Shangri-La – ein japanisches Manga

Die Manga-Serie Shangri-La basiert auf einer Legende eines sagenumwobenen fiktiven Ortes, der sich in Tibet befinden soll. Erstmals wurde der Begriff 1933 in dem Roman ‚Lost Horizon‘ (‚Der verlorene Horizont‘ oder auch ‚Irgendwo in Tibet‘) von dem Schriftsteller James Hilton erwähnt.

Shangri-La bezeichnet heute nicht nur den fiktiven Ort im Himalaya, sondern ist auch der Titel einer Manga-Serie, deren Heldin Kuniko Hojo die Zukunft der Welt retten will. Weiterhin gibt es mittlerweile Shangri-La Hotelketten, Massagesalons, Restaurants und es beschreibt eine Zuckerwasser-Diät.

Shangri-La – James Hilton

Durch seinen Roman Lost Horizon‚ hat James Hilton im Jahr 1933 den Begriff Shangri-La erstmals erwähnt und geprägt. Die Geschichte dreht sich um ein abgelegenes Lama-Kloster am Shangri-Gebirgspass im Himalaya.

Die meist aus westlichen Kulturen stammenden Klosterbewohner führen ein von jeder Hast oder Eile abgekehrtes Leben und erreichen teilweise ein biblisches Alter. In Erwartung eines für die Menschheit apokalyptischen Ereignisses sehen sie sich selbst als Bewahrer der Kultur.

Shangri-La – das Manga

Ähnlich wie die Klosterbewohner will auch die 18-jährige MangaHeldin Kuniko Hojo die Zukunft der Welt retten. Ihr Heimatort Atlas wird von der Regierung unterdrückt, welche die weniger privilegierten Einwohner zur Not auch mit Gewalt in Außenbezirke verbannen will.

Jede Episode der Serie dauert 24 Minuten und beschäftigt sich unterschwellig mit aktuellen Problemen wie Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung und Unterdrückung der Bevölkerung durch die Regierung.

Shangri-La – Hiltons Bezugnahme

Hiltons Roman nimmt Bezug auf frühe buddhistische Schriften, die bereits ein ‚Chang Shambala‚ als Quelle der antiken Weisheiten erwähnen. Dem mythischen Reich Shambala wird eine große Bedeutung im buddhistischen Kalachakra-Tantra, das Buddha Shakyamuni zuerst an Suchandra, dem König von Shambala übertragen hat, zugeschrieben.

Hilton bezieht sich jedoch in erster Linie auf die Utopie in der europäischen Literatur. Allen voran geht das Werk Utopia‚ von Thomas Morus. Dabei vernachlässigt Hilton jedoch die politischen Aspekte und konzentriert sich vielmehr auf menschliche Verhaltensweisen. Morus und Hilton unterstreichen dabei die vorherrschende Leidenschaftslosigkeit.

Aufgrund eines Beschlusses der chinesischen Regierung gibt es heute tatsächlich einen Ort namens Shangri-La in der Provinz Yunnan, der seinen Namen aufgrund des Romans von Hilton erhielt.

Hiltons Beschreibung von Shangri-La hat den Blick der westlichen Welt auf Tibet und den Lamaismus nachhaltig geprägt. Es wird als angebliches Paradies angesehen, deren Menschen noch unverdorben sind.

Der Begriff kommt auch heute noch in einigen Werken der Popkultur vor und findet sogar in Filmen wie ‚Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers‘ als ‚Auge  von Shangri-La‘ Verwendung.