Kitsune Udon – Nudelsuppe mit geöltem Tofu

Autor: Simon

Es ist ziemlich schwer im Dschungel der überwuchernden Blogger-Gemeinde nicht sofort unterzugehen wie ein kleines Quietscheentchen “mit ohne Luft”. Deshalb habe ich auch grad keine Hemmungen, mich auf die Ebene der billigen Tricks herabzuseilen: “Liebe geht durch den Magen”, hat mir meine Mutter seit frühester Jugend – damals, als ich angeblich noch unschuldig war (kann mich nicht dran erinnern) – eingebläut. Also gibt es als ersten Eintrag als ganz unverblümter Bestechungsversuch ein Rezept: Kocht’s nach, lasst’s euch schmecken und habt mich lieb. :P

Kitsune Udon alt

“Kitsune Udon” ist eine Nudelsuppe und damit perfekt für die mittlerweile ziemlich fröstelig geratene Jahreszeit. “Udon” ist der Name der weißen, dicken Nudeln; “Kitsune” ist das japanische Wort für Fuchs – deutsche Teeny-Anime-Fans, die sich mit Vorliebe “Kitsune-chan” zu nennen scheinen, wissen das natürlich längst – und meint eigentlich, dass die Suppe mit Tofu serviert wird, auf den Füchse wiederum angeblich scharf sind - Japanische Füchse. Deutsche Füchse werden nach meinen Erfahrungen eher bissig, wenn man sie mit Tofustücken bewirft. Aber wie dem auch sei:

Zutaten

  • Udon (ach ne): pro Person 100-150g
  • Abura’age-Tofu: pro Person eine Scheibe frittierter Tofu (es sei denn, man mag Tofu… :3)
  • Frühlingszwiebeln: pro Person ½ bis 1 Stange

Brühe (für Tofu)

  • 2 EL Zucker
  • 2 EL helle Sojasoße
  • 300ml (Niban) Dashi

Alternativ tun’s übrigens auch 2 EL Mirin, 2 EL normale Sojasoße und klare Gemüsebrühe.

Suppe

  • 3 EL Mirin
  • 4 EL Sojasoße
  • 1l (Ichiban) Dashi bzw. Gemüsebrühe

Die Zutaten sollten für drei Personen reichen. Der Gedanke hinter dieser Mischung ist, dass man sie auch so gern schlürfenderweise essen würde. Schmeckt also ab und tut ruhig mehr Mirin und Sojasoße rein, wenn das ganze zu lasch ist.

Optional

  • Spinat: frischer Blattspinat (nix Iglo), gewaschen.
  • Shiitake-Pilze: je ca. eine Hand voll bzw. soviel ihr euch leisten könnt; vorher mind. 30 min. in Wasser ertränken (die bösen Pilzgeister müssen mausetot sein, sonst kann man krank werden).
  • Eier: pro Person eins.
  • Gurke
  • Sesam, Chillipulver o.ä. zum raufstreuen.

Auf der Kikkoman-Homepage findet ihr im Glossar übrigens noch Bilder und Beschreibungen (auf Englisch) von einigen Zutaten, wie Abura’age, Shiitake, Würze (zum später drüberstreuen) und Udon. Wenn ich irgendwann mal zu viel Zeit habe, schreibe ich vielleicht auch noch mal sowas.

Zubereitung

1. Hände waschen. Mit Seife bitte.

2. Udon kochen. Bringt einen großen Topf Wasser (angeblich mindestens 1l pro 100g – wie bei Spaghetti) zum kochen, streut die Nudeln hinein und rührt dann noch ein wenig unmotiviert im Topf umher. Wenn das ganze blubbernd kocht, schüttet ein wenig (ca. 1/4 Tasse) kühles Nass dazu. Wartet. Wenn es wieder anfängt fröhlich zu blubbern, schüttet nochmals Wasser in den Topf, wartet bis es wieder blubbert und nehmt die Nudeln vom Feuer.

Udon Rezept 1Udon Rezept 2

3. Udon waschen. Im Gegensatz zu Spaghetti, die auch dann noch schmecken, wenn man sie nicht abschreckt, verkommen ungewaschene Udon ziemlich schnell zu einem unansehlich-matschigem Brei. Also schüttet das ganze am besten sofort in ein Sieb und wascht die Udon mind. 5 Minuten lang im Wasserfall hinterm Haus (oder meinethalben auch ganz unromantisch unter dem Wasserhahn). Dann könnt ihr die Nudeln bis zum Ende des Rezepts in die Ecke stellen und ignorieren.

4. Abura’age-Zubereitung: Scheiben mit kochendem Wasser übergießen und/oder einige Minuten aufkochen lassen; dann auspressen – damit zieht man ein wenig Fett raus (”Abura” heißt Öl und das Zeuchs trieft davon).

