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Autor: Simon

“Kimi ga Yo” so heißt die japanische Nationalhymne und obwohl sie seit 1999 wieder offiziellen Status erlangt hat, geht die Kontroverse weiter. Der Grund ist natürlich derselbe wie in Deutschland auch, wie schon öfters in den News (KW52, 51 und 49) erwähnt und natürlich in unserer heißgeliebten Yasukuni Diskussion.

Und damit ihr auch wisst, worum es überhaupt geht, hier einmal die Nationalhymne von Japan (für die unter euch, die Janglisch mögen, schaut mal hier):

Jetzt zum eigentlichen Thema: Wie Kyodo, die japanische Nachrichtenagentur, verlautbahrte (hier le Link zur Breitbart Version), geht es den japanischen Lehrern doch um’s Prinzip. Aber rollen wir die Geschichtsrolle mal von vorne auf: In Tokio war einem 12-er Grüppchen Lehrer eine Wiedereinstellung nach ihrer Pensionierung verweigert worden, da sie während des gemeinsamen Nationalhymnisierens bei Schulzeremonien faul sitzen blieben, statt - wie es sich für einen echten kleinen Prachtjapaner gehört - mit Hand über’m Herzen stehenderweise laut dem Kaiser ein ewiges Reich zu brüllwünschen. Wir erinnern uns: Selbst Obama wurde wegen ähnlichem angepflaumt (und CNN verpasst es nicht, es jeden Tag noch einmal zu erwähnen). Am 7. Februar gab nun das tokioter Bildunsbrett *äh* -ausschuss der Klage der Gesangsfaulen statt und sprach ihnen je 2,1 Mio Yen zu. Damit handelte der Bildungsausschuss übrigens gegen seinen eigenen Beschluss von 2003 beziehungsweise 2006. Die allerdings wollen nun vor das Hohe Gericht ziehen, um einmal offiziell bestätigt zu bekommen, dass diese Art der Behandlung verfassungswidrig ist. Schaun mehr mal, was bei raus kommt.

Hier noch einmal der Text zum Mitgröhlen und eine spontane Übersetzung (wer Fehler findet, darf sie behalten). Mehr Infos gibt es logischerweise auf der Wiki, besonders wenn ihr denn auch noch Englisch könnt.

Kimi ga Yo wa
Chi Yo ni
Yachi Yo ni
Sazare Ishi no
Iwao to narite
Koke no musu made

Herr, deine Herrschaft (Reich, Generation, was auch immer) [soll bestehen]
für Tausend Generationen
für Achttausend Generationen
Bis aus Kieselsteinen
ein Fels entsteht und
darauf Moos wächst    [...mehr]


Autor: Simon

Tokio wurde zu Asiens wichtigster Metropole gewählt - und zur 4. wichtigsten der Welt!

Ein Team von Forschern untersuchte 60 Städte anhand von 14 Kriterien - zum Beispiel die Bevölkerungszahl, Anzahl von Stätten mit dem Weltkulturerbe-Status, Bedeutung für den Aktienmarkt oder ob es dort jemals die olympischen Spiele gab - die wichtigsten Städte der Welt aus. Das Ergebnis: London ist die Hauptstadt der Welt. Da London sowohl die größte Stadt seines Landes als auch deren Hauptstadt ist und zudem von zentraler Bedeutung für das Common-Wealth und ganz Ex-Kolonialien, überrascht mich die Beurteilung nicht. In Folge dessen wurden London ein Wert von 100 Punkten zugeteilt und allen anderen Städten ein Wert zwischen 0 und 100 zugewiesen. Tokyo bekam davon 74 Pünktchen und liegt damit auf Platz 4 der Weltrangliste. Platz 2 nimmt NewYork ein, Platz 3 Paris. Die nächsten asiatischen Städte sind Peking mit 51 und Seoul mit 49 Punkten. Shanghai, Hong Kong und Singapur haben sich ans Ende der Liste verkrümelt.

A propos Krümel: Wer mir den Originalbericht findet bekommt nen Keks (zum Beispiel nen original gekauften schwedischen Peppar Kakor. Es sei denn natürlich, ich hab die bis dahin weggefuttert).

Quelle: Japan Times Online (das muss ne verbatim übernommene Kyodo Meldung sein, da alle den gleichen Text da zu stehen haben. ^-^;)    [...mehr]


Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 24.12. bis 30.12.2007.
News der vorhergehenden Woche

Momentan habe ich keinen Bock auf gar nix mehr und auf News am allerwenigsten. Deswegen relativ kurz und schmerzlos. Und ja, ich habe nur die Mainichi Shimbun Seiten durchgeforstet. Tut was dagegen. :P

Update KW45, KW46, KW48: NTT DoCoMo plus Google
NTT DoCoMo, Japans größter Handy-Netzbetreiber macht ab Frührjahr 2008 gemeinsame Sache mit Google und wird die Suchmaschine auf seiner i-mode Seite einbinden. KDDI verwendet schon Google, während Softbank auf Yahoo! setzt.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW45 ,KW46: Neues von NOVA
Auch wenn der Pleitegeier NOVA mittlerweile vom neuen Anbieter G.communication Group übernommen wurde, so haben die dort angestellten Lehrer nicht unbedingt viel zu lachen. Nur ein Teil der bisherigen Angestellten werden übernommen, für bis zu 200 werden neue Arbeitsplätze bei Partnerschulen gesucht - und 600 werden leer ausgehen. So ohne Job gestaltet es sich natürlich auch ein wenig schwierig mit der Aufenthaltsgenehmigung. Prima Weihnachtsgeschenk.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW50/51, KW49, Yasukuni-Schrein und Arte-Bericht: Schulbücher wieder mit Kriegsverbrechen
In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges verbreitete die japanische Führung unter der Bevölkerung Okinawas Furcht-Propaganda: Die amerikanischen Soldaten würden schreckliche Untaten begehen und deshalb müsse jeder gute Bürger sich und seine Familie umbringen. Um ihnen dabei auf die Sprünge zu helfen, wurden Handgranaten und Co. verteilt. Um die 500 Zivilisten seinen so sinnloserweise in den Freitod gezwungen worden sein. In den letzten Jahren hatten die Geschichtsrevisionisten das japanische Bildungsministerium davon zu überzeugen, dass ja alles gar nicht so schlimm gewesen sei - dementsprechend verschwand die ganze Geschichte aus den Lehrbüchern. Nachdem über 100.000 Okinawaren im September auf die Straße gingen, lenkte das Bildungsministerium und Prämierminister Fukuda ein.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW49: Kaum Strafe für Porno-Lehrer (hey, ist das Wort nicht BILD würdig)
Takayuki Hosoda, ein ehemaliger Grundschul-Vize-Direx, wurde dafür, dass er im Sommer mit sechs minderjährigen Mädchen sexuelle Handlungen gegen Bezahlung durchführte (sprich: an Kinderprostitution teilhatte) zu drei Jahren Gefängnis verurteilt - auf Bewährung. Halleluja. Immerhin ist er für5 Jahre vom Dienst suspendiert. Fünf, nicht fünfzig…
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW46, KW50/51: Proteste gegen Buckelwaljagd
In Australien haben sich Tierschützer das japanische Konsulat vorgenommen. In einer optisch auffälligen Art und Weise taten die Damen und Herren ihre Meinung kund: Sie übergossen eine Frau auf einer japanischen Flagge mit Kunstblut. Schön. Also nicht schön, aber gut.
Quelle: ABC News

