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Autor: Simon

Vielen Dank an Tokio Oshima, der mich im Kommentar zu meinem Neujahrsgruß darauf hinwies. Es gab ein Sendung mit der Maus Bericht über Japan. Hier mal das ganze gesammelt für alle zum Anschauen.

Mist, sich beim Lachen die Hand vor den Mund halten ist japanisch? Oh, heilger Tezuka-o-mikami, ich wurde vollständig assimiliert! T-T

Yamanote != U-Bahn!!! Bei den japanischen Schriftzeichen haben sie die Hiragana vergessen. (An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass ich immer noch Probleme hab, die Schriftzeichen hier alle einwandfrei darzustellen. Eigentlich wollte ich ne Serie mit Sinnsprüchen und Co. machen, aber in Roma-ji macht das wenig Sinn. Auf das Ausmachen von Hinweisen und Methoden ist eine Belohnung ausgesetzt von einer ganzen halben Tafel Tofu-Schokki.) Aber egal. Ich bin fasziniert bis begeistert. Statt den ganzen Klischee-Mist runterzubeten, ist das Team mit einer Familie unterwegs gewesen, hat eine Schule besucht und den japanischen Alltag ein wenig dargestellt. Japanische Kultur in der Praxis, fernab von Kimono, Samurai und ähnlichem Gedöns. Bravo.

Ich hab mich auch gefreut, dass die Nudelsuppen und Klos erwähnt haben. Aber sagt mal: Keine Servietten in japanischen Restaurants? Ich mein, normalerweise bekommt man doch auch noch sein o-Shibori, also nen heiß-feuchtes (ja, Freud euch über meine Ausdrucksweise) Tuch dazu. Und Serviettenhalter mit Papierfetzchen stehen doch mittlerweile auch überall rum. Wo war der? Shikoku? o_O

Ich habe jetzt auch nichts mit Stempeln gesehen, die Tokio erwähnt hatte. o_O Dafür war nen süßer Bericht über Japanisch als Fremdsprache als verwandtes Video verlinkt. Auf Japanisch, mit nem Schüler namens Simon. Sympa-Punkte: 11 von 10. :>

Der Typ sieht irgendwie aus wie Ewan McGregor. Ich mag den. Ich schau mir ab jetzt immer Sendung mit der Maus an. Is ein bisschen wie diese zwei sexy Jungs und das süße Mädel bei Disney Club früher. Die wissen, wie man auch die großen Brüder und Schwestern vor die Kiste bekommt.    [...mehr]


Autor: Simon

Am Neujahrstag ist es in Japan Sitte, einen Schrein heimzusuchen, das sogenannte “Hatsumôde” - und was eignet sich da besser, als der Meiji-Schrein? Immerhin kann man danach gleich in Harajuku shoppen gehen. ;) Hier eine kleine Vorstellung. Und ja, ich nutze grad den Anlass schamlos aus, um euch relativ grundlos nach dem Yasukuni einfach noch ein paar Schreinfotos anzudrehen. :P

Der Meiji-Schrein wurde 1915-20 im Gedenken an den verstorbenen Meiji-Tennô errichtet. Wie so ziemlich alles andere auch, wurde der Schrein natürlich im zweiten Weltkrieg zerstört, konnte aber dank der tatkräftigen Unterstützung tausender Freiwilliger 1958 wieder sein Torii zu öffnen. Dies könnt ihr übrigens wörtlich nehmen, denn im Gegensatz zu so manchem Minischrein wird der Meiji-Schrein des Nachtens wie’s sich gehört abgesperrt, damit die Götter und Geister in Frieden durch den Wald spuken können . (Manch einmal geriet ich in Versuchung, nachts über den Zaun zu klettern - vielleicht spukt ja der alte Meiji höchstselbst durch’s Gestrüpp.) Und wie ihr auf dem Foto seht, gibt es davon reichlich (Wald, nicht Götter - wobei das wohl eine Glaubensfrage ist):

Der Eingang zum Meiji-Schrein komplett mit posierenden Touristen.

