Neujahrs-Wundertüten

Fukubukuros – Japanische Neujahrs-Wundertüten

Die Japan Times hatte grad nen netten Artikel zu Fukubukuro-Käufern und das nehme ich mal zum Anlass, auch ein bisschen was zu sagen. Wundertüten gibt es hüben wie drüben, nur dass das ganze dort Glückstüten heißt. Macht auch Sinn, denn immerhin ist es ein absoluter Glückstreffer, wenn man mal etwas sinnvolles erwischt hat…

Es begab sab sich aber zu der Meiji-Zeit (die Zeit, die nach dem Kaiser Meiji benannt wurde, der im Meiji-Schrein spuken tut :)), als das Matsuya-Warenhaus auf der Ginza zuviel Kram übrig hatte. Da es Unglück bringt, das neue Jahr mit altem Kram im Schlepptau zu beginnen, wurde der Ramsch in Tüten gepackt und für die Hälfte des Wertes rausgeschmissen. Diese Zeiten sind nun lange Vorbei, aber Wundertüten gibt es noch immer.

Am ersten verkaufsoffenen Tag im Jahr, diesmal der Mittwoch, beginnt die Jagd nach der besten Fukubukuro. Mittlerweile ist aus dem Ramschverkauf, eine Sonderaktion geworden – vielleicht Vergleichbar mit den Winter- und Sommerschlussverkäufen hierzulande: Eine Ausrede, um Sonderverkäufe durchzuführen. Teilweise werden die Inhalte der Fukubukuros auch schon vorher bekannt gegeben, denn mittlerweile gibt es wirklich teure Wundertüten, die auch ein paar 100 Euro kosten können. In dem Fall gibt es dann natürlich keine Kugelschreiber und Seifenblasenpuster, sondern eher Items in der Preisklasse von DVD Abspielgeräten oder Digitalkameras. Der Takashimaya in Yokohama verkaufte diesmal spezielle Wundertüten mit einem GT-R Sportwagen von Nissan und Juwelen im Wert von 20 Millionen Euro für 15 Millionen Euro. Definitiv kein Ramsch. Die Tüten sind dementsprechend auch sehr beliebt. Schon am Vortag reihen sich Provinzler wie Städter in die langen Warteschlangen vor den Kaufhäusern ein. Vor’m besagten Matsuya waren es diesmal 6.700 Leutchen, die brav auf die Verteilung der 30.000 Matsuya-Fukubukuros warteten. Am schnellsten wurde Rita’s Diary, ein Bekleidungsgeschäft für Damenmode, ihre Tüten los: Alle 80 Stück gingen innert 61 Sekunden über die Ladentheke.

Eine nette Serie von Fotos gibt es bei Greggman – ich fand auch das mit den fuk u bukuro nett. Jaja… Ich habe nie eine Wundertüte in Japan gekauft. Die kosten Geld. Ich nix Geld.

Update: Nachdem ich bei dem Ford-Artikel auf die Idee gekommen bin, mich auf freien Fotogallerien umzuschauen, hab ich auch ein paar Fukubukuro Pix gefunden. o^___^o Wenn ich die Fotos auf flickr anschaue, schlägt das Herz des kleinen Loli-Shôjos (in jedem von uns steckt ein Shibuya Girl!) höher. ^-^; Hier findet ihr übrigens noch ein nettes Bild zu einer Sanrio Wundertüte mit Erklärungen und hier die Originallinks zu den Bildern (Foto1, Foto2)