» Wirtschaft&Gesellschaft

Autor: Florian

Die Faszination für Japan reicht nicht nur in den privaten Bereich hinein, sondern äußerst sich auch in dem Interesse sich beruflich neu zu orientieren. Dass dies kein einfaches Unterfangen ist, kann sich ein jeder vorstellen. Trotz allen Interesses für die japanische Kultur dürfte ein Leben in selbiger eine schwierige und von vielen misstrauisch beäugte Unternehmung sein.

Vorausgesetzt man hat bereits eine Anstellung gefunden, kann man nicht sofort mit dem Hausbau beginnen. Wie in vielen Großstädten im asiatischen Raum herrscht auch in Japan ein Mangel an günstigen und bezahlbaren Wohnraum, wohingegen Gewerbeimmobilien günstig zu erhalten sind. In Metropolen wie Tokio bewegen sich Mietpreise in den citynahen Regionen in astronomischen Höhen, so dass diese mit einem durchschnittlichen Gehalt kaum zu bezahlen sind. Angesichts dieser Preise wäre es schon fast eine Überlegung wert, sich in Japan eine dauerhafte Auslandsimmobilie zuzulegen. In welcher Form, müsste man je nach Standort überlegen. In Tokio wäre es ratsam, seine Investition in eine Wohnung im Innenstadtbereich zu stecken, da hier langfristig die größte Renditechance besteht. Lebt und arbeitet man in einer ländlich geprägten Region Japans, ist ein wunderschönes japanisches Haus eine lohnenswerte Alternative.

Typische Wohnweisen lassen sich hier näher betrachten.    [...mehr]


Autor: Simon

Oder zumindest können sie öfters. Schenkt man dem japanischen Online Magazin R25 Glauben (hier der entsprechende Artikel), sind die meisten Blogs der Welt in japanischer Sprache verfasst!

Zwar sind laut der UN ungefähr 80% aller Internetinhalte auf Englisch verfasst (und ja, ich zusammenfass-übersetze jetzt grad nur den japanischen Artikel :P), doch haben sich die Japaner beim Blogger-Kuchen ganze 37% abschneiden können. Man muss dazu sagen, dass diese Zahlen das Jahr 2006 betreffen - oh, und davon auch nur das vierte Quartel, *hm* und Englisch folgt mit 36% Prozent unserem liebsten Linguisten-Foltermittel auf dem Fuß. Trotzdem ist dies natürlich beeindruckend. Der liebe Herr von und zu Altfluss von SHOOTI (nein! Die stellen offenbar Blog-Artikel u.ä. vor) führt dies sogleich darauf zurück, dass Japan ja eine Tagebuch Kultur sei. Wie schön, dass ich auch einen Nikki Tag im diesem meinem Plock habe. Macht mich das zum Japaner?

Wie dem auch sei, sind rund 80% aller japanischer Blogs Tagebücher, während europäische Blogs eher auf amateur-journalistische Art und Weise die News wiederkäuen (also das, was ich grad hier mache :P). Dies würde gut zum japanischen Charakter passen, denn Japaner möchten zwar einerseits nichts von sich preisgeben, sich aber andererseits gerne mitteilen. Aus dem gleichen Grund sollen Japaner auch immer so fleißig Leserbriefe geschrieben haben (ich glaube, es liest wohl eher daran, dass die vorgedruckten Postkarten in Japan umsonst verschickt werden können und man dafür auch noch nette Preise einheimsen kann). Perfekt für das Internet, welches jedermanns Privatsphäre auf ein Millionenpublikum erweitert und einem ermöglicht, seine Anonymität genau soweit aufzugeben, wie man möchte. Ein weiterer Grund für den Posting-Wahn der Japaner sei auch die Verbreitung von mobilen Blogs, als jenen, die via Handy befüllt werden. Damit lässt sich prima die dreistündige Bahnfahrt zu Schule oder Arbeit überbrücken.

Japanisch die neue Weltsprache! Deutsch taucht in der Statistik übrigens gar nicht erst auf. Auch sehr schön. ^-^; Immerhin sind wir bei den Wikipedia Einträgen ganz vorn mit dabei.    [...mehr]


Autor: Simon

Tokio ist nicht nur Asiens wichtigste Metropole (falls sich jemand noch an den Plock Eintrag vom 4. Januar erinnern möge), sondern auch die größte. Und zwar nicht nur von Asien, sondern gleich von der ganzen Welt. Nicht kleckern, klotzen.

Wie uns der Spreeathlet im Kommentar zum Shinjuku Artikel informierte, soll die chinesische Stadt Chongging ja nunmehr die größte Stadt der Welt sein. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass die Stadtverwaltung dort grad mal eben die Stadtgrenzen neu gezogen hat. ^-^; Mit ein bisschen über 30 Mio - evtl. sogar 35, ist es allerdings sowieso kleiner als der Großraum Tokio. Man mag zwar (besonders ick als Berliner, wo es soetwas wie einen Großraum gar nicht gibt) nun darauf hinweisen, dass Großräume nicht so richtig zählen, nur kann man in Japan bei Yokohama, Chiba und vor allem Orten wie Kawasaki wirklich nur bedingt von eigenständigen Städten sprechen. Tokio hat schlicht keine andere Möglichkeit, als auszuufern und die anderen Städte “aufzufressen”.    [...mehr]


Autor: Simon

Auf nimmer Wiedersehen HD DVD?