Insgesamt machen sich auf dem 700.000 m² großem Gelände über 120.000 Bäume breit, die von der hilfsbereiten Bevölkerung gespendet wurden. Der heutige Meiji-Schrein ist also wortwörtlich vom japanischen Volk für das japanische Volk erbaut worden. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Japaner so an dem Waldgelände mit seinen paar Holzhütten und den sterblichen Überresten eines Ex-Herrschers hängen. Vielleicht ist es aber auch der Umstand, dass man mit dem Durchschreiten des Haupttoriis der Großstadt für ein paar kostbare Minuten entfliehen kann. Der Verkehrslärm ist nicht mehr zu hören und die Bäume so hoch, dass man keine Hochhäuser mehr sieht. Leider wird die Idylle durch scharenweise Touristen gestört - beschweren kann man sich natürlich nicht, da man ja selbst einer ist. ^-^;

Der äußere Schrein.

Neben der weitläufigen Parkanlage und dem Gedenkmuseum (das bis jetzt immer geschlossen hatte, wenn ich da war - und das war relativ häufig) verbirgt sich im Wald hinterm Torii natürlich noch ein Schrein-Hauptgelände. Zu den vornehmlich aus Holz und Kupferziegeln geschnitzten Gebäuden zählen der Hauptschrein (im Nagerezukuru Baustil), die Gebetshalle (in dem Meiji-Kaiserpaar besungen wird), der innere und äußere Schrein, sowie die Schatzkammer und die heilige Küche, in der Opfergaben in Form von Speisen zubereitet werden.

Was ein Schrein ist, wo der Unterschied zum Tempel liegt und was das ganze eigentlich soll, werde ich euch übrigens nicht erklären, sondern verweise euch einfach mal auf die Seite von Bernhard Scheid. Außerdem gibt es ein paar filmische Aufnahmen vom Meiji-Schrein bei der Sendung mit der Maus Doku und Danny Choo hat ein paar hübsche Fotos von seinem Hatsumoude auf sein Plock gestellt. Viel Spaß damit.

Meiji Schrein Tor

Der Meiji Schrein liegt übrigens im Stadtbezirk Shibuya, gleich um die Ecke von der JR Yamanote Station Harajuku. Wenn man das Schreingelände betritt lässt man dementsprechend nicht nur die Großstadt, sondern auch die wuselnden Horden von Shibuya-Girls, Möchtegern-Rockern und Goth-Kiddies hinter sich, die die Brücke und die Straßen davor so amüsant interessant machen.

Eigentlich gibt es natürlich noch viel mehr über das japanische Neujahr zu sagen, nur hab ich dank der Einscann-Aktion keinen Bock mehr auf Fotos momentan. Demnächst, die Tage, gibt es noch was zum Besuch zum Kaiser (das hätte eigentlich an den 1. Januar gehört, aber egal) und was zum Neujahrsfest generell.    [...mehr]


Autor: Simon

Ein Frohes Neues euch allen!

Da das Neujahr ein so wichtiges Fest bei den Japanern ist, folgen an dieser Stelle natürlich noch ein paar Fotos und und ein bisschen kulturell hintergründiges Geplapper. Leider hatte ich früher keine Digitalkamera und muss deswegen erst mal Fotos einscannen. Aber jetzt gönne ich mir erst mal einen Kaffee und versuch die Augenringe zu vertreiben, also gibt es bis heute abend erst mal nur diesen hier:

kingashinnen

Ich habe mal eben ein selbstgebasteltes Kurumi-e (dazu schreibe ich vielleicht auch noch mal irgendwann was) eingescannt und einen traditionellen Neujahrsgruß draufgeschrieben. Wer wissen will, wie man das ganze liest, muss das Bild anklicken und sich den Kommentar anschauen. :)

In Japan schickt man sich zu Neujahr - und eigentlich zu so ziemlich jedem anderen Anlass auch :P - Karten mit Grüßen und Glückwünschen. Eigentlich wurden die immer so verschickt, dass sie am 1.1. ankommen sollten, doch seit es das Internet gibt, scheint mir alles ein wenig durcheinander geraten zu sein.    [...mehr]


Autor: Simon

Von teuren japanischen Melonen, wie der Yubari, habt ihr alle schon mal gehört. In Japan ist es Sitte, zum Sommer Verwandten und Freunden fruchtige Geschenke zu machen - und die kosten dann. Hier nochmal ein selbstgeschossenes Beweisfoto für alle, die noch nicht haben oder noch mal wollen (das Label sagt 23.000 Yen - das sind ca. 180 Euro; ja es gibt noch teurere Melonen):

