Beiträge vom: Mai, 2008

Autor: Simon

Mir ist aufgefallen, dass ich zwar ständig lese, jedoch genau darüber eigentlich nichts schreibe. Ist doch ein wenig traurig, dass seit meiner letzten Buchvorstellung (zu 12 Königreiche) schon ein halbes Jahr vergangen ist (es sei denn, man zählt Allison, aber da ging’s um den Anime ^-^;). Deshalb und an dieser Stelle mal ein Kurzbericht zu einem der Romane, die ich in letzter Zeit verschlungen habe.

Across the Nightingale Floor

“Across the Nightingale Floor” von Lian Hearn, aus mir unerfindlichen Gründen mit “Das Schwert der Stille” (was für’n Schwert bitte?!) ins Deutsche übertragen, ist der erste Roman der Otori Trilogie. (Natürlich wird es noch eine Fortsetzung und eine Vorgeschichte geben - so wie bei allen guten Trilogien. ;)) Obwohl es sich beim Autor um einen waschechten Wessi handelt, spielt die Geschichte in einem halb-fiktiven Japan des Feudalzeitalters: Tomasu wächst in einem Bergdorf der friedliebenden Verborgenen (Hidden) auf. Doch eines regnerischen Tages kommt der gar bösartige Kriegsherr Iida mit seinem Heer von Rabauken angeritten und metztelt alle Bewohner nieder. Mit Ausnahme von Tomasu, natürlich, der sich daraufhin vom durch und durch edelmütigen und gutaussehenden Adeligen Otori Shigeru retten lässt. In dessen bescheidenem, aber wunderschönen Haus in Hagi (zwischendurch gibt es immer mal wieder Realnamen, damit man sich zu orientieren weiß ^-^;) angekommen, wird er nun Takeo getauft, von Otori adoptiert und in allem unterrichtet, was ein junger Samurai so braucht. Dabei zeigt Takeo ganz erstaunliche Talente, wie zum Beispiel ein Gehör, auf das selbst Superman noch neidisch wär. Dank dieser kann er schließlich ein Attentat auf seinen heißgeliebten Stiefvater Shigeru verhindern. Und damit fangen seine Sorgen eigentlich erst richtig an.

Across the Nightingale Floor ist eher für ein jüngeres Publikum geschrieben, doch hat es mir durchaus Freude bereitet, den Abenteuern von Takeo und Co. zu folgen. Allerdings freu ich mich wie ein Kind über literarische oder realweltliche Anspielungen - dieser seltsame Sinn für Humor hat mich selbst durch ungefähr zehn Bände Dragon Ball gebracht. Hintergrundwissen (nicht allzu viel, denn Lian Hearn ist nicht Lafcadio und hat wohl auch selbst nicht allzu viel Ahnung :P) hilft. Mit diesem und einem gesunden Maß an Schadenfreude, zum Beispiel angesichts der Namensgebungen (Takeo, Shigeru, Kaede, Kenji, Yuki, Makoto) oder ob der feministischen Erzählweise, lässt sich mit den Otori richtig viel Spaß haben. :>    [...mehr]


Autor: Simon

Viele Wege führen nach Rom und so führen auch viele Wege zum Suri-Goma, wie der gestoßene Sesam, den man unter anderem für Spinat mit Sesam braucht, auf Japanisch heißt. Ich war beim Kochen mit meiner japanischen Freundin so begeistert (und gleichzeitig entgeistert), dass ich euch das ganze nicht vorenthalten möchte. ^-^;

Es gibt genau zwei Methoden, an den gestoßenen Sesam zu kommen:

1. Man nimmt einen schnieken Mörser und Stößel (nur echt aus Schweden *hüstl*), macht sich die Arme und Handgelenke kaputt und freut sich, dass man wie schon die wehrten Damen und Herren Vorfahrenvor hunderten von Jahren (und natürlich auch wie die Affen im Urwald), Nahrung verarbeitet hat.