Skype jetzt auf PSP
Platz da DoCoMo, Saraba-Bye-Bye Nokia! Jetzt kommt’s dicke für Handyanbieter: Sony kündigte an, ab Januar den kostenlosen Internet-Telefonservice Skype anzubieten. Zusätzlich kann man mit Skype auch kostenpflichtigerweise (momentan wird eine Gebühr von 2.250 Yen für drei Monate angepeilt - ein Bruchteil normaler Handyvertragsgebühren) Festnetztelefone anrufen. Wenn das ganze in Japan hinhaut, werden wir wohl auch bald dürfen. Ja, das ist cool. Bis jetzt sind Handys immer mehr zu kleinen Spielekonsolen geworden. Jetzt macht mal ein mobiler Konsolenhersteller den Schritt in die andere Richtung. Wahnsinn schon bei uns im Garten.
Quelle: Mainichi Shimbun, Kotaku

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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 10.12. bis 16.12.2007 und vom 17.12. bis 23.12.2007.
News der vorhergehenden Woche

Ich hatte irgendwie weder Lust, noch Zeit die letzten zwei Wochen Zeitungen zu lesen. Neben Weihnachten hat’s bei uns auch noch eine Reihe Familienfeierlichkeiten, die abgefrühstückt werden wollten und zwischen Torten, Salaten und Börek-Bergen hat man andere Probleme als wer nun grad wieder wen auf der anderen Seite des Globus geägert hat.

Update zu KW45 und KW49: Kritik an Todesstrafe
Louise Arbour, hohe Kommissarin für Menschenrechte bei der UN (hört auch auf die schmucke Abkürzung UNHCHR), kritisierte die japanische Regierung dafür, dass sie Todesstrafen ohne Vorwarnungen durchführt und in der letzten Vollstreckungsaktion auch einen 74-jährigen hinrichtete. Natürlich wird auch die Art der Strafe an sich kritisiert - in den nächsten Wochen wird vorraussichtlich eine UN Resolution verabschiedet werden, die eine gänzliche Abschaffung der Todesstrafe fordert. Dieses Jahr lag die Zahl der Vollstreckungen in Japan mit 9 Fällen so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Im Oktober hatte sich der 81-jährige Menda Sakae - er war vor 24 Jahren selbst grad noch einmal der Todesstrafe entkommen - eigens zum Hauptquartier der UN aufgemacht, um um Unterstützung im Kampf gegen die staatlich verordneten Tötungen zu bitten.
Quelle: Breitbart

Update zu KW44, KW46 und KW47: Japaner pro Ausländer
Man möge meinen, Japaner hätten was gegen böse Ausländer. An jeder Straßenecke rufen Plakate zum gemeinsamen Kampf gegen illegale Einwanderer auf und Fingerabdrücke muss nun jeder Gaijin abdrücken. 1988 hatte das Kabinett beschlossen, dass Spezialisten zwar gute Ausländer wären (insbesondere Informatiker, die dann für ‘n’ Sushi und ‘n’ Nikuman Englisch unterrichten und bald wieder nach haus gehen), Unausgebildete hingegen dem Kaiserreich fernzubleiben wären. Laut einer Umfrage der Mainichi Shimbun sieht das eine Mehrheit der Japaner anders: 63% sind der Meinung, dass auch Billiglohnkräfte und unausgebildete Arbeiter ruhig ein wenig die einheimischen Straßen kehren dürften. Also ist doch noch nicht aller Tage Abend.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW49, Yasukuni-Schrein und Arte-Bericht: Nanking-Verleugnung
Anlässlich des 70. Jahrestages des Nanking Massakers wittmeten sich nicht nur chinesische und westliche Filmemacher dem Thema - Mizushima Satoru hält mit “The Truth about Nanking” dagegen. In dem Film behauptet er, dass die japanische Armee Frieden ins chaotischen Nanking gebracht hätte und möchte verhindern, dass japanische Kinder den Staat ihrer Großväter (Urgroßväter) für barbarisch halten. Dazu fällt mir eigentlich nix Schlaues mehr ein. Nehmen wir es als Sieg der Demokratie, dass auch solche Menschen die Meinung kundtun dürfen. Banzai.
Quelle: Reuters

Update zu KW46: US fordert Ende der Buckwaljagd
Eigentlich ist mit der Überschrift schon alles gesagt. Nachdem Australien, Europa und die USA Protest eingelegt hatten, haben sich die japanischen Verantwortlichen zwar beraten, was zu sei, doch getan wurde bis jetzt herzlich wenig. Diesen Zustand kritisierte nun US-Botschafter Thomad Schieffer und versucht weiter die Regierung dazu zu bringen, die Jagd zumindest bis zur internationalen Walfangkonferenz im Juni zu stoppen.
Quelle: AP/ via Google-News

Kriegserklärung an Kamikaze-Radler
Die Polizei von Aichi hat die Nase gestrichen voll: Dieses Jahr verteilten sie 92 Knöllchen an radfahrende Verkehrssünder - und dabei war es im Jahr zuvor sage und schreibe eines (also ein Strafzettel) gewesen. Jeder, der schon mal über einen japanischen Bürgersteig spaziert ist, wird wissen, dass die Radler in Japan nicht etwa plötzlich in gemeingefährliche Kamikaze-Raser mutiert sind. Sie waren es schon immer und seit jeher. Da die Zahl der Fahrradunfälle sogar angestiegen war - um rund 2000 Vorfälle auf 13.000 im Jahr 2006 - nahmen die Ordnungshüter die rosa Brille endgültig ab und verknacken gnadenlos jeden Verkehrsraudi. Wer unter Alkoholeinfluss fährt, muss sogar mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.
Quelle: Mainichi Shimbun