Melonen Japan

Allerdings sind in Japan nicht nur Melonen teuer. Ihrer Geldverschwendersucht haben die Japaner z.B. gerade mit einer platinbesetzten Torte gefröhnt. Auch Haustiere sind schweine- bzw. eigentlich hundeteuer. Das Kätzchen hier ist mit seinen 700 Euro noch ein wahres Schnäppchen (über die Behandlung von Tieren in japanischen Zoohandlungen möchte ich mich an dieser Stelle nicht aufregen):

teure katze

Das ganze ist natürlich ein wenig übertrieben. Otto-normal-Japaner kauft keine Platintorten, verschenkt solcher Melonen vielleicht einmal im Jahr (wenn überhaupt) und streichelt lieber die zahlreichen Straßenkatzen, als sich selbst eine zu holen. Im Supermarkt gibt es Lebensmittel - ob nun Melonen oder nicht (na gut, vielleicht keine eckigen) - wesentlich günstiger. Hier mal ebenso hübsch eingepacktes Obst, zu relativ humanen Preisen.

billige Melonen

Die Melone gibt es schon für 8 Euro, das ganze Sommerobstset für schlappe 30. Was? Das ist immer noch zu teuer?
Natürlich besteht auch in Japan die Möglichkeit, vom Bauern zu kaufen (wenn man nicht grad mitten in Tokio wohnt), oder in einen billigen Großhandel zu gehen. Außerdem tendieren Supermärkte gen Ladenschluss dazu, Obst, Bentôboxen, Mochi und ähnliche Frischware immer billiger zu machen. Am allergünstigsten ist allerdings immer noch die Variante “100 Yen Shop” - also 1 Euro (bzw. eigentlich 60-70 Cent) Läden. Für Lebensmittel gibt es da den Shop99. Hier bekommt man zwar keine ganzen Melonen für 100 Yen, aber schon ziemlich große Stücken, die den Fruchthunger erst einmal stillen sollten. (Man kann sich ja vorher eine komplette Packung Spaghetti oder sonstige Nudeln für 100 Yen hinterhelfen - dann reicht’s auf jeden Fall.) Leckeres Eis gibt es dort übrigens auch für besagte 100 Yen.

Variante 100 Shop Teil zwei - für nicht Lebensmittel - hört v.a. auf den Namen Daisô:

daisou außen

Daisô ist die größte 100 Yen-Laden-Kette in Japan und auch international tätig. Vertrieben wird eigentlich alles, was man in irgendeiner Form noch halbwegs tragen kann (also keine Autos oder Fahrräder, aber Kuscheltiere, Bücher, CDs und allerlei Küchengerät schon). Man bekommt neben Lippenstiften, Unterhosen, Buntstiften, Sprachkursen, klassischer Literatur, Pfannen, Gläsern, Kunstpflanzen, Japantusche, Regenschirmen und Co. auch verschiedenstes Garten- und Bentôzubehör. Dies macht natürlich v.a. für uns Wessis einen Großteil des Daisô Reizes aus.

daisou innen

Einige Gegenstände kosten auch mehr als 100 Yen, so dass es auch 200er oder 300er Packs und damit “wertvolles” bzw. qualitativ hochwertigeres gibt. Wer am Ende der mehrstöckigen Einkaufstour trotzdem noch eine Münze übrig hat, kann in größeren Daisôs auch noch gleich ein Purikura machen lassen. Hier noch ein Foto von einem Daisô Goodie:

daisou uhr

Die Uhr läuft nach über zwei Jahren immer noch einwandfrei. Hat auch nur 100 Yen gekostet (erstanden in einem Daisô in äh *im Album blätter* Ôtsu, direkt im JR Bahnhof, nettes Kaff das), und gab’s in mehreren Farben, die ich auch alle gekauft hab. Pink ist allerdings der King of Billiguhren. Pink rulez!!! :)

Bevor ihr jetzt komplett verzweifelt: Daisô gibt es mittlerweile auch in Europa. Ja, richtig gehört. Hier bei uns. Naja, fast zumindest. In London hat sich Daisô mit dem Japan Center zusammengeschlossen und um die Ecke am Piccadilly Circus die europäischen Pforten aufgemacht. Hier ne entsprechende Newsmeldung von Breitbart und ein netter Plock-Eintrag auf Just Hungry.    [...mehr]