Sesam stoßen

2. Man macht’s Japanisch und greift zur fertigen Packung “Suri-Goma”.

Suri-Goma

Ich, im Übrigen, stoße meinen Sesam von Hand. Nicht aus einem fehlgerichteten Traditionsbewusstsein, sondern schlicht aus Geiz. Ungestoßener Sesam ist nämlich deutlich billigär und Geiz ist ja bekanntlich geil. :P

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Autor: Simon

Nachdem ich den Winter einigermaßen abgegrast hab, was Feste und Bräuche angeht (natürlich gibt es noch viel mehr zu sagen, doch ich hab keinen Bock mehr und die Temperaturen machen das Unterfangen auch lächerlich), werd ich jetzt endgültig die warme Jahreszeit einläuten und zwar mit einem netten Festchen in Kioto.
(Für alle, die jetzt die Kirschblüten vermissen, hier klicken.)

Weil Kioto, die alte (d.h. frühere) Hauptstadt Japans, noch nicht genug Feste hatte - also nur so zwei bis drei pro Tag ;) -, dachte man sich 2003, es wär doch eigentlich ganz nett, noch ein weiteres zu erfinden. Die Idee ist recht simpel: Die vorhandenen Sehenswürdigkeiten werden bei Nacht erhellt und zwischendurch gibt es ein paar Lichtskulpturen und Yakisoba-Buden. Das Resultat ist atemberaubend - und das ist nicht wirklich ironisch gemeint, denn Kiotos Tempel sind so schon interessant genug, doch bei Nacht mit einer Stange Dango inner Hand, macht sich das ganze doch gleich noch viel hübscher. Im Frühjahr wird die Higashiyama Gegend, also der Tempelbezirk zwischen dem Ginkakuji (Silberner Tempel) und, den gesamten “Philosophenpfad” (Tetsugakusha no Michi) runter bis zum Kiyomizu-Dera (Tempel des reinen Wassers - also das mit dem Mini-Wasserfall und der netten Aussicht ^-^;). Eine Karte mit Infos und Fotos gibt es auch auf Englisch auf der offiziellen HP (klickst du hier). Im Dezember ist Arashiyama dran, doch zu dem Örtchen wann anders mehr. :P Hier ein paar handverlesene Fotos (bitte draufklicken, dann wird’s größer):

Weniger amüsant sind übrigens die abendlichen Temperaturen Kiotos im März. Stichwort “Minusgrade”. Super ist auch die Verkehrsanbindung in der Weltstadt. Um 22 Uhr abends fahren kaum noch Busse. Egal, wenn man nicht grad außerhalb haust, kann man die Strecke auch problemlos laufen (Studenten scheinen prinzipiell und bei jeder Tages- und Nachtzeit mit Fahrrädern unterwegs zu sein - schlimmer noch als wie in Sapporo). Kaff. Schönes Kaff, allerdings. :P

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Autor: Simon

Wer genug von J-Drama und Anime aus der Frühlingsstaffel hat, der muss trotzdem nicht unbedingt auf sein J-Entertainment verzichten, denn es gibt ja auch noch Filme (und Games, aber davon mal abgesehen :P). Bubble e Go! zum Beispiel ist ein netter Streifen des vergangenen Jahres, bei dem ich mich köstlich amüsiert hab. Deshalb hier eine kurze Vorstellung.

Bubble Fiction: Boom or Bust - Bubble e Go!

Die eigentliche Story ist an und für sich nur bedingt kreativ: Mariko Tanaka (Yakushima Hiroko), eine Erfinderin und Single-Mama, erdenkt aus Versehen eine Zeitmaschine und reist so ins Jahr 1990 zurück, um die japanische Wirtschaftskrise zu verhindern. Leider geht sie dort verschütt und so schickt ihr die Regierung, personifiziert von Isao Shimokawaji (Abe Hiroshi, s. Dragon Zakura), das Töchterchen Mayumi (Hirosue Ryoko) hinterher. Es folgen die üblichen Irrungen und Wirrungen, die jeder Zurück-in-die-Zukung-Erprobte wiedererkennen wird. Das wirklich nette, amüsante, einzigartige ist allerdings das Setting und der abgedrehte Humor: Mayumi reist zurück in die Zeit der Bubble Economy (hier nen Wiki-Artikel, damit ich mir nicht die Finger wund tipp) - der Blick auf’s Japan Anno 1990 ist urkomisch und leider nicht wirklich übertrieben. ^-^; Die Charaktere sind einfach nur knuffig und ich hab mich 116 Minuten lang gekugelt. Auf jeden Fall was für die gute Laune. :)