Strafe für Sankei Shimbun
Die Sankei Shimbun muss 3,3 Millionen Yen als Kompensation an den 37-jährigen Firmenhäuptling Islam Mohamed Himu zahlen. Als dieser anno 2004 für Betrügereien 300.000 Yen hinblättern musste, hatte die Sankei ihm am darauffolgenden Tag Verbindungen zur Al Qaeda vorgeworfen - auf der Titelseite. Für einen Geschäftsmann ist das natürlich mehr als nur schädlich; dementsprechend nun auch das Urteil von Richter Akiyoshi Hitomi.
Quelle: Mainichi Shimbun

US Botschaft zahlt Miete!
Japan hat so sein Kreuz zu tragen mit den Amis. Im zweiten Weltkrieg wurden sie nunmal besiegt und eigentlich ist es ja die US Armee, die unsere lieben Inselaffen vor den roten gelben Nachbarn schützt. 1998 litten die Vereinigten Staaten offenbar ein wenig unter Geldmangel und hatten so ein paar über hundert Jahre alte Papierchen vom Speicher geholt, welches den Mieter des Landfleckchens im Minato-Bezirk vor Preiserhöhung schützen sollte. Also weigerten sie sich fortan schlicht, mit den Scheinchen rüberzurücken. Nun haben sie sich überreden lassen, doch noch 7 Millionen Yen pro Jahr für die Jahre zwischen 1998 und 2007 nachzuzahlen und von 2008 bis 2012 10 Mio, und 2013 bis 2027 15 Mio pro Jahr hinzublättern. Halleleluja!
Quelle: Mainichi Shimbun

Noch weniger Verbrechen
Japan ist doch eigentlich schon so ziemlich das sicherste Land der Erde. Nun ist die Anzahl der Verbrechen zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder unter die 2 Millionen-Marke gepurzelt. Die Kriminalitätsrate befindet sich damit seit 5 Jahren auf dem absteigenden Ast. Die Regierung behauptet zwar standhaft, dass dies mit den drastischen Gegenmaßnahmen und erhöhten Kontrollen der japanischen Verbrechensbekämpfer seit dem Negativ-Rekordjahr 2002 zusammenhinge, doch ich bin ja eher der Auffassung, dass der Zusammenschluss der Erzrivalen Square und Enix den Gangfights, Straßenkämpfen und sonstigen Bandenrivalitäten ein Ende bereitete. Die Rate der Morde ist übrigens um 10 auf 26 in diesem Jahr gestiegen.
Quelle: Breitbart

Kamikaze-Rentner
Je oller je doller: Dieses Jahr im Oktober hatte er seinen Führschein wegen Fahrerflucht verloren - nun wurde der Sendai-aner nicht nur beim Fahren erwischt, sondern hätte auch beinah eine Grundschülerin umgefahren. Das schön: Der wehrte Herr ist schon 100 Jahre alt. Das Auto, so verteidigte er sich, sei sein Jungbrunnen. Aha. Ab 2009 müssen sich in Japan über 75-jährige übrigens jährlich auf Demenz testen lassen…
Quelle: Japan News Review

Papp-Nikuman in Akiba
Ein Hoch auf die Akihabaren! Vor einigen Monaten lästerten die japanischen Medien darüber, dass die Chinesen Pappe futtern würden. Hier noch mal der Bericht (auf Japanisch, aber allein vom Hinsehen bekommt man Appetit :P):

Mittlerweile wurde das ganze als Hoax entnervt - aber Otaku haben nunmal Humor, wenn auch einen etwas seltsamen. Deswegen gibt es jetzt in Akihabara in Richtung U-Bahnstation Papp-Nikuman. Leider werden die fleischgefüllten Teigtaschen (bzw. “Hamburger” laut der deutschen Sailor Moon Übersetzung) doch keine abgeseihte Baumrinde, sondern die normalen Zutaten enthalten. Und ich hatte mich schon auf vegetarische Nikuman verfreut…
Quelle: Japan News Review

Copyrigh-freie Filme
Der oberste Gerichtshof Japans sprach und die Fans klassischer Filme freuten sich: Filme, die 1953 oder früher gedreht wurden, sind allesamt und ohne Ausnahmen umsonst - will heißen, nach den nunmehr verstrichenen 50 Jahren seit das Copyright abgelaufen. 2003 wurde zwar eine Verlängerung der Halbwertszeit auf 70 Jahre erwürgt, doch lässt sich zumindest die japanische Rechtsprechung nicht auf den Arm nehmen, auch nicht von Hollywood, und lässt diese Verlängerung nicht etwa rückwirkend gelten. Die Geister schieden sich an Paramounts Film “Shane” aus dem Jahre 1953, welcher nunmehr zum Abschuss freigegeben wurde.
Quelle: Asahi Shimbun

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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 03.12. bis 09.12.2007
News der vorhergehenden Woche

OK. Heute verschiebe ich nix mehr auf morgen und lege gleich mal los. Schlaf ist was für Anfänger! *har*

Update zu KW48: Schulmädchenreport Teil 2
Jaja. Und all diejenigen, die denken, Kodomo no Jikan wäre “lustig”: Satoshi Mori von der Sagamihara Grund(!!!)schule - ja, er ist dort Lehrer und nicht etwa der Gärtner oder der örtliche Mümo - wurde letzte Woche in Yokohama verhaftet. Er hatte im September dieses Jahres einer 13-jährigen 30.000 Yen (250 E) für sexuelle Dienste bezahlt. Und ja, die beiden haben sich auf einer Handy-Partnersuch-Seite (also über mobiles Internet) kennengelernt. Ich sag ja, eine Sperre solcher Seiten für unter 18-jährige ist unter Umständen keine allzu schlechte Idee.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW45: Todesstrafen-Glasnost
Wie wir ja schon festgestellt haben, herrscht in Japan immer noch die Todesstrafe. Das scheint den zuständigen Behörden selbst ein wenig peinlich zu sein und so wird über die exekutierten nichts gesagt. Lediglich die Anzahl und das Datum wurde bekannt gegeben. Bis 1998 sogar nicht mal das Datum, sondern lediglich die Gesamtjahresanzahl. Eigentlich. Bis jetzt. Nun macht die Regierung klar Schiff und sagt konkret, wen sie warum und wann über den Sumidagawa schickt. Diesmal wurden drei Personen (verurteilte Mörder) gehängt.
Quelle: CNN

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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 26.11. bis 02.12.2007
News der vorhergehenden Woche

Irgendwie muss ich mir mal was anderes, also nen anderes Format, überlegen für den Newsletter. Deswegen ein bissle weniger.