Die Ankündigung, Toshiba würde über einen Wechsel weg vom HD DVD zum BR Format wechseln, habe ich vor mittlerweile einer Woche im U-Bahn TV gesehen. Mir ist balder das Pausenbrot aus dem Mund gefallen - immerhin hatten wir uns hier grad erst darüber unterhalten. Jetzt wurde der Entschluss, bis Ende März die Produktion von HD DVDs einzustellen, offiziell bekannt gegeben - hier ein englisch sprachiger Mainichi Artikel.Damit wird meine einzige HD Scheibe wohl als einsame alte Jungfer enden müssen, da hilft auch ein heroisch dreinschauender Jet Li nix:

HD DVD

Nachdem der Trend in Richtung Blu-ray zu gehen begann - in Japan sind 96% der Next Gen DVD Verkäufe BDs - und Warner Bros. letztes Jahr auf das Format umgestiegen waren, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Toshiba selbst einknicken und sich Sony und Co. ergeben würde. Da Toshiba im Prinzip die treibende Kraft hinter der HD DVD war, scheint der Krieg damit eigentlich verloren. Interessant ist nun, was Microsoft und Intel machen, die ehemaligen Mitstreiter Toshibas.

Die Blu-Ray ist von hause aus auf der PlayStation 3 abspielbar, während für die XBox 360 extra ein Zusatzlaufwerk gekauft werden muss - die Wii von Nintendo hält sich vornehm raus und kann gar nix. Besonders nach der Markteinführung der billigeren 40GB Version der PS3 im Herbst schnellten die Verkäufe der Sony Konsole in die Höhe und somit hat die BD nicht nur den technischen, sondern auch den taktischen Vorteil. Das Umsatteln aufs fremde Ross wird die Herren bei Toshiba zwar in ihrer Ehre als Technik-Samurai kränken, doch ist es allemal besser als durch den HD Seppuku langsam auszubluten. Die Aktien stiegen prompt um 5.7%. Der Klügere gibt halt doch nach.    [...mehr]


Autor: Simon

Während japanische Studenten fleißig Viren programmieren, haben die Hälfte der Japaner Angst vorm Internet.

Diese Woche amüsierten mich zwei Zeitungsartikel: An sich ist am Yomiuri Shimbun Artikel über den 24-jährigen Netzverbrecher genauso wenig lustiges, wie am Mainichi Shimbun Artikel über die Internetfurcht der Durchschnittsjapaner. Doch in Kombination lassen einen diese Nachrichten doch schon schmunzeln.

Masato Nakatsuji, seines Zeichens Student aus Osaka, soll einen Computer Virus über das Internet verbreitet haben - und zwar über kopiergeschütztes animiertes Filmmaterial (das heißt auf gut Deutsch wohl illegale Anime Downloads und lässt die Diskussion um’s legale und illegale Runterladen von Animes und den Niedergang der Industries mal in ganz anderem Licht erscheinen). Da haben die Hälfte der Japaner, die laut einer Studie des Kabinets Angst vor dem Internet haben, offenbar Recht. Befragt wurden Japaner, Männlein wie Weiblein, im Alter zwischen 20 und scheintot. Zwar überrascht es zumindest mich nicht wirklich, dass die über 50-järhigen sich zu 55% nicht ganz wohl in ihrer Haut fühlten in der Weite des Netzes, doch dass auch über die Hälfte der 30ger Beklemmungen hätten, war ein wenig… seltsam? Und das in Technik-Wunderland? Angst haben sie vor allem vor Viren, Spionage und Password Phishern. Das ist wohl mit der Grund (neben einer schlichten Unfähigkeit), warum Japaner lieber mit dem Handy im Netz unterwegs sind.    [...mehr]


Autor: Simon

Japaner scheinen sich mit Nationalstolz weniger schwer zu tun, als uns Blondies hierzulande (und damit meine ich Gesamt-Europa).

Gerade vor ein paar Tagen beschwerte sich ein Leser im Kommentar zum Yasukuni Artikel über die Japo-Nazis (das Wort stammt jetzt allerdings von mir - tut mir Leid, is so). Ich besänftigte mit einem Hinweis darauf, dass die Japaner doch gar nimmer mehr national eingestellt sind. Die Yomiuri Shimbun will in einer Umfrage jetzt das Gegenteil herausgefunden haben: 93% aller Japaner behaupten, sie wären Stolz, ein Inselaffe zu sein.