Das einzige, was mir ein wenig auf den Keks ging: Während Marty MacFly aus seinem Vater einen coolen Übermacker (will sagen Autor) macht, hilft Mayumi leider nicht ihrer Mutter auf die Sprünge. Der familiäre Erfolg funzt am Ende auch nur wieder über den männlichen Erzeuger. Warum eigentlich? (Nein, das hat nix mit fehlender Gleichberechtigung in Japan zu tun - was Medien Charaktere dort angeht, ist es weit weniger nervig als bei uns.)

Hier ein paar Snapshots:

Mayumi denkt, ihre Mutter sei tot.

Mayumi denkt, ihre Mutter sei tot.

Die über-coole Zeitmaschine:

Die über-coole Zeitmaschine:

Shimokawaji schickt Mayumi zurück

Schock: 1990 gab es noch keine Handys!

Schock: 1990 gab es noch keine Handys!

Der Bösewicht:

Der Bösewicht

Shimokawaji entpuppt sich als nerviger Weiberheld:

Shimokawaji entpuppt sich als nerviger Weiberheld

So sahen damals Studentenpartys aus:

So sahen damals Studentenpartys aus

Dies war einer der Momente, bei denen ich unterm Tisch gelegen hab. Ja, man muss den Film gesehen haben, um das zu verstehen. :P

Genetik für Anfänger

Der schrecklichste Moment im Leben eines heutigen Mädels: “Mein Handy … ist tot!” T-T

Keitai wa …

… shinda! T-T

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Autor: Simon

Jetzt habe ich wieder eine ganze Weile nichts geschrieben. Hatte zwar eine Reihe Ideen, aber ganz einfach keine Zeit. Sorry. ^-^; Wie ich mir die Themenliste so angeschau, bin ich der Meinung, es könnte mal wieder ein Rezept geben. Diesmal gibt es Spinat mit Sesam. Zusammen mit dem Shôga-Gohan, Aubergine in Miso, Konnyaku und Yaki-Tamago (und vielleicht sogar dem Kirschblütentee) habt ihr damit schon mal ein mögliches Komplettmenü für einen japanischen Abend (oder Mittag). :)

Spinat mit Sesam - Hourensou Goma-ae

Zutaten:
- frischer Blattspinat (also auf jeden Fall mit ohne “Blub”)
- Sojasoße
- gestoßener Sesam
- Zucker

Als erstes muss natürlich der Spinat gekocht werden. Das funktioniert eigentlich genauso wie beim Udon-Rezept. Einfacher ist es, wenn man den Spinat nicht komplett mit einem Mal in den Topf schmeißt, sondern immer nur soviel, wie man im Blick hat. Zusammenfallen lassen, abschöpfen (am besten mit einer Kelle mit Löchern - ich hab nur sowas leider nicht ^-^;) und anderweitig unterbringen.

Spinat Kochen 1Spinat Kochen 2Spinat Kochen 3Spinat Kochen 4

Sinnvoll ist es, ein Sieb in einen Topf/eine Schüssel mit kaltem Wasser zu legen, damit der Spinat gleich abgeschreckt (und nicht matschig) wird.

Spinat Kochen 5Spinat Kochen 6

Dann abspülen und Wasser gut (!!!) auspressen. Das braucht Kraft und Zeit, ist aber sehr wichtig - also nicht einfach den Schritt auslassen!