Udon Rezept 4

Abtrocknen (mit einem sauberen Handtuch bitte). Brühe zusammenbrauen, Tofu reinschmeißen und warten, bis die Flüssigkeit aufgesogen ist.

Udon Rezept 5

Da der Tofu das auch alleine kann, dürft ihr zwischendurch was anderes machen – Kaffee Trinken, Ero-Games zocken oder vielleicht sogar die anderen Zutaten vorbereiten…

5. Frühlingszwiebeln schneiden. In Ringe. Je fein desto schick.

Udon Rezept 6

Optional:

Shiitake mit Einweichwasser in einen Topf schütten, ein wenig Mirin und Sojasoße (je ca 1-2 EL) und ggf. Dashi oder Gemüsebrühe hinzu und genauso wie beim Abura’age einkochen lassen.

Spinat blanchieren (für einige Sekunden in bereits kochendes Wasser schmeißen, in Sieb kippen, abspülen).

Udon Rezept 7Udon Rezept 8

Ei zu einem bzw. mehreren dünnen Omeletts braten (wer eine von diesen schmucken eckigen Pfannen hat, ist klar im Vorteil), dann in feine Streifen schneiden.

Udon Rezept 9Udon Rezept Schritt 10: So schneidet man das Omelette.Udon Rezept 11

Gurke in möglichst dünne Stifte schneiden.

Das fertige Abura’age könnt ihr noch in je vier Dreiecke schneiden, damit es sich leichter essen lässt.

7. Suppe kochen. Das ist das einzige, was wirklich wirklich heiß sein muss, also lasst sie nicht zu lange rumstehen.

Udon Rezept 12

8. Zusammenbasteln: Pro Person eine Schüssel. Udon gerecht aufteilen (ein wahrer Freund nimmt freiwillig eine Nudel weniger), dann Suppe raufschütten. Die restlichen Zutaten einfach so raufpacken, wie’s eurem ästhetischem Empfinden am besten zu Gute kommt. Könner basteln Smileys, Türmchen oder “Hello Kitty”-Gesichter.

Udon Rezept 14

Udon Rezept 15

Das ganze wird logischerweise mit Stäbchen gegessen. Schlürfen nicht vergessen.

Udon-Nudeln und Abura’age (im TK Schrank) gibt es zumindest bei den Asia-Supermärkten, die ich kenne, meist im Dreier-(Pack). Also ladet zwei Freunde oder vielleicht eure Eltern ein und legt los. :)




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Elisa schreibt
am 7. November 2007 um 13:45 Uhr

boah sieht das lecker aus.
Würds am liebsten meinen Eltern am WE servieren. Für Ron dann ohne Dashi (kennst ja seinen Spruch, daß bei den Japanern alles nach Fisch schmeckt) aber es könnte ihm gefallen.

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Simon schreibt
am 7. November 2007 um 22:21 Uhr

@Elisa: Nimm doch statt Dashi klare Gemüsebrühe (je billiger, desto geeigneter). Das schmeckt nicht nach Fisch, ist wesentlich preisgünstiger und außerdem vegetarisch bis vergan. :)
Ich persönlich habe das Rezept auch schon an typische Kartoffelfresser ausprobiert und selbst die fanden das ganze lecker. Das mit den Stäbchen wurde zwar nix richtig, aber zur Not tut es auch eine Gabel und viel Geduld. ;)

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bvgrentner schreibt
am 9. November 2007 um 13:19 Uhr

Hi,die seite is ja cool,lecker food.
Kartoffelfresser ist eine”frechheit”. hi,hi MfG.Br.

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Simon schreibt
am 9. November 2007 um 18:16 Uhr

@bvgrentner: thx und *lolz* Mit “Kartoffelfresser” meinte ich diejenigen welchen, die uns typisch teutsche Kombo aus Kartoffeln, Gemüse und Fleisch für das einzig Essbare halten. Das war nicht als Beleidigung gemeint… wobei… eigentlich doch. ;)

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Ron schreibt
am 10. November 2007 um 11:24 Uhr

Und wem Tofu wie ausgelatschte Schuhsole vorkommt, kann auch F-L-E-I-S-C-H nehmen.
Z.B: Putenbrust. Diese wird ganz dünn geschnitten (wirklich ganz dünn). kurz angebraten (wirklich ganz kurz). fertig.
Oder Rindfleisch, ist noch besser. Auch hier ganz dünn schneiden. Falls mann es nicht dünn hinbekommt: normal schneiden und mit nem Holzklopfer die Aggressionen dran auslassen. Bei Rindfleisch geht das, bei Pute nicht. (man kann sich ja vorstellen, ein Veganer liegt drunter und man will ihm etwas Verstand einklopfen, und man muß dann schon richtig viel klopfen, ok, ich geb zu, das war böse, aber Veganer sind auch böse.).

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Simon schreibt
am 10. November 2007 um 21:07 Uhr

@Ron: Tja. Wenn man keinen Tofu da drauf packt, mögen es die Füchse doch aber nicht mehr. ^-^; Natürlich gibt es auch Gyûdon (also dasselbe mit Rinderfleisch, im Prinzip ja das, was du beschrieben hast) und viele andere Varianten. Da kann natürlich jeder selbst ausprobieren, was ihm schmeckt. Bei Zweifeln kann man auch immer Tante Google nach Udon Rezepten fragen. :)
Ich bin vielleicht böse, aber kein Veganer. Sorry. :P
btw: Tofu = ausgelatschte Schuhsohlen… jaaa… Dinge, die im letzten Jahrtausend passiert sind, sind prinzipiell nicht mehr wahr! ^-^;;;

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Elisa schreibt
am 15. November 2007 um 13:07 Uhr

hehe, also wenn Ron das Rindfleisch kauft, dann besorg ich die Udon etc. In Köpenick gibt es die in Schöneweide, aber die sind da sehr teuer. Aber wann ich wieder in Vinh- Loi Gefilde komme…

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Simon schreibt
am 16. November 2007 um 18:59 Uhr

… wozu hab ich das Rezept hier überhaupt aufgeschrieben, wenn alle sowieso was anderes machen? ^-^;
Aber hey: Du wohnst doch auf den Land. Geh doch nen paar Tofus erlegen. Damit kann man nämlich den das Abura’age ganz leicht selbst machen. Tofu gut ausbluten lassen, Waffenüberreste (wie Kugel) und Fell (aufheben! wenn man damit deutsche Schäferhunde einwickelt, sehen sie aus wie Chiba und man kann sie für 500 das Stück verkaufen!) gut entfernen, in feine Streifen schneiden, dann 5 Tage bei mindestens -5° in der glühenden Sonne trocknen, dann mit 125 Jahre altem Sake aus Ehime (oder Akita, is die Billigvariante, geht auch ganz gut) und Feta-Crème marinieren. Das ganze muss dann noch eine Weile plattgesessen werden (kann man prima bei Ero-Games zocken) und dann ganz normal zubereiten. Aus dem Geweih und den Hufen der Tofus kann man übrigens prima Animefiguren schnitzen.

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tokio oshima schreibt
am 17. November 2007 um 20:25 Uhr

habe heute die Suppe gemacht, super lecker. Die Zubereitung nimt ja etwas Zeit in Anspruch, aber es hat sich gelohnt. Ich hatte Nameko-Pilze,(in kleinem stehendem Plastibeutel im Kühlregal aus dem Asiamarkt), waren sehr lecker. Als Abwaschspar-Idee habe ich die Pilze zusammen mit dem Tofu im Topf gekocht bis keine Flüssigkeit mehr da war:-)
Man braucht dann aber eine ganz schön große Schüssel um alles rein zu bekommen und gut soll es ja auch aussehen.
Jedenfalls war es ein Erfolg und ich bitte um weitere so schöner Rezepte.

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Simon schreibt
am 18. November 2007 um 03:48 Uhr

@tokio oshima: Ich muss gestehen, dass ich die Pilze (ich verwende immer TK Champignons, weil die billiger sind :P) und den Tofu auch immer im selben Topf koche. ^-^; Hey, ist sogar umweltfreundlicher, weil energiesparend. :)
Und ja, ich bereite schon weitere Rezepte vor. Diese Woche habe ich mich von Pizza und Instant-Ramen ernährt, also muss ich erst mal wieder was zusammenbräuen…

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miri schreibt
am 25. November 2008 um 17:15 Uhr

Ich liebe Udon, könnts jeden Tag essen (und tu’s aber nur FAST jeden Tag^^).
Normale Gemüsebrühe is aber nicht so…schmeckt dann nich so original^^
Gibt doch auch Konbu-Dashi, oder is das auch zu fischig?

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Simon schreibt
am 29. November 2008 um 02:01 Uhr

*lol* Also wenn’s um den Fischgeschmack geht: k.A. - ist weniger mein Problem. Ansonsten ist Konbu-Dashi meist auch aus Fischprodukten hergestellt und damit nicht veggi. Ich muss dazu sagen, dass ich vegetarische Konbu-Dashi besitze und die auch benutze. Also: ggf Inhaltsverzeichnis studieren.
Allerdings muss ich sagen, dass der Geschmack imho eher von der Kombo aus Mirin und Sojasoße kommt. Dashi schmeckt eh bestenfalls nach fast nix. Bei Gemüsebrühe muss man natürlich stark aufpassen, dass man es nicht übertreibt und zum Schluss “gute deutsche Nudelsuppe” mit Tofu hat. ^-^;
Am allerbesten ist sowieo, wenn man als Suppenbasis das Einweichwasser von Trockenshiitake benutzen kann. Nichts schmeckt auch nur ansatzweise so gut, ne. ^-^;

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