Update zu KW44: Lebensmittelskanal und das goldene M der Zivilisation
Diesmal haben MacDonald’s Mitarbeiter und Verantwortliche zugegeben, Lebensmittel auch nach dem Verfallsdatum zu verwenden. Zutaten für Milchshakes, Eier und der gleichen mehr wurden lustig weiter zu Lebensmitteln verarbeitet. Salate bekamen nach der Ablaufzeit von 12 Stunden schlicht ein neues Label statt weggeschmissen zu werden. Skandal. Gut, alles ganz schrecklich, aber mal ehrlich: Sollen Lebensmittel in der Tonne landen, weil ein fiktives Durchschnittsdatum verstrichen ist?! Ich weiß, für die zivilisationsgestörten Stadtkinders ist es unvorstellbar, aber nen Ei, was am 5.12. “abgelaufen is” aber nicht stinkt, ist auch noch am 6.12. gut. Ja, wirklich. Wenn man auf’m Land sich die Eier vom Federviech im Stall selbst holt, dann haben die da kein Datum raufgepickt und man muss sich selbst nen Reim drauf machen. Klar, Gammelfleisch und Co. möchte ich nicht auf dem Teller haben - aber 13 Stunden alten Salat? Ich bitte euch.
Quelle: Japan News Review

Update zu KW46: DoCoMo jetzt international
Nachdem Disney mit Softbank… hat, fährt jetzt auch DoCoMo mit der neuen 905i Serie (Fotostrecke hier) die internationale Schiene. Jedoch andersrum. Wie ja erwähnt, war es für ausländische Anbieter der Einstieg in den japanischen Markt schwer (und andersrum dasselbe Spiel), weil schlichtweg andere Rundfunkfrequenzen verwendet wurden. Nun hat sich DoCoMo aufgemacht, das zu ändern und so funkt ihre neue Handyreihe auf dem weltweit beliebten GSM Standart. Heißt das, dass wir auch bald mit DoCoMo Handys rumlaufen können?
Quelle: The Japan Times

Schulmädchenreport jetzt ohne Handy
Wer mal in Japan war, weiß es längst: Dort braucht man sich keine Taschentücher kaufen. Wenn man nämlich durch die Straßen läuft, bekommt man ganz einfach so welche in die Hand gedrückt. Da sind dann kleine Werbezettelchen eingefügt, mit so lustigen Telefonnummern. Ruft man die an, bekommt man Kontakt zu freundlichen Schülerinnen, die mit einem Dinge machen. Das war die Methode von gestern. Heutzutage läuft das ganze über Internet-Dating-Sites. Die sind auch über Handy erreichbar. Und schon haben wir das Schlammassel: Die Taschentuchverteiler werden arbeitslos und tausende Japaner können sich nicht mehr die Nase schnauben. Um dem entgegenzuwirken haben die Jungs von der Demokratischen Partei in Japan nun die Köpfe zusammengesteckt und einen Gesetzesentwurf erdacht, der eine Sperre für Dating-Sites vorsieht. Geht ein Handy-Händler einen Vertrag mit einem Minderjährigen (bzw. wohl eher einer Minderjährigen) ein, muss ins Mobilfon eine entsprechende Kindersicherung eingebaut werden. Und ja, das ist sinnvoll, denn in Japan ist diese Art von Kinderprostitution weit genug verbreitet, um ein gesellschaftliches Problem darzustellen.
Quelle: Yomiuri Shimbun

Krebsforschungspreis an japanischen Forscher
Das “Deutsche Zentrum für Krebsforschung” hat dem japanischen Forscher Prof. Yamanaka von der Kyoto-Universität einen mit 50.000 Euro dotierten Preis verliehen. Der gute Mann war ziemlich überrascht - er forscht nämlich gar nicht zu Krebs. Dafür hat er wohl eines der Probleme gelöst, die deutsche Ökos seit Jahren beschäftigen: Stammzellen. Diese werden ja auch Embryos gewonnen und da ja bekanntlicherweise 3 Tage alte Menschenembryos im Gegensatz zu 4 Jahre alten Rindern schützenswertes Leben sind, weiß man nicht so recht, wie man das ganze verantworten soll. Stammzellen sind aber für die Krebsforschung von großer Bedeutung. Der gute Professor von zwischen de Berge hat nun eine Methode gefunde, menschliche Hautzellen so umzupolen, dass sie die wichtigsten Eigenschaften von Stammzellen übernehmen. Darüber waren die deutschen Krebsforscher so glücklich, dass sie ihn dafür symbolisch mal ne Runde knuddeln wollten. Ein Hoch auf die japanische Forschung.
Quelle: Breitbart

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Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 19. bis 25.11.2007
News der vorhergehenden Woche

Langsam könnte ich schon für die Woche drauf was schreiben. War leider sehr beschäftigt (= habe mir Galileo bis Folge 7 reingezogen. Sorry, ging nicht anders. ^-^;;;) Zwischen Dienstag und Donnerstag habe ich aber sowie so irgendwie keine Zeit zum bloggen. Ich sollte mich mit den “News” auf den Sonntag verlegen…

Update zu KW 46: Japaner doch nicht feige
Der Dalai Lama tourt durch die Welt und die Chinesen finden’s gar nicht toll. Dafür, dass die USA dem religiösen Führer eine Medaille gegeben haben, verweigerte China z.B. deren Schiffen an Thanx-Giving das Anlegen in HongKong. Nun zeigen sich die Regierenden Japan’s doch weniger feige, also geplant: HATOYAMA Yukio, Rädelsführer bei der demokratischen Partei, gab bei einem öffentlichen Kaffeeklatsch mit dem Tibeterfürsten zu, ein Sympatisant zu sein. Schaun mer mal, was die Chinesen dazu sagen werden…
Quelle: The Japan Times