Autor: Simon

Für diejenigen unter euch, die der englischen Sprache mächtig sind (die anderen lernen es bitte, is nicht schwer), gibt es im Netz allerlei nette Magazine und Zeitungen zu Japan. The Japan Times ist eines der bekannteren Projekte und (eigentlich ursprünglicherweise) auch als Printvariante erhältlich. Nun ist die Schreiberschaft dieses Magazins für die japanische Regierungs in die Bresche gesprungen und stellt seit einem halben Jahr dem Online Magazin Highlighting Japan Inhalte zur Verfügung.

Von Highlighting Japan gibt es zwei Varianten, einmal das storylastigere “through stories”, wofür sich wie eben erwähnt die Japan Times Journalisten verantwortlich zeigen und die Variante “through images”, welches… naja… mehr Bilder hat.

Highlighting Japan mit Index

Auf der Homepage hat man sämtliche bisherigen Ausgaben zur Auswahl und kann diese in dem oben abgebildetenen Online-Reader direkt lesen. Links hat’s einen Index mit Schnell-Links auf die einzelnen Artikel. Ausdrucken kann man das ganze auch - am besten auf Hochglanzpapier mit einem Canon Fotodrucker (einem von denen, wo man nur Originalpatronen verwenden kann). Damit es auch richtig Sinn macht, dass man das Magazin umsonst bekommt. *ahem*

Highlighting Japan: Inhalt der neuesten Ausgabe

Das ganze ist aufgebaut wie ein normales Magazin, durch das man Blättern kann. Ein dermaßen hübsches Layout und Aufmachung sind unter umsonst erhältlichen Magazinen ziemlich selten. Natürlich sind die Ladezeiten ein wenig… traurig. Aber irgendeinen Preis muss man halt zahlen. Ich muss gestehen, dass ich als allererstes mal den Meido-Artikel (also Akihabara Culture) angeschaut hab. Vielleicht schreib ich dazu demnächst noch was. Ich fühlte mich irgendwie persönlich angesprochen. ^-^;;;

Highlighting Japan - Meidos in Akihabara

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Autor: Simon

Nachdem ich letzte Woche etwas zum Yasukuni Schrein geschrieben habe, jetzt ein kurzer Blick auf die wahren Gründe der Beliebtheit desselben: Wagt man sich schräg links am Kriegsverbrecher-Verehr-Museum vorbei, kommt man zu einem süßen kleinen japanischen Garten. Das besonders Nette: Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Parks (d.h. alles, was aus mehr als zwei Bäumen und ner Parkbank besteht), ist der Garten am Yasukuni Schrein umsonst. Yippie.

Jetzt mal unkommentierterweise ein paar Schnappschüsse von afair Anno 2004 (wie schon immer und überhaupt klickt’s auf die Bilder für mehr und größer - wenn des bei euch irgendwie nicht funktionieren sollte, sagt ruhig Bescheid, sonst benutz ich des lustig weiter):

Yasukuni ParkYasukuni Park3Yasukuni Park2Yasukuni Park4Yasukuni Park5Yasukuni Park6

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Autor: Simon

Nachdem man “A” sagt, muss man auch “B” sagen. Da ich nun mit dem Link auf den Arte-Beitrag zum japanischen Einfall in Nanking offenbar einigen einen Grund zur Entrüstung geliefert habe, möchte ich heute mal ein wenig etwas über “die Verehrung von Kriegsverbrechern in Japan” bzw. (damit wir danach nicht alle an Depressionen leiden) über den Schrein, wo das ganze Stadtfindet: Der Yasukuni Schrein, im Chiyoda-Bezirk von Tokio (offizielle englische HP hier).