Spinat Abwaschen 1Spinat Abwaschen 2Spinat Abwaschen 3

Als nächstes den ausgewrungenen Spinat ein wenig auseinanderziehen - schließlich soll das Ergebnis keine in Sesam getunkten Klumpen sein. ^-^;

Ausgedrückter SpinatSpinat auseinander ziehen

Als nächstes den gestoßenen Sesam, Sojasoße und Zucker (versucht’s für den Anfang mit 1-2 EL Sojasoße und 1 TL Zucker und schmeckt dann ab - wenn es zu trocken oder ölig ist, muss mehr Sojasoße ran) reinkippen und unterrühren. Sinnvollerweise malträtiert man den Spinat mit langen Kochstäbchen, weil sich das ganze dann weniger verfängt als zum Beispiel in einer Gabel.

Sesam und Zucker hinzugebenSojasoße drüberAlles gut mischen

Guten Appetit! :) 

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Autor: Simon

Eigentlich sollte man wohl Empfehlungen plocken - schaut dieses J-Drama, schaut jenes Anime. Aber manchmal möchte man sein Leid auch einfach nur teilen. So wie ich jetzt. ^-^;

Keitai Sousakan 7

Production I.G., das Studio hinter Toshokan Sensô und Ghost Hound (und natürlich vielen anderen - aber über die habsch hier nicht geschrieben :P), hat uns diesen Frühling keinen lustigen Action-Anime der Marke platt zu bieten. Warum? Ihre ganze Kraft und Energie haben sie in Keitai Sousakan 7 gesteckt, ein J-Drama. Den Über-Regisseur spielt Miike Takashi (Wiki-Link), den man wohl als Macher hinter Ichi the Killer oder Izo kennen dürfte. Spannenderweise soll selbst Mamoru Oshii (Wiki-Eintrag, Werksliste) daran mitwerkeln. Super. Minus 120% Sympathie für den Genialo-Regisseur. Und Minus 300 Karma-Punkte für I.G. -_-

Das Anti-Handy Nr. 7

Ich würde gern sagen, man merkt den Anime-Einschlag. Doch eigentlich waren Anime zuletzt in den 80gern dermaßen hirnlos. Mein wahres Problem ist dabei wahrscheinlich weniger die Action und der durchaus quirkige Humor, als dieser hässliche kleine Strunzjunge und diese Anti-Handys. Das Nightrider Auto war zumindest noch schwarz und sexy - die Keitai (egal ob goody-goody 7 oder Black-Beauty) sind einfach nur … bäh. Und sie laufen.

Kaito - Mulder auf Japanisch

Emo-Loli mit Kaputze

Einigermaßen wett machen das ganze Kaito, eine wirklich niedliche Mulder-Parodie (”Es war ein Alien!”), und des Helden kleine Emo-Schwester (Kaputzenhemd *yeah*). Minirock und Weiß-Weste (seh ich aus, als hätt’ ich mir deren Namen gemerkt?) sind Fanservice pur. Nackte Beine und überschäumende Männlichkeit jetzt endlich auch für Drama-Gucker. Yeehar. Wer weniger Probleme mit 0815-Plots als Ausrede für dumpfe (und nicht besonders schöne) CGI-Action hat, der mag die 51-Serie vielleicht trotzdem. Ich befriedige mein Bedürftnis nach Techno-Babble und Action lieber mit Real Drive.

Wer braucht Story, wenn er Fanservice hat

Ein echter Mann bringt sein Phallussymbol gleich mit




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Autor: Simon

Während selbst die Postfascisti langsam aus dem Sumpf des Machismo hervorgekrochen kommen und mittlerweile eine Frau (naja, auf jedenfall ist sie so weiblich, wie Kohl männlich war :P) Deutschland regiert, verstecken sich die Kimonoträger Japans immer noch hinterm heimischen Herd. Den subjektiven Eintrug bestätigte jetzt die GEM (Gender Empowerment Measure) Rangliste: Kirschblütenland liegt auf Platz 54 - hinter den Vereinigten Emiraten und Vietnam. Na kampai, dann!

