Konnyaku (Konjac) - gebratenes Wurzelgemüse

Autor: Simon

Ich hab schon eine ganze Weile keine Rezepte mehr geschrieben - was weniger daran liegt, dass ich nicht gekocht hab, sondern einfach daran, dass ich keine Lust auf Fotografieren und Schreiben hatte. Nach einem Rezept für Shôga-Gohan Reis, Yaki-Tamago und der umstrittenen Aubergine in Miso, gibt es diesmal mit Konnyaku ein Gericht, welches Teil eines vollständigen Menüs sein kann.

Wenn ihr alles richtig gemacht habt, sieht das ganze am Ende so aus:

Konnyaku

Als erstes braucht man natürlich Konnyaku, auch Konjak oder Konjac geschrieben und ausgesprochen wie die Alk-Sorte. Die Pflanze, aus der der Gelantine-Ersatz hergestellt wird, heißt Teufelszunge (hier im Wikipedia Artikel könnt ich euch schlau lesen). Das Endprodukt sieht aus wie ein fester, glipschiger Block Wurzelschleim, der obendrein auch noch giftig ist und stinkt. Lecker. Immerhin gibt es das ganze in zwei Farben:

Konnyaku in VerpackungKonnyaku in Verpackung 2Konnyaku gibt es in zwei Farben

Ich werd’ jetzt vormachen, wie man aus einem giftigen Schleimklotz etwas essbares zubereitet.

Zutaten:
- 1 Konnyaku (Empfehlung: dunkler Konnyaku 1/2 und weißer Konnyaku 1/2)
- Öl zum Braten (am besten Sesamöl)
- Soße: 4 EL Sake, 2 El Sojasoße, 1 TL Zucker
- zum Garnieren: Chillipulver (Ichimi Tôgarashi), weißer Sesam

Zuerst werden dem Konnyaku die Giftstoffe entzogen - dazu wird das Zeuchs 2-3 Minuten gekocht (und wirklich kochen und nicht mit der Mikrowelle schummeln). Danach das Wasser wegkippen (ich fang den Konnyaku immer in einem Sieb auf) und dann sinnvollerweise erst einmal was anderes machen.

Konnyaku im TopfKonnyaku muss gekocht werdenGekochter Konnyaku

Als nächstes muss der Konnyaku nämlich per Hand in kleine Stückchen zerrichen werden. Insbesondere wenn der Konnyaku grad noch gekocht hat, macht ein echter Mann das natürlich nur ohne fließend kalten Wasser und schreit auch nicht, wenn ihm die Finger ankokeln! Ich bin der Meinung, man sollte das statt eines Sprachpropädeutikums zur Aufnahmeprüfung für die Japanologie machen. :P

Konnyaku in kleine Stücke rupfenden Konnyaku immer unter kaltem Wasser zerkleinern

Als nächstes muss der Konnyaku in Öl angebraten werden bis er ein pfeifendes Geräusch von sich gibt bzw. angebraten ist (das hört sich seltsam an, aber ja, das Zeuchs fängt echt an wie nen kleiner Vogel zu zwitschern ^-^;;;).

Konnyaku anbratengebratener Konnyaku

Dann wird die fertig gemischte Soße draufgekippt und abgewartet, bis die Flüssigkeit aufgesogen beziehungsweise eingekocht ist. Bitte achtet darauf, dass der Konnyaku nicht zu lange im Topf bleibt und anbrennt. Bei Bratkartoffeln schmeckt ein bisschen angekokelt vielleicht besser, aber bei Giftwurzel eher nicht. ^-^;

Soße in Konnyaku gebenKonnyaku in Soße kochenImmer schön aufpassen, dass das Konnyaku nicht ankokelt

Das fertige Konnyaku muss jetzt nur noch in eine Schale gefüllt und ein wenig mit Chilli-pulver und weißem Sesam bestreut werden. Das orignale, richtige Pulverchen ist übrigens das hier:

Ichimi Tougarashi

Guten Appetit dann. Oder auch nicht. Es gibt durchaus einige, die auch das fertige Gericht für nicht essbar halten - am besten bildet ihr euch selbst eine Meinung.




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tokio oshima schreibt
am 29. April 2008 um 20:38 Uhr

Das sieht ja wieder sehr gut aus. Ich habe mich auch schlau gelesen und finde das Konnyaku für uns etwas ganz besonderes ist. Da muß ich ja schon wieder in den Asialaden, denn das muß ich fast sofort nachkochen. Bei der tollen Beschreibung und den vielen Bildern kann es ja nur gelingen. Köntest du mir noch sagen wie lange ich das Gift auskochen soll.

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Simon schreibt
am 30. April 2008 um 16:05 Uhr

Freut mich, dass es dir gefällt. *hm* Kochzeit steht doch da. o_O Zwei bis drei Minuten. Sprudelnd wohl bemerkt, nicht nur ein wenig heiß machen. Viel Spaß beim Kochen (und Essen) dann! :)

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tokio oshima schreibt
am 30. April 2008 um 18:41 Uhr

Da muß ich gestern was auf den Augen gehabt haben, ich habs wirklich nicht gelesen:-)))
Sorry.

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Chris schreibt
am 29. Oktober 2011 um 18:36 Uhr

Hey ich finde das Rezept sehr spannend. Darf ich es auch in mein Blog posten? Ich finde es sehr gut erläutert und beschrieben, und auch ich halte das Konnyaku für sehr interessant, auch wenn es bei vielen nicht Liebe auf den ersten Blick ist…

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