Gari: eingelegter Ingwer auf japanische Art

Das japanische Sushi ist schon seit einiger Zeit „in aller Munde“. Aber diese Leibspeise kommt nie allein auf den Tisch. Neben dem Wasabi, dem sehr scharfen japanischen Meerrettich, gehört auf jeden Fall eingelegter Ingwer (Gari) dazu.

Frischer Ingwer (Zingiber officinale) hat einen fruchtig-aromatischen Geruch, den Geschmack kann man guten Gewissens als brennend scharf bezeichnen. Das liegt hauptsächlich an den enthaltenen ätherischen Ölen und dem Gingerol, dem der Ingwer seine charakteristische Schärfe verdankt. Im Mittelalter war Pfeffer in Europa sehr knapp und kostbar, darum wurde stattdessen mit Ingwer gewürzt. Gari, der auf japanische Art eingelegte Ingwer, erfüllt aber mehr als nur die Funktion, zwischen zwei verschiedenen Sushi-Happen den Geschmack zu neutralisieren.

Medizinische Wirkung von Gari

Seit mehreren tausend Jahren ist die scharfe Knolle nicht nur ein Bestandteil der japanischen (asiatischen) Küche, auch als Heilpflanze ist sie äußerst wirkungsvoll. Die hochpotenten Inhaltsstoffe helfen u.a. sehr gut gegen die verschiedenen Formen der Übelkeit, beispielsweise gegen die Reise- oder Seekrankheit, aber auch bei Magen- und Darminfekten. Die antibiotische und antivirale Schlagkraft in Bezug auf die Vernichtung von Krankheitserregern ist enorm.

Speisen aus frischem, rohem Fisch wie z.B. Sushi, bergen ja durchaus eine gewisse Gefahr, verdorben oder anderweitig gesundheitlich bedenklich zu sein. Indem der Gari sozusagen vorbeugend genossen wird, können leichtere Beeinträchtigungen auf diese Weise verhindert werden. Auf jeden Fall kann der eingelegte Ingwer den Körper bei seiner Verdauungsarbeit entscheidend unterstützen. Mit diesem Hintergrund leuchtet es natürlich ein, dass der Ingwer immer zum Sushi gereicht wird.

Rezept zum nachkochen

Gari bekommt man fertig im Asia-Shop. Für „Selbermacher“ stehen verschiedene Rezepte zur Verfügung. Hier eines davon:

Sie benötigen:

2 mittelgroße, frische Ingwerknollen
3 Tassen Reisessig
Die Zucker- und Salzmengen können je nach persönlichem Geschmack variiert werden, 10 – 30 g Zucker und vom Salz eine Prise bis zweiTeelöffel.

Den Ingwer von der braunen Haut befreien (schälen), dann mit einem Gemüsehobel in hauchdünne Scheiben hobeln, diese in eine Schale geben, mit dem Salz bestreuen und 1 Stunde ziehen lassen, dann mit Küchenkrepp trocken tupfen und mit dem vorher aufgekochten Zuckeressig-Gemisch übergießen. Oder in einem Topf den Essig mit Zucker und Salz mischen und aufkochen, dann den Sud über die Scheiben geben und einen Tag ruhen lassen. Nun ist Ihr eigener Gari bereit für den Verzehr. Wer ihn erst später genießen möchte, kann alles in sehr saubere Gläser mit Schraubverschluss geben und diese fest verschließen. Das Ganze ist bis zu sechs Monate haltbar.

Guten Appetit!