Eigentlich bleibt dazu nicht mehr viel zu sagen. 2005 waren gerade mal 1,7% der Regierungsbeamten mit einem Buchô-Posten (ungefähr: Abteilungsleiter) oder höher, die weiblichen Geschlechts waren. Dabei verhält es sich wie Sauerstoff und hohe Berge: Je höher, desto geringer der Anteil. 2003 gab es in der Anime-Industrie eine führende Frau. Und das schöne: In den letzten 8 Jahren, seit die Regierung in Tokio große und baldige Veränderungen angekündigt hatte, ist es nicht besser, sondern schlechter geworden. 2003 stand Japan immerhin noch auf Platz 43. Dabei kann ich den so vermittelten Eindruck nur bestätigen: Höre ich mich unter weiblichen Japanerinnern um, so wird in den seltensten Fällen an Karriere gedacht. Meist soll es eine nette Position im Bereich Lehre oder etwa als OL sein - etwas, was man zwischendurch (für’s Kinderkriegen) mal kurz pausieren oder auch reinen Gewissen ganz aufgeben kann. Wenn ich daran denke, was da für Talente für immer hinterm heimischen Herd verschwinden, wird mir schlecht. Zur Verteidigung meines geliebten Inselstaates muss ich allerdings sagen, dass es sich als Frau in Japan garantiert besser lebt als in Arabien, Kopftuch hin oder her. Und Vietnam kann wohl auch kaum das Paradies auf Erden sein, wenn sich deren Frauen an deutsche Männer verheiraten lassen und damit auch noch ernsthaft glücklich sind. Aber ich schweife ab. ^-^;

Japanische Firmen haben übrigens auch in Deutschland kein Problem damit, ihre Ansichten ganz klar kund zu tun, wie z.B. folgender Aushang in meiner Japanologie zeigt:
————-
A Japanese newspaper company is looking for a male assistant who speaks
fluent English. If you are interested in that, call or send us an email.
The Sankei Shimbun. Berlin bureau
[Telefonnummer, E-Mail]
————-
Also: Eine japanische Zeitungsfirma sucht nach einem männlichen Assistenten, der fließend Englisch spricht.

Mich würd’ mal interessieren, wieso und v.a. wie (prinzipiell ist so etwas illegal). Naja, vielleicht werd’ ich die Tage ja erleuchtet. ^-^;;;

Quelle: Japan Times, Schwarzes Brett


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Autor: Simon

In Japan ist die Kirschblüten- und Hanami-Zeit vorbei, bei uns fängt sie gerade erst an. Doch Kirschblüten muss man sich nicht nur von weitem anschaun und dabei Bier einschütten - nein, man kann auch die Kirschblüten selbst trinken. Hier ein “Rezept“:

Sakura Tee

Zuerst müsst ihr natürlich ein paar Kirschblüten einsammeln - ob ihr pflückt oder am Boden liegendes auflest, ist dabei unerheblich. Es gibt mehrere Arten von Kirschblüten, doch dieses Rezept funktioniert mit allen.

Sakura einsammeln

Die Blüten müsst ihr mit reichlich Salz bestreuen und circa einen Tag ignorieren.

Sakura mit Salz trocknen lassen

Dann pro Tasse 1-2 Blüten mit heißem Wasser erschrecken und ein wenig warten. Sinnvoll ist es, den Tee noch einmal durch ein Sieb zu kippen, denn die abgebrühte Kirschblüte selbst schmeckt nur bedingt.

Sakura abgießen

Fertig ist der Tee:

Sakura fertiger Tee

Ich muss allerdings gestehen, dass ich eher Genmaicha Trinker bin und so hab ich die Salzblüten zu Katzenfutter umfunktioniert. :3

Sakura als Katzenfutter

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Autor: Simon

Nach langem Hü und Hott ist in Japan nun Li Yings Doku zum Yasukuni Schrein, die uns bereits auf der Berlinale von einem der “beliebtesten” japanischen Dilemma erzählte, im Kino angelaufen.

In Shibuya, Tokio (dem anderen “coolen” Viertel neben Shinjuku), besuchten hunderte die erste Vorstellung. Ganz Tokio schien da zu sein - nur die Rechten, die blieben weg. Das ist doch mal was. Der Film läuft 8-mal täglich auf zwei Leinwänden - auf einer sogar englisch untertitelt. Damit dürfte offensichtlich sein, welches eine der Hauptzielgruppen der Vorführungen sind. :P Bei allem nicht vorhandenen Nationalstolz scheinen die interviewten Zuschauer sich weniger kritisiert, denn in ihrer friedlichen Grundeinstellung bestätigt zu fühlen. Das hie und da ein paar Nationalisten dazwischenkeilen, darf man wohl ähnlich werten, wie die gelegentlichen Ausbrüche des Vertriebenenbundes. Die können ihre Nationalhymne singen, traditionelles Neujahr feiern und sich gegenseitig erzählen, dass früher alles besser war. Besorgniserregender ist da eher der Umstand, dass die Jungschen sich für die Geschehnisse (egal ob Japan dabei positiv oder negativ dasteht) immer weniger interessieren. Aber damit ham wa hier auch zu kämpfen.

Der Yasukuni, der abgesehen von seinen Kirschblüten und seinem Park, auch für die Verehrung von Kriegsverbrechern berühmt ist (lest bitte den entsprechenden Einleitungsartikel, um die Hintergründe zu verstehen), ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen Japan und seinen asiatischen Nachbarn. Ansonsten habe ich langsam auch die Nase voll vom Thema - ich hatt’ halt damit angefangen und wollte die News dann auch bis zum Ende verfolgen. ^-^; Von jetzt an heißt’s: Auf zu neuen Kontroversen, Nachrichten und schönen Reisetipps! :)

Zum Hick ums Zeigen und nicht Zeigen, s. Yasukuni Doku in Japan und Yasukuni Doku in Japan die Zweite.

Quelle: Japan Times

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Autor: Simon

Über das Yukimatsuri in Sapporo habe ich jetzt zur Genüge berichtet und da gleich bald die Golden Week da ist und die Kirschblüten schon wieder hinüber, werde ich mit diesem kleinen Bericht den diesjährigen Winter endgültig begraben. Dafür lohnt sich dieser kleine Ausflug in die Kleinstadt nördlich Sapporos. Versprochen. :)

Otaru Yuki Akari no Michi

Während Sapporos Schneefest jährlich Millionen Touris nach Hokkaidô bringt, ihnen tausende Statuen aus dutzenden Ländern vorführt und mittlerweile ein halbes Jahrhundert Jubel und Trubel hinter sich hat, gibt sich Otaru da sehr bescheiden. Seit 1998 gibt es das putzige kleine Festival im Hafenstädtchen Otaru mit seinen etwas mehr als 100.000 Einwohnern (hier die offizielle HP). Um die Jahrhundertwende (also um 1900, ne ^-^;) wurde aus der gleichnamigen Ainu Siedlung eine Hafenstadt, welche mit ihren Fischereibetrieben besonders in der ersten Jahrhunderthälfte ein großes Wachstum erlebte. Die Nähe zu Russland wirkte sich zwischendrin mal weniger günstig auf die wirtschaftliche Entwicklung aus, ist heute jedoch wieder ein Vorteil (sieht man von lärmenden Russen in traditionell ruhigeren japanischen Bädern mal ab). Animefans mag der Ort außerdem noch aus Saishû Heiki Kanojo bekannt sein. Neben einigen überdachten Shopping-Arkaden (diese florieren irgendwie vor allem auf Shikoku, Kyûshu und Hokkaidô - frag mich mal einer, warum o_O?), einem süßen Heimatmuseum und vor allem einer Spieluhren-Werkstatt mit dem dazugehörigen Museum, sind es die Kanäle, die Otaru (einigermaßen) berühmt machen. Beim örtlichen Ableger des Yukimatsuri werden dann auch prompt diese Kanäle erleuchtet. Neben kleineren Lichtskulpturen, Kerzen und den Gaslaternen, geben mehrere hundert Kerzen auf dem vereisten Wasser dem winterlichen Otaru eine O-Bon-Fest-artige Atmosphäre. Außerdem gibt es noch kleine Schneeiglus wie beim Kamakura-Fest. Da ich nicht viel mehr sinnvolles zu sagen hab, hier die Fotos:



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