Gegenüber den Vorjahren scheint der Nationalstolz angewachsen zu sein. Besonders stolz seien die Japaner dabei auf ihre Geschichte, ihre Tradition und ihre Kultur, gefolgt von ihrem Land und ihrer Natur. Gegenüber 2005 ist die Zahl der Leute, die etwas für ihr Land tun würden, sogar um 5% auf 73% angewachsen. Ob’s an Toyotas neuer Spitzenreiterposition in den USA liegt? Wer weiß…
Bei alledem sollte wohl erwähnt werden, dass die Yomiuri ihre Umfrage unter 3000 Lesern durchführte, von dessen Antworten 1,780 Verwendung fanden. Ob das nun für ein Land mit 120+ Millionen Einwohnern repräsentativ ist? Zumal Jugendliche und Linke wohl eher nicht zum Klientel der Yomiuri gehören. Wie dem auch sei, ist an einem gesunden Verhältnis zur eigenen nationalen Identität wohl nichts auszusetzen. Dem würde wohl auch Sakurai Kiyoshi zustimmen (hier ein Link zu der News, falls ihr nicht mehr wisst, worum’s ging).    [...mehr]


Autor: Simon

Eigentlich ist es nicht unbedingt ein Grund zu feiern, wenn man die Nummer 2 ist. Es sei denn, man ist es als Autohersteller in einem anderen Land und hat damit den einheimischen Anbieter nach 75 Jahren von dessen Platz verbannt. So geschehen im Falle von Toyota.

Im vergangenen Jahr (also 2007 für all diejenigen unter euch, die noch nicht ganz im Jahr 2008 angekommen sind) verkaufte Toyoto 2,62 Millionen Wagen - 48.226 mehr als Ford. Ja, Ford. Ford, dessen Verkäufe um 12% fielen und die jetzt Nummer 3 sind. Pech. Grund für den Sieg über die Traditionsmarke dürften vor allem neue Produkte wie der Tundra Pickup (die sind in den USA unglaublich beliebt - Pickups, nicht die Tundra) , während Fords Mustang langsam in die Jahr kam und es der neue Taurus nicht vermochte, die Herzen der amerikanischen Kunden zu erwärmen. Ford nahm es typisch japanisch und gab sich bescheiden. Sie würden sich nicht so viel aus Ranglisten machen und sich lieber um die Kundenwünsche kümmern, so der Pressesprecher Irv Miller. Für alle, die sich jetzt fragen: Die Nummer 1 ist und bleibt General Motors. (Quelle: Japan Times Online)

Ford Tundra - Bild geklaubt von flickr.com :P

In anbetracht der Tatsache, dass meine gegenwärtige Klolektüre (Japans Zukunftsindustrien) dem Thema Automobile kein eigenes Kapitel gewittmet haben und die Autohersteller eher ignorieren, doch eine interessanet Entwicklung. :>

Heute war übrigens ganz offiziell der erste Tag in meinem Leben, an dem ich früher als meine Mutter aufgestanden bin. *V* :) Normalerweise geh ich um die Zeit schlafen.    [...mehr]


Autor: Simon

Fukubukuros - Japanische Neujahrs-Wundertüten

Die Japan Times hatte grad nen netten Artikel zu Fukubukuro-Käufern und das nehme ich mal zum Anlass, auch ein bisschen was zu sagen. Wundertüten gibt es hüben wie drüben, nur dass das ganze dort Glückstüten heißt. Macht auch Sinn, denn immerhin ist es ein absoluter Glückstreffer, wenn man mal etwas sinnvolles erwischt hat…

Es begab sab sich aber zu der Meiji-Zeit (die Zeit, die nach dem Kaiser Meiji benannt wurde, der im Meiji-Schrein spuken tut :)), als das Matsuya-Warenhaus auf der Ginza zuviel Kram übrig hatte. Da es Unglück bringt, das neue Jahr mit altem Kram im Schlepptau zu beginnen, wurde der Ramsch in Tüten gepackt und für die Hälfte des Wertes rausgeschmissen. Diese Zeiten sind nun lange Vorbei, aber Wundertüten gibt es noch immer.    [...mehr]


Autor: Simon

Ich habe keine Lust mehr, Monsterposts am Wochenanfang zu schreiben, also schreib ich die News jetzt, wie sie mir in die Quere kommen. Viel Spaß damit.

Japans Prämierminister Fukuda hielt nicht nur eine Neujahrsansprache auf Youtube - er hielt sogar eine Englisch. Natürlich ist sein Englisch von der Aussprache her nun nicht supertoll, aber hey, man versteht ihn und ich finde es ziemlich toll, dass er sowas überhaupt macht. Das ganze wurde veröffentlicht unter dem partei-eigenen Youtube-Kanal LDPChannel. Und für die, die kein Englisch können: Nein, ihr habt jetzt nichts wahnsinnig spannendes verpasst. Hört euch die Ansprache vonner Merkel oder vom Papst an und ihr bekommt in etwa das gleiche Gelaber. ;)



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