Update zu KW 44: Kirschblüte mitten im Winter
Oh, holde Vergänglichkeit. Vor einigen Wochen noch redete ich über Herbstblätter und die Liebe der Japaner zu solchen. Natürlich gibt es da etwas, was den Japanern noch lieber ist: Kirschblüten. Die blühen leider nur im Frühjahr. Eigentlich. In Fujioka, Gunma, kann man sich auch jetzt an ca. 7000 pink-weißen Bäumchen erfreuen. Nein, nicht aus Plastik, sondern so richtig echt. Der Park heißt passenderweise Sakurayama (Kirschblütenberg) Shinrin. Ein Bildchen gibt es hier.
Quelle: Mainichi Shimbun

Update zu KW 44: Proteste gegen Fingerabdrücke
Jetzt hat selbst der Spiegel dem Phänomen einen kleinen Bericht gewittmet (mit dem freundlichen Hinweis darauf, dass Ausweise mit Fotos ja auf der ganzen Welt, außer halt Japan, üblich seien - schönen Gruß von Planet Germany, ne). Interessant fand ich die Bemerkung, dass die gesammelten biometrischen Daten auch mit anderen Behörden geteilt werden dürfen. Demnächst weiß also alles von BKA bis Mossad, wenn ich nach Japan fahre? Schön. Sind die US Fingerabdrückchensammler eigentlich ebenso kooperativ? Wie dem auch sei, protestieren in Lalaland derweil einheimische Bürgerrechtler, wie auch internationale Organisationen gegen die Sammelwut. Am Montag, den 19. November (also zwei Tage vor dem Start der Aktion), erklärten sich 67 versammelte Bewegungen öffentlich nicht einverstanden, während die Fans der neuen Gesetzgebung Ende der Woche bereits die Ausweisung bzw. Ablehnung der ersten 11 bösen Ausländer feierten. Sich einfach mal weigern hilft übrigens nicht, denn die Zollbeamten dürfen zur Not auch ein bisschen ruppig bis handgreiflich werden. Aufgrund der internationeln Proteste scheint es jedoch noch möglich, dass sich japanische Politiker doch noch einmal genauer mit dem Thema befassen und vielleicht merken, dass Terroristen eigentlich eher von der Insel selbst kommen. Dann können sie sich endlich dazu bekennen, dass es eigentlich gar nicht um Terrorabwehr oder ähnliches geht, sondern schlichtweg darum, dass die ganzen Blondies und Dunkelhäutigen den Japanern langsam aber sicher auf den Reiskeks gehen.
Quelle: Breitbart.com

Die letzten Samurai
Eigentlich möchte man meinen, die Ära der schwertschwingenden Samuraiklans, die sich um japanische Burgen und Schlösser (langweilige, mehrstöckige Häuser) kloppen, sei vorbei. Aber Pustekuchen mit Schokosoße. In Nakatsu, seines Zeichens drittgrößte Stadt in der Oita Präfektur (also am AdW), kämpft der Klan der Okudaira erbittert um den Stammsitz der Fürstenfamilie. Leider nicht fimchenreif auf Pferden mit antiken Waffen, sondern ganz modern vor Gericht. Das ganze liest sich wie eine Episode Lindenstraße: Masayuki O. ließ sich beim Amt als adoptierter Sohn von Takako O. eintragen. Takako wollte aber gar nicht Mama werden, doch weil sie in Tokio wohnte und keinen Bock hatte, nach Kyûshu zu fahren, ignorierte sie das ganze zunächst. Doch nun beabsichtigt Masayuki O. niederträchtigerweise das Familiengut zu verkaufen. Die Stadtverwaltung von Nakatsu war schockiert und petzte bei Takako O. Ach ja, bevor Masayuki O. zu einem Okudaira wurde, hatte er sich schon mal von einer Kazuo S. zum Sakamoto adoptieren lassen… Das neueste Meisterwerk von Akira KUROSAWA wird vielleicht nicht draus, aber als J-Dorama oder Telenovela eignet sich das ganze durchaus…
Quelle: Mainichi Shimbun

One-Seg: DS TV Hit in Japan
Yep. Japaner lieben Zusatzfunktionen für ihre Konsolen. Ich erinnere mich liebevoll an ein Bügeleisen für’s SNES (allerdings kenn ich das nur als Foto aus der… Total! oder war es die SuperPlay? oder noch was anderes?). Egal. Es gibt neuesterweise einen TV Tuner für den GameBoy DS. Jeder, der ein wenig im Web rumgeistert sollte auch schon entsprechende Meldungen z.B. bei N-Zone oder vielleicht einer englischsprachigen Business-Seite gesehen haben: Obwohl Ninty eigentlich keine Werbung für ihr neuestes Spielzeuchs gemacht haben, konnte ihre Homepage der japanischen Vorbestellwut kaum Stand halten und landete zwischendurch immer wieder auf der Nase. Da andere schon wortgewaltigerweise festgestellt haben, dass das DS TV beliebt sei, kann ich der Zahlhascherei geschickt ausweichen und mich gleich der richtigen Info hingeben.
Im Gegensatz zu den meisten anderen MobilTV-Geräten hat das DS zwei Bildschirme. Deshalb kann man praktischerweise beim Fernsehen nicht nur per Touchpad leichter die Kanal wechseln oder Lautstärke und Helligkeit einstelligen, sondern auch jeden möglichen anderen Unfug mit dem Gerät anstellen, wie zB Notizen schreiben, Screenshots machen usw. Wenn einem das Bild auf dem DS Bildschirm zu groß ist, kann man das ganz auch gedreht anschauen (frag mich mal einer nach dem Sinn). Zudem kann man sich per zweitem Bildschirm zeitgleich Videotext, Untertitel und sonstige Zusatzinfos lesenderweise zu Gemüte führen. Ein echter Vorteil gegenüber Handy und Co. Interessieren würde mich auch mal, ob man währenddessen auch GameBoy Advanced Games auf dem unteren Bildschirm spielen kann. Bevor ihr in Freudentaumel verfallt: Das DS TV wird es nach jetztigem Technikstand bei uns wohl erst mal so nicht geben. In Japan läuft MobilTV nämlich über One-Seg. In Japan wird der terrestrische Rundfunk in 13 Segmente geteilt ausgestrahlt. Seit dem 1. April 2006 wird davon speziell für mobile Rundfunkempfänger, z.B. mit das Handy oder ein Navigationssystem im Auto, davon ein Segment (”One-Seg”) ausgestrahlt. Zur Komprimierung wird der h264 Standart im MPEG4 Format mit dem HE-ACC Audio-Codec verwendet. Die Auflösung beträgt maximal 320×240 pixel bei einer Bitrate von 220-320kbit/s. NTT DoCoMo hat für diejenigen von euch, die des Englischen mächtig sind, eine kleine Einführung ins Thema One-Seg. Ja, ich habe zu dem Thema mal eine Hausarbeit geschrieben. Fragt mich nach Details!
Hier noch das offizielle Werbevideo:

Fotos und zwischendurch nen paar begeisterte Worte gibt es bei dannchoo.com.
Quelle: J-Cast, copy&past aus meinem Wii Plock (sorry, warum zweimal schreiben? :P)

Mehrwertsteuererhöhung 50/50
Die Yomiuri will in einer Umfrage ermittelt haben, dass sich 50% aller Japaner für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aussprechen, um das Sozialsystem zu retten. Wenn ich an die horrenden Medikamentenzuzahlungen und niedrigen staatlichen Renten denke, frage ich mich dabei, von welchem Sozialsystem die reden. Dabei sollte vielleicht erwähnt werden, dass 48% dagegen stimmten, aber hey. Interessant auch, dass wiederum nur 32% sich bereiterklärten, mehr Steuern zu bezahlen. Wie jetzt? Sind die restlichen 18% Arbeitslose? (Wo haben die die Umfrage gemacht? Im Ueno Park unter den Bewohnern der hübschen Siedlungen mit den blauen Zelten?)
Wenn nun aber, wie offenbar der Fall, der Trent zu einer größeren Zustimmung zur Mehrwertsteuer geht, dann könnte das auch die Politiker dazu bewegen, sich entsprechende mit dem Thema zu befassen. Dazu muss man sagen, dass in Japan die Mehrwertsteuer mit 5%, ähnlich wie in den USA, ziemlich niedrig veranlagt ist. Man vergleiche das ganze mit den 19% in Teutschland, wo die Mehrwertsteuer mit dem Hinweis auf viel höhere Werte in anderen Ländern erhöht wurde… Was bedeutet das eigentlich für uns? Ganz klar: Möglichst jetzt gleich noch möglichst viel einkaufen. ;)
Quelle: Yomiuri Shimbun

Louis Vuitton wird Lackaffe
Wer einmal mit offenen Augen durch Shibuya gelaufen ist, wird wissen, was Louis Vuitton ist. Naja, zumindest hat er schon mal eine LV gesehen, denn die hässlichen, kackbraunen hängen von jedem zweiten dünnen Girlyärmchen. Nun wird es bald nicht nur Täschchen, sondern auch Lackware von Louis Vuitton geben: Pierre (Louis Vuitton, der 6. - mit Pierre haben sie dem Louis echt noch einen drauf gesetzt, was Kreativität in der Namensgebung angeht) hat sich bereits die fertigen Lackboxen mit dem LV Blümchenmuster angeschaut. Die 157.500 Yen Dinger mit dem Codenamen “Wajima” sind übrigens hauptsächlich schwarz mit nur einigen Stellen im traditionellen Ekelbraun. Die Japanerinnen werden freilich zuschlagen. Also nicht mit der Tasche auf den Dieb, sondern beim Einkauf jetzt. Ist auch gar nicht mal böse kapitalistisch, denn die Erträge werden den Erdbebenopfern aus der Ishikawa Präfektur (im März 2007 hatte es auf der Noto Halbinsel eine solche Naturkatastrophe gegeben) zu Gute kommen. Da sage mal einer, die Kaufwut der Japanogirlies hätte nicht auch was Gutes.
Quelle: Mainichi Shimbun, Louis Vuitton HP    [...mehr]


Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 12. bis 18.11.2007
News der vorhergehenden Woche
Diesmal mit ein wenig Verspätung, aber da es sich ja sowieso um eine Zusammenfassung und keinen tagesaktuellen Newsletter handelt, könnt’ ihr das hoffentlich verkraften. :)

Update zu KW45: Disney und Softbank
Disney und Softbank sind nun offizielle ein Paar. Ab der nächsten Kirschblüte wird es Handies und Downloads im offiziellen Disney Design geben. Softbank vermietet dafür ihre unbenutzten Frequenzbereiche an die Mickey Mouse Macher. Somit wäre die Nummer 2 des amerikanischen Entertainment Marktes die erste ausländische Firma, die den Sprung in die japanische Mobilfunkwelt geschafft hätte. Dies galt aufgrund der Verwendung anderer Technologien bzw. Frequenzbereiche, vor allem aber auch wegen der eigenbrötlerischen Haltung von DoCoMo und Co. als ein Ding der Unmöglichkeit. (Vodafone hatte auch lediglich J-Phone übernommen und ist damit auch relativ schnell auf die Nase geplumpst.)

DoCoMo und KDDI wurden währenddessen von der FTC für ihr Schummelmarketing gerügt: Sie hatten damit geworben, jeder könne seine tägliche Dosis K-Tai zum halben Preis haben und dabei vergessen zu erwähnen, dass man sie erst einmal ihre Firma heiraten muss: Wer den Ehevertrag vor dem Ablauf einer zweijährigen Frist kündigt, muss 10.000 Yen blechen. Nicht, dass in Krautland nicht ähnliche Zustände herrschen würden…
Quelle: ACB News    [...mehr]


Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 5. bis 11.11.2007

News der vorhergehenden Woche.

Ich les Zeitung, damit ihr es nicht tun müsst!

Mehr Yen für Softbank
Als Softbank – fragt mich nicht, es gibt Namen, auf die kommen auch nur Japaner – vor einem Jahr das Marktsegment von Vodafone Japan aufkaufte, hatten sie mickrige 1,8 Mio User. Mit einer knallharten (Vorsicht, schlechter Witz) Geschäftsstrategie – will heißen, die feinste neue Technik gepaart mit “Geiz ist geil”-Angeboten – konnte die Kundenanzahl um eine Kommastelle verschoben werden, sprich auf jetzt 17 Mio.