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Den Schrein ließ der Meiji Tennô 1869 im Gedenken an die Opfer des Boshin Krieges, der effektiv das Ende des Shogunats (Edo Zeit, Tokugawa, schon mal gehört?) und die Wiedererstarkung des Kaisertums in Japan einleutete, errichten. Verehrt werden hier alle, die im Namen des Kaisers (Tennô) gefallen sind, sprich zunächst einmal sämtliche Soldaten, Zivile und Co., die in einem japanischen Krieg umgekommen sind. Dazu gehören nun logischerweise auch die Opfer (bzw. Täter) des zweiten Weltkrieges. Im Übrigen werden auch für Japan gefallene Chinesen (Taiwanesen) und Koreaner verehrt, die z.B. nach der Übernahme ihrer Gebiete für’s Reich an die Waffen mussten. Unter den rund 2,5 Mio Seelen, die im Schrein spuken, sind jedoch auch mehr als 1000 Kriegsverbrecher und davon 12 verurteilte der Kategorie A (sprich: die wirklich harten Fälle, in Sinne von “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”). Und damit sind wir auch schon zum Herz des Problems vorgestoßen. Selbst die Japaner sind sich relativ uneins darüber, ob nun zusammen mit den zum Kamikaze-Selbstmord gezwungenen Soldaten diejenigen, die sie erst in die Flugzeuge setzen verehrt werden sollten. Was die Koreaner und Chinesen denken, sollte wohl jedem, der das Arte-Video angeschaut hat, klar sein: Nix. Jedesmal, wenn ein japanischer Politiker auch nur einen Kaffee im Tully’s schräg gegenüber trinkt, hagelt es offizielle Proteste.

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Dabei können einem die Japaner eigentlich Leid tun. Shintoistischen Vorstellungen gemäß können sie nämlich eigentlich gar nicht anders, als gerade die Kriegsverbrecher anzubeten. Kommt nämlich jemand gegen seinen Willen ums Leben (ob nun durch Krieg oder sonstige Fälle von Mord und Totschlag), wird sein Geist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Lebenden heimsuchen und allerlei Unglück über’s Land bringen. Es sei denn, man besänftigt und verehrt ihn/sie, natürlich. Sind einem die Geister und Seelen der Ahnen dann wohlgesonnen, bedeutet dies natürlich im Gegenteil Glück und Wohlstand für’s Land. Aus dem selben Grund wird z.B. auch Michizane, der durch den Komplott seiner Rivalen aus der Hauptstadt Kioto ins abgelegene Dazaifu bei Hakata verbannt wurde, seit Jahrhunderten als Gott der Weisheit verehrt. Das Programm schlägt sich übrigens auch im Namen des Schreins wieder, denn der Yasukuni, wie er vom alten Meiji höchstselbst getauft wurde, ist der Schrein zur “Befriedung/Besänftigung des Landes”. Ich hoffe, ihr könnt jetzt selbst eins und eins zusammenzählen.
Warum viele Japaner trotzdem gegen die Würdigung von Kriegsverbrechern sind? Nun, der Durchschnitts-Japaner ist ungefähr genauso shintoistisch, wie nen Preuße christlich.

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Soweit zur religiösen Seite. Die politische sieht ein wenig anders aus. Leider weisen die Broschüren, die im zugehörigen Museum über den zweiten Weltkrieg verteilt werden, geschichts-revisorische Züge auf. Da wird dann erzählt, dass der Krieg ja notwendig war, um für das Wohlergehen Asiens zu kämpfen. Ja, Koreaner sehen das anders. Taiwanesen im Übrigen teilweise nicht. Die jährlichen Besuche des Prämierministers Koizumi von 2001 bis 2006 werden wohl auch weniger religiös geprägt gewesen sein. Oder doch? Wollte er bei seinen Vorfahren um den Schutz des Landes beten? Wer weiß. Der Tennô, seines Zeichens Überboss der einheimischen Kami (Geister, Götter und alle, die es werden wollen), zumindest scheint sich entschieden zu haben: Der Shôwa Tennô setzte ab 1978 nie wieder einen Fuß in den Schrein und auch sein Sohn, der jetzige Heisei Tennô, ward noch nicht im Yasukuni gesehen. Zumindest nicht offiziell.    [...mehr]


Autor: Simon

Arte hat einen Bericht über den Einfall der japanischen Armee während des zweiten Weltkrieges gesendet. Ich möchte damit weniger eine Diskussion auslösen, als darauf hinweisen, dass man sich den Bericht auf der Arte HP nur noch bis Mittwoch anschauen kann. Interessant sollte es eigentlich sein.    [...mehr]


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