wettet mit seinem alten Schulkumpel, dass er eine Kendô-Damen-Mannschaft aufstellen, die dem Kumpel seine besiegen wird. Nun muss er bis auf besagtes Blondie erst mal sein Team an schwertschwingenden Samuraidamen zusammensammeln. Bis dahin hört sich das ganze ein wenig nach Prinzessin Nina an, allerdings ist die Motivation eine andere: Wenn er gewinnt, darf er sich beim Sushiladen vom Vater seines Sempai ein Jahr lang umsonst vollfressen. Endlich mal was, was ich nachvollziehen kann statt dieses ganze Emanzipationsgeplänkel immer. Sympathisch und amüsant ist dabei, dass sich die Macher durchaus bewusst sind, dass sie hiermit ein wenig in die kreative Kloschüssel gegriffen haben. So nehmen sie’s dann mit Humor und ich hatte beim Zuschauen trotz der gegen unendlich tendierenden Anzahl von Sport- und Samuraianime-Vorgängern einfach mal Spass.
Fazit: Schau ich weiter.
HP: http://www.bambooblade.jp/pc/

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