Und jetzt für alle Ero-Fans die nackten Zahlen: 46,46 Billionen Yen (im Vergleich zu 14,44 im Vorjahr), 22% plus bei den Verkäufen und 30% mehr Verkaufsstellen (hey, ich wittere einen Zusammenhang). Diese Marktanteile hat die Firma übrigens dem Imperium, also NTTDoCoMo abgerungen, die vor zwei Wochen öffentlich über ihre gefallenen Umsätze heulten. Fragt sich nur, wo KDDI (au), das dritte Rad am japanischen Mobilfunkwagen, abbleibt.
Als Belohnung für den Erfolg wurde Softbank außerdem am Montag ein Deal mit Walt Disney versprochen. Details im nächsten Japan Aktuell (hoffentlich).
Quelle: Mainichi Shimbun.

7.022 Japaner fordern Todesstrafe für Jose Yagi
7.022 Japaner unterschrieben die vom Vater des Opfers initiierte Petition, die Todesstrafe gegen den 35-jährigen Kindesmörder Jose Manuel Torres YAGI auszusprechen. Yagi, der im November 2007 die siebenjährige KINOSHITA Airi in Hiroshima sexuell missbraucht und anschließend umgebracht hatte, wurde bereits zu lebenslanger Haft verurteilt und muss sich momentan vor dem Hohen Gericht von Hiroshima für seine Tat verantworten. Die Unterschriften wurden vorwiegend über Internet-Blogs gesammelt. Abgeschafft wurde die Todesstrafe in Japan noch nicht, doch wird sie selten verhängt. Dieses Jahr wurden bislang drei Männer hingerichtet, letztes Jahr waren es vier und 2005 ereilte lediglich einen dies Schicksal. Insgesamt warten gut einhundert Verurteilte auf die Vollstreckung.
Quelle: Yomiru Shimbun, Amnesty International

NOVA a New Hope
NOVA Corp., seines Zeichens landesgrößter Sprachenschulenbetreiber und bis zum Hals im Skandalsumpf feststeckend, wird ein Drittel seiner Schulen an “G.education”, einen Nachhilfeschulenbetreiber mit Home Base in der Expo-Stadt Nagoya verscherbeln. Das METI hatte im Juni einen sechsmonatigen Bann auf Neukundenwerbung gegen NOVA, die Kunden mit Niedrigpreisen in Langzeitverträge lockte, verhängt. Im Oktober meldete der Konzern Bankrott und steht momentan am Pranger der japanischen Gerichtsbarkeit. 30 der 669 Schulen sollen sofort übernommen werden; es bestehen Pläne für bis zu 200 weitere. Zudem werden alle 4.900 Angestellten übernommen, Ausländer wie Japaner. So kommen denn bei geprellten Kunden und Schülern von NOVA Corp. Hoffnungen auf Entschädigungen bzw. Auszahlung ausstehender Gehälter auf. Ob G.education die Schäfchen wieder aufs trockene Grün bringen und die Unterrichtssituation – so ganz ohne Betrügereien – verbessern kann, bleibt abzuwarten. Das Englisch der Japaner kann jedenfalls nur besser werden.
Fremdsprachlich Begabte können/sollten sich noch mit dem Wiki Beitrag und folgenden Youtube-Videos vergnügen:
Eine Anti-Werbung für NOVA.

für Japanisch-Könner: Die Originalnews vom Juni.

Quelle: Kyodo News, Yomiuri Shimbun, Youtube (doh!)

PlayStation3 – 40GB-Modell veröffentlicht
Am Sonntag, genau ein Jahr nach dem Erstverkauf der PS3 am 11.11.2006, wurde das lang erwarte 40GB-Modell der kränkelnden Konsole veröffentlicht – strategisch günstig gelegt, denn sonntags begeben sich Otaku eh traditionellerweise nach Akihabara, von Fans, Geeks und anderen Ungläubigen meist als Mekka bezeichnet, um die zur Fußgängerzone erklärte Hauptstraße zu verstopfen und im Rudel oder als Einzelkämpfer nach billigen Ero-Dôjinshi zu jagen. Berichten zufolge sollen diese dann hauptsächlich mit Dynasty Warrior 6 (In Japan Shin Sangoku Musô 5 真・ä國無双) zocken beschäftigt gewesen sein. Laut AkibaOS gibt es die 40GB-PS3 in schwarz und weiß; im Gegensatz zu den 20- und 60GB-Modellen hat das Maschinchen jetzt zwei USB-2.0-Slots, dafür aber keinen Card-Reader (wie beim 60GB-Modell) mehr.

Hier der DW 6 Trailer:


Die offiziellen Werbefilmchen gibt es hier anzusehen.
Quelle: Akihabara Channel, AkibaOS

Böse ausländische Fische im Biwa-See
Ausländer nehmen guten Japanern die Arbeitsplätze weg, überschwemmen Shibuya und Shinjuku mit indischen Restaurants, bringen ihre belanglosen Feste mit, laufen selbst noch in den entlegensten Gegenden in aller Öffentlichkeit groß und blond durch die sonst so wunderherrlich urtümlich japanische Landschaft und jetzt verdrängen auch noch ihre Fische die guten einheimischen im größten japanischen See, Biwa. Zum Glück hat Kaiser Akihito am Sonntag auf dem 27. landesweiten Großtreffen für die Herstellung eines reichen Meeres 第27回全国豊かな海づくり大ä (Dai27-kai Zenkoku yutakana Umi-zukuri Daikai) am Biwa-See (Kommt es nur mir seltsam vor, dass die Bewohner eines Inselstaates an ihren einzigen richtigen See fahren, um sich über das Meer zu unterhalten? Haben sie verzweifelt versucht, Abstand zu gewinnen? Jaja, mit “umi” ist Gewässer oder die See gemeint – aber trotzdem. ^-^;) zugegeben, dass er der Bösewicht war. Vor 50 Jahren hatte er den Fisch aus den USA entführt, um ihn daheim gleich ins kalte Wasser zu werfen. Die Rache des Fisch-Imperiums. Hätte er als Meeresbiologe eigentlich besser wissen müssen. Naja, war damals halt ein nationaler Trend, Sachen aus’m Ausland zu klauen.

Natürlich muss ich an dieser Stelle anmerken, dass die Verdrängung einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch ausländisches Getier und Gestrüpp durchaus ein wenig humorvolles Thema ist und nicht nur ernsthafte, sondern auch schlimme Folgen haben kann. Statt idealistischen Kronprinzen sind die Übertäter allerdings meist internationaler Handel und dumme Ideen, wie die mit der “biologischen Bekämpfung” von Schädlingen.
Quelle: Mainichi Shimbun    [...mehr]


Autor: Simon

Zusammenfassung der japanischen Nachrichten für die Woche vom 29.10. bis 4.11.2007

Ab heute werde ich mich zwingen, Nachrichten zu lesen und jede Woche die News ein wenig zusammenzufassen. Möchte ja nicht werden, wie ein gewisser (sprich: ich hab den Namen vergessen) Professor, der vom zweiten Weltkrieg erst 1943 durch den Brief eines Freundes erfahren haben soll. Also eröffne ich hiermit den “Life-in-Japan-News-Digest“. :)

Ausländer = potentieller Terrorist
Wie in den USA bereits gang und gäbe, werden ab diesem Monat allen ins Land kommenden Ausländern über 16 Jahren bei der Abreise Fingerabdrücke abgeknöpft; das ganze natürlich für den seltenen Fall, dass die Terroristen im Gegensatz zur Aum-Sekte oder der japanischen Roten-Armee-Fraktion auch mal aus dem Ausland kommen - wie z.B. Lionel Dumont, der während seines Japanaufenthaltes 2002/3 mit seinen Freunden von der Al-Quaida eine lokale Terrorzelle aufbauen wollte. Anders als unsere amerikanischen Freunden verlangen die Behörden im Land des Lächelns dasselbe auch von bereits dort lebenden Gaijin. Das wiederum ist nur mitnichten neu, denn bereits früher durfte man sich bei der Registrierung zum offiziellen Alien wie ein gewöhnlicher Krimineller behandeln lassen. Aufgewecktere Linke sehen dies freilich als einen Vorwand zur strengeren Kontrolle ausländischer Besucher und (mutmaßlich illegaler) Einwanderer.
Quelle: Mainichi Shimbun

Delphin-Jagd
Und noch eine Meldung zu Lebensmitteln: Alle Jubeljahre wieder regen sich Ökos und Vegetarier (versteht mich nicht falsch, ich bin auch einer) über das japanische Delphinschlachten auf. Aktueller Anlass der neuesten Gift- und Galle-Spuck-Aktion ist ein Rettungsversuch nebst Aufruf von Hollywood-Sternchen Hayden Panettiere, die die Tochter von Ally MacBeal mimte bzw. gerade als die sexy-süße Heroes-Variante von Wolverine zu bestaunen ist. Hier das ganze bewegt und in Farbe:


Quelle: Mainichi Shimbun, Youtube

Tokyo Motor Show
Vom 26.10. bis 11.11. findet auf dem Gelände der Makuhari-Messe in Chiba, bekannt als Veranstaltungsort zahlreicher großer Ausstellungen wie der “Tokyo Game Show”, die “40. Tokyo Motor Show” statt. Fünf Events mit verschiedenen Testfahrten und 77 Weltneuheiten warten auf die Besucher. Wen die rund 12 Euro Fahrtkosten von Tokio aus plus 1300 Yen (ca. 9-10 Euro) Eintritt nicht abschrecken, der darf sich seit dem 27. auch als Privatperson auf den Weg zur rechten Gesäßhälfte von Tokio (die Fahrt dauert ca. eine Stunde) machen. Veranstalter ist die JAMA; da meist Vorabmodelle und Industrieneuheiten ausgestellt werden, zählt die “Tokyo Motor Show” zu den fünf wichtigsten Autoausstellungen der Welt.
Quelle: Asahi Shimbun, Tokyo Motor Show Homepage

Japanisches Essen: Nein, Danke!
Wie auch hierzulande jagt in Japan momentan ein Lebensmittelskandal den nächsten. Am Mittwoch stellte sich nun die internationale Kette “Mister Donut”, bei uns als “Dunkin’ Donut” bekannt, selbst an den Pranger. Kürzlich erst waren die beiden Fleischproduzenten “Meat Hope” und “Hinaidori” beim Lügen erwischt worden – der Präsident von “Hinaidori” wollte sich gar das Leben nehmen. Daraufhin gestanden die beliebten Pralinchenhersteller “Akafuku”, “Shiroi Koibito” und “Fujiya”, verdorbene Ware zu süßen Leckereien verarbeitet zu haben. Wem der Appetit bei all den Meldungen vergangen ist, kann ja immer noch selbst kochen .
Quelle: The Herald Tribune, CBC

Neritan – 12-teilige Fernsehserie zu Anime
In Tokios Stadtbezirk Nerima, da wo einst Tezuka hauste und McDonald’s schon um 19 Uhr die Pforten dicht macht (ja, wirklich!), feiert die Bezirksregierung seine Animewurzeln – hier produzierte Toei Animation einst Japans erstes Farbzeichentrickfilmchen “Hakujaden (白蛇ä) – mit einer zwölfteiligen Dokuserie über Anime. Ausgestrahlt werden die Infotainment Häppchen mehrmals wöchentlich auf dem japanischen Kabelsender J:COM. Zu den Gästen wird auch Leiji Matsumoto gehören, an dessen “Königin der 1000 Jahre” sich die über 20-Jährigen evtl. noch dunkel erinnern können. Da AniOta ja zu den besonders Aktiven gehören, werden wir hoffentlich nicht lange auf das Youtube-Videos nebst FanSubs warten müssen.
Quelle: Mainichi Shimbun

Momiji – Herbstblätter
Mit einer Woche Verspätung können sich Japaner über die alljährliche Laubfärbung freuen. Während unsereins gelangweilt dran vorbeiläuft und Autofahrer über die fallenden Blätter, die im Spätherbst ihre geliebten Fahrzeuge einschneien, motzen, ist die herbstliche Farbenpracht in Lalaland ein Grund zur kollektiven Freude. In Massen pilgern vor allem Rentner und andere chronisch Gelangweilte an die wenigen Orte, wo noch ein paar mehr Bäume rumstehen als in der Stadt, und verstopfen die Straßen. So begab es sich an diesem Wochenende in Nikkô, berühmt für seine hübschen Herbstfarben und so’n paar alte Gebäude, dass Touribusse und Privatkutschen eine ebenso hübsche Schlange durch die Berge bildeten. Seht selbst: Link zum Bild
Quelle: Yomiuri Shimbun

Damit ihr nicht traurig seid, weil ihr die hübschen Herbstblätter in Japan nicht sehen könnt, hier zum Trost ein Foto vom deutschen Herbst:momiji

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