Das Tohoku Cotton Projekt: Die Modeindustrie unterstützt japanische Farmer nach dem Tsunami

Nach den Katastrophennachrichten Japans in diesem Jahr ist es mehr als schön, dass aus der Not auch Innovation erwächst. So werden zerstörte Reisfelder nun genutzt, um ökologisch wertvoll Baumwolle anzupflanzen und den Bauern damit eine Lebensgrundlage zurück zu geben.

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Diverse innovative Ideen entsprangen aus den Köpfen der Japaner, nachdem sie mit den Folgen des Tsunamis leben mussten. Eine davon wurde auf der Tokyo Fashion Week vorgestellt.

Das Tohoku Cotton Projekt

Ein großes Projekt von Textilherstellern und Vertreibern wurde unter Anderem von Taishoboseki Industries gegründet, um durch den Tsunami zerstörte Reisfelder in Baumwollfelder umzuwandeln. Durch große Salz-Level in den Reisfeldern wurde es unmöglich, weiterhin Reis zu pflanzen. 250 Quadratkilometer Farmland wurden durch die Umweltkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen, die Salzlevel in der Erde, aber auch den Bewässerungssystemen können bis zu 3 Jahre ungewöhnlich hoch bleiben, so dass keine Salz-sensiblen Pflanzen auf diesen Flächen wachsen können. Eine unzulängliche Zeit für Farmer, die nicht ohne ihre Erträge überleben können.

Baumwolle ist jedoch weitaus robuster wenn es darum geht.

Die Samen werden an die Bauern ausgegeben und Taishoboseki kauft die resultierende Ernte auf, um sie zu verarbeiten. Die ersten Früchte dieser Arbeit sollen 2012 einen Aufschwung in der Landwirtschaft zeigen, bis jetzt war die Reaktion mehr als positiv, nicht zuletzt, weil die Baumwolle organisch entsteht.

Auch wirtschaftlich gesehen soll diese Projekt Japan aushelfen, denn bis dato wurde Baumwolle vorwiegend importiert, mehr Selbstständigkeit mit eigenem Anbau kann dem Land also auch helfen, sich wirtschaftlich weiter zu emanzipieren.

Designer beteiligen sich bereits

Auf der Tokyo Fashion Week sagte bereits Yuma Koshino neben anderen Labels wie Urban research und Lee und Lowry zu, das Projekt zu unterstützen, um den Bauern und dem Land wieder eine Lebensgrundlage zu bieten.

Doch allzu euphorisch sollte man nicht mit dem Projekt sein, denn die Anzahl der Felder und Bauern, die beteiligt sind, liegt noch weit unter einer Zahl, die den Landwirten insgesamt aushelfen könnte, gerade mal 10 Bauern sind am Projekt beteiligt, zwar sollen es mehr werden, wenn das Projekt gut läuft, aber die gesamte Landwirtschaft wird es wohl nicht aufbessern können.

Slider Bild von: Ume ©Flickr/Joi