» Lernen

Autor: Florian

Die Trommlergruppe „Kodo“ trägt seit 1981 den musikalischen Herzschlag Japans in die Welt.

Die japanische Trommelgruppe „Kodo“ gilt als Vorreiter der japanischen Trommelkunst. Seit sie 1981 ihr Debüt im geteilten Berlin gegeben haben, haben sie über 3400 Auftritte absolviert. Damit bringen sie der Welt die japanische Kultur ein wenig näher, aber interpretieren auch traditionelle japanische Musik auf ihre Weise. In diesem Jahr konnten sie ihr 30 jähriges Bestehen feiern. Auf ihrer Tour im nächsten Jahr werden sie auch ein paar Konzerte in Deutschland geben. Da wird es Zeit für einen Rückblick, sowie einen Blick nach vorne. Was verbirgt sich hinter der Trommelgruppe „Kodo“, die sogar auf einer Insel in einer Art „Community“ leben?




[...mehr]


Autor: Simon

Das japanische Schriftsystem ist einer der größten Hürden für das Erlernen der japanischen Sprache. Gerade Anfänger stolpern über die Silbenschriften und sehen in den Kanji nur Hieroglyphen (und haben damit nicht mal ganz unrecht). Da ich mittlerweile eine ziemlich große Bilbiothek an Hilfsmitteln und Nachschlagewerken mein Eigen nenne, möchte ich mal zum Wohle aller daran machen, diese nacheinader vorzustellen.

Kanji und Kana Band 1 von Hadamitzky

[...mehr]


Autor: Simon

Im Kommentar zu Allison & Lilla wurde ich gebeten, etwas über das J-Drama Dragon Zakura zu schreiben. Da ich immer gern auf Leseranfragen reagier und außerdem dedizierter Abe Hiroshi Fan bin, kann ich nur sagen: Nix lieber als das.

Dragon Zakura
Ari wrote: “Schulbücher zum Thema und wir haben zum Anfang der Stunde darüber gesprochen,wie wir uns das Schulleben in Japan vorstellen-und kamen in dem zusammenhang auch auf die Cram Schools (heissen die nicht so? diese Vorbereitungsschulen) zu sprechen.
naja und der prof eben so “Sie kennen ja bestimmt alle die Serie Dragon zakura und wenn nicht dann haben sie ja bestimmt mehr oderminder “legale” Wege sich des zu beschaffen, das ist echt sehenswert” (dann hat er bissi die Handlung erklärt) “daran kann man z.b. ein wenig über die Anforderungen der Aufnahmeprüfung etc yada yada sehen…”
Sakura Sakura

Die Story ist relativ simpel gestrickt: Die Ryûzan Oberschule ist die 9. Hölle des japanischen Bildungssystems. Spitzname: “Baka Gakkô” (Idiotenschule). Selbst Yamaguchi Kumiko und der GTO würden von diesen Nieten, die sich da Schüler nennen, nix wissen wollen: Einer dümmer als der andere - und Rabauken oben drein. In der Schule nebenan, hingegen, wird fleißig und brav gebüffelt. Natürlich schafft es von jenen Musterschülern fast jeder an die Uni - kein Wunder, dass die Ryûzan Oberschule da pleite ist. Wer schickt sein Kind schon freiwillig auf die Idiotenschule, wenn daneben die Genieschmiede ist?

Dragon Zakura Horrorschule 1Dragon Zakura Horrorschule 2Dragon Zakura Horrorschule 3Dragon Zakura Horrorschule 4Dragon Zakura Horrorschule 5Dragon Zakura Horrorschule 6

Auftritt für den coolen, sexy, männlichen Ex-Gangleader Sakuragi (zu Deutsch: Kirschbaum -_-) Kenji, gespielt von besagtem Abe Hiroshi. Bei seinem Anblick vergess ich die süßen Segelohren von Aihara aus dem Itazura na Kiss Drama. Ich will ein Kind von ihm - oder zwei, oder drei.

Abe HiroshiAbe Hiroshi 2Macho Man Abe

Zwar ist er jetzt ein waschechter Anwalt mit Goldblümchen am Kragen, doch leider genauso pleite wie die Ryûzan.

Sakuragi is pleiteein echter Mann braucht kein richtiges BettDas Zeichen für Anwälte in Japan

Also kommt ihm die blendende Idee, den Schülern zu zeigen, wie er’s gemacht hat: Pauken, es auf die Elite-Uni Toudai schaffen und dem System einen in den Allerwertesten verpassen. 5 Schüler sollen es bei den nächsten Aufnahmeprüfungen schaffen. Die Rabauken überzeugt er lässig mit einem 10 Punkte Wurf.

er hat den baller holt auser wirftTreffer versenkt. Abe ist der Mann unter den Männern. Ich schmelze dahin.

In einem Spezial-Nachhilfekurs (quasi wie eine Juku/ Cram School, nur umsonst und in der Schule) bringt er seinen Auserwählten alle Tricks und Tücken bei - und macht aus ihnen nebenbei kleine Genies. Seine ersten Opfer sind YamaPi und Masami-chan.

seine neue klasseYama-Pi, der Macho-Held von MorgenMasami-chan

Dragon Zakura ist einerseits humorvoll (kein Wunder, spielt ja auch Abe mit), verursacht andererseits aber keine Hirnblutungen. Auch wird die Optik zwar ständig von Kirschblüttenbäumen verstellt, doch wird es trotzdem nicht kitschig oder gar groß romantisch. Und das trotz Hasegawa Kyoko als weiblicher Hauptrolle.

Sakuragi fängt gern SakuraDie ortsansässige Englisch-lehrerin ist geschockt

Das 11-teilige J-Drama von 2005 basiert auf dem gleichnamigen Manga von Mita Norifusa. Der schwarz-weiß Spaß hat es mittlerweile auf 5 Jahre im Weekly Morning Magazin und 18 Einzelbände geschafft. Respekt.

Auf jeden Fall ist das Drama mal einen Blick wert. Zum japanischen Schulsystem hingegen erzähl ich ein andernmal etwas. Ist schon spät und ich muss noch Wii spielen. :P

[...mehr]


Autor: Simon

In der letzten Japan Aktuell Ausgabe wollte der Nudelsuppentunker aufgeklärt werden, also kommt nun eine kleine Erklärung zu japanischen Schriftzeichen.

In Japan werden vier Schriftzeichensysteme verwendet. Eines davon sind die geheimnisvollen Romaji, die von den Nachkommen des Aeneas auf Grundlage des etruskischen Alphabets (so neuere Mutmaßungen) entwickelt und schlussendlich selbst von den Orcs übernommen wurden. Auf dem unteren Schaubild 2 handelt es sich dabei um die vierte Reihe. Desweiteren gibt es die berühmt-berüchtigten Kanji, oft auch als sino-japanische bzw. chinesische Schriftzeichen beschimpft. Derer gibt es ungefähr 60.000 - allerdings weiß man nicht genau, ob sich dabei nicht jemand verzählt hat - in unzähligen Varianten, die bisweilen auch landes- oder epochenabhängig sind. Die Japaner haben vor allem während der Tang-Zeit aus China geklaut (und zwar meist aus zweiter Hand über Korea), weshalb sich die Zeichen teilweise ein wenig vom modernen Chinesischen unterscheiden. Das ganze sieht übrigens nicht nur aus wie Hieroglyphen - es sind im Prinzip auch welche. An dieser Stelle lasse ich mal meinen Stift für mich sprechen (wem meine Handschrift nicht passt, der mache es sich bitte selba), weil manchmal lernt man wirklich durch einmal Hingucken mehr als durch tausend Worte:

Schaubild 1:

Kanji

Weil sich die japanische Sprache aber geringfügig von der chinesischen unterscheidet, kann man Japanisch eigentlich nicht sinnvoll nur mit Kanji schreiben. Natürlich haben es die Japaner trotzdem jahrhundertelang versucht, aber das ist ein anderes J-Drama. Um die Partikel u.ä. des Japanischen darzustellen, verwendete man zunächst Manyôgana - Kanji, die sinnentleert einfach nur ihrer Aussprache wegen missbraucht wurden. Aus diesen entwickelten dann die ehrenwerten Herren der Heian-Periode eine Kurzschrift, kurz Katakana (die dritte Reihe auf dem Schaubild 2). Der Kimonoträgerfraktion waren diese zu unsexy, weshalb sich die wehrten Damen kurzerhand ihr eigenes Hiragana-Süppchen zusammenbrauten (Reihe zwei auf dem Schaubild 2). Zusammengefasst nennt man diese Kana. Man dazu über, Nomen und Verben mit Kanji zu schreiben und die restlichen Silben mit Katakana. Im 20. Jahrhundert aber griff die Emanzipierung um sich und nun verwendet man für letzteres Hiragana, während die Männerschrift ein einsames Dasein für Fremdwörter und stark Betontes fristet. Jetzt erst mal mein Handgeschreibseltes:

Schaubild 2:

Japotext

1. Kanji mit Hiragana. So sieht der Satz normalerweise aus (vielleicht ein bissle hübscher geschrieben, aber nun gut).

2. Hiragana only.

3. Katakana.

4. Romaji.

5. Kanji mit Hiragana und Katakana - das Baka wurde mit Katakana geschrieben, um es zu betonen und außerdem nicht die schwierigeren Kanji schreiben zu müssen. ;)

Es handelt sich bis hierhin immer um ein und denselben Satz: “Mein Sempai ist doof.” Wie ihr seht, kann man Japanisch auch komplett mit Silbenschrift schreiben. Allerdings kommt das nicht besonders intelligent. Variante 2 sieht nach Kindergärtner aus, während Nr. 3 höchstens verwendet wird, um die Sprache von einem Ausländer darzustellen (wird in Romanen und Manga häufiger gemacht, um einerseits klarzustellen, dass es sich um Gaijin-Sprech handelt und dabei trotzdem verständlich zu bleiben).

6. Noch ein Beispiel, bei dem ich jetzt ein ausländisches Wort eingefügt habe:

“MEERU (hier fehlt ein Partikel oder wenigstens ein Komma, gomen ^-^;) kaitekurenai kara, watashi no sempai wa baka da yo.”

“Mein Sempai ist doof, weil er mir keine Mail(s) schreibt.”

Wenn ihr mal “Mail” mit der Katakana Version vergleicht, wisst ihr übrigens auch gleich, warum Japaner kein Englisch können.

Damit ist denn auch die Zeichenstunde vorbei. Wenn euch das Thema weiter interessiert, könnt ihr euch vertrauenswohl an Doc Wiki wenden (da sich dort mit Vorliebe Linguisten zu tummeln scheinen, sind die entsprechenden Artikel relativ ausführlich und empfehlenswert) bzw. im nächsten Buchladen ein Kanji und Kana von Hadamitzky abgreifen. Hintergrundinfos und mehr von diesen lustigen Zeichenkombinationsbeispielen wie im Schaulbild 1 gibt’s in Langenscheidts Expresskurs .

Update: Da sich ein (beinahe) Leser beschwert hat, dass mein Beispielsatz ein wenig unhöflich sei, hier noch die politisch korrekte “Mein Sempai ist nicht doof.” Variante.

japotext 2

[...mehr]


Autor: Simon

Der Spreeathlet - was für’n Sport betreibt denn der Gute wohl? Surfen? ;) - wollte es anlässlich meines Beitrages “leckeraussehende Radiergummi” genauer wissen und daher eröffne ich hiermit die Kategorie “100 Wörter Japanisch“. Warum gerade “100 Wörter”? - Fragt bitte den Spreeathleten. :P
Will heißen, heute geht es zwar nur um japanische Namenszusätze - wenn ihr aber noch andere Fragen zu Japanisch (oder meinethalben zu Japan) habt, dann immer raus mit der Fremdsprache. Ich werde dann versuchen, das so gut es geht zu beantworten - oder selbst jemanden fragen, der sich damit auskennt ;).

Während im Deutschen Namenszusätze wie Herr, Frau oder Fräulein zwar existieren, werden sie doch deutlich weniger häufig verwendet, als im Japanischen. Letzteres legt sowieso gesteigerten Wert auf Schleimerei und Standesdünkel: Schon mit dem ersten Halbsatz zeigt man, was man vom anderen hält. Dazu packt man den Namenszusatz bei der Anrede hinter den Namen. Wenn der Namenszusatz also San lautet und ihr damit den Spreeathleten ansprechen möchtet, dann sagt ihr: “Spreeathlet-san”. Hier eine kleine Liste:

Sempai: Wie schon erwähnt, eine Respektsbezeichnung gegenüber älteren Schülern/ Studenten/ Mitarbeitern u.ä. Damit zeigt man schlicht, dass man anerkennt, dass der andere schon mehr weiß bzw. Erfahrung hat, als man selbst. Eignet sich prima zum Schleimen: “Sempai, mach mir mal meine Hausaufgaben!”

Kôhai: Dasselbe, nur andersrum. Da man damit jemanden als weniger wissend darstellt und das ja ein wenig herablassend sein kann, wird es afaik weniger häufig verwendet. Macht sich natürlich gut in Befehlen: “Du bist der Kôhai, also gehst du den Müll rausbringen!”

Sensei: Anrede für Lehrer, ob nun in der Schule, Uni oder im Sportkurs. Allerdings verwendet man das Sensei auch als Respektsbezeichnung für Künstler und Co. in der Bedeutung von “Meister”. Also z.B.: Brecht-sensei oder Picasso-sensei.

Shachô: Chef, Firmenleiter; Buchô ist ein Abteilungsleiter; Kôchô ein Schuldirektor usw.

Sempai, Kôhai, Sensei und die Wortverbindungen mit -chô können auch ohne einen Namen als stinknormales Wort verwendet werden, z.B.: “Er ist mein Sempai/ Kôhai/ Shachô.” Diese Bezeichnungen sind übrigens alle geschlechtsneutral. Ganz abgesehen davon, dass es in Japan kaum weibliche Shachô gibt…

-san Standartanrede wie Herr/Frau. Geschlechtsneutral.

-sama Die höflichere, respektvolle Fassung von -san. Geschlechtsneutral.

-kun Freundschaftlicher Namenszusatz mit der ursprünglichen Bedeutung “Herr(scher)”. Vorwiegend für (junge) Männer. Das selbe Sino-japanische Zeichen “kimi” ausgesprochen bedeutet übrigens auch “du”.

-chan Hat verniedlichenden Charakter und wird deshalb v.a. für Mädchen und jungen Frauen verwendet. Damit möchte ich übrigens keine geschlechterpolitischen Diskussionen auslösen (andererseits: warum eigentlich nicht?). Is’ einfach mal so.

Soweit erst mal die Geläufigsten. Natürlich gibt es noch viele weitere Anreden/Namenszusätze und selbstredend können die entsprechenden Anreden auch immer anders verwendet werden als vorgesehen (z.B. -chan für Männer, wie im Deutschen “Hallo Mädels!”) - Japaner sind da recht kreativ. Meine Lieblingstravestie japanischer Unhöflichkeit ist immer noch -chin. Eigentlich eine Bezeichnung für den Stab, auf den alle Frauen neidisch sein sollen (ich glaub, Freud hat den Unterschied zwischen “haben/benutzen wollen” und “an sich selbst haben wollen” schlicht nicht verstanden, der Arme), ist das ganze unter Jugendlichen relativ beliebt. Auch unter der BH-Trägerfraktion übrigens, am liebsten in der Kombination mit “ore”. ^-^;;;

Noch ein Wort zur Aussprache: Das “s” ist immer scharf wie im Englischen, ein “ei” wird als langes “e” ausