Mochi zum japanischen Neujahr

Wie uns NTV berichtet – unter meinen japanischen RSS Newsfeeds habe ich vergeblich nach einer vergleichbaren Meldung gesucht – sind an Neujahr wieder mal vier Menschen in Tokio an Mochi erstickt. Ich folge deshalb mal flugs der Anfrage von Speeathlet beim „Tokio ist Asiens wichtigste Metropole“ Artikel und lasse mich ein wenig zu Mochi aus.

Bis auf den Fotos vom Kampf des großen Pandra Kriegers mit dem Mochi des Grauen (kuckst du hier) habe ich leider keine Fotos vom Klebereis und da auch keiner meiner Freunde, die ich in den letzten Tagen damit genervt habe, mir ein Bild präsentieren konnte, habe ich was bei flickr und Drama zusammengeklaubt.

Mochi lässt sich am besten mit Reiskuchen übersetzen: Das ganze besteht aus gestampftem Reis und hat eine rundlich kloßige Form. Die klebrige Konsistenz ist einerseits der Grund für die Neujahrstoten (vor allem Rentner ersticken gern daran) und auch dafür, dass Ausländer mit dieser Süßspeise nix anfangen können. Zur traditionellen Herstellung – heute wird das ganze herzloser(-und müheloser-)weise in extra Mochi-Küchenmaschinen zubereitet – hier ein netter Comic (beim entsprechenden Wiki Eintrag gibt es auch nen Bildchen und ein flickr Member hat ne kleine Fotoserie zusammenstellt).

Neben begeisterten Gaijin finden sich die willigsten Mochi-Verklopper vor allem unter den Kindern, will heißen, nach alter Sitte dürfen die Kinder an Neujahr auch mal den großen Hammer schwingen.

An Neujahr wird aus Mochi traditionellerweise ein hübsches Türmchen mit (idealerweise bitterer „DaiDai“) Mandarine oben drauf gebastelt, Kagami-mochi getauft und dann symbolisch dem Jahresgott (Toshigami) auf dem Neujahrsaltar (Toshidana) „geopfert“. Da viele heute keine Lust mehr haben, einen Neujahrsaltar zu basteln, und in modernen Wohnungen auch das Tokunoma genannte Hausaltareckchen fehlt, gibt es bisweilen nur eine kleine Plastikvariante, die dann auf irgendeinem Schreib- oder Küchentisch eine Weile lang vor sich hin staubt. Andere schleppen die Opfergaben sinnvollerweise gleich zum nächsten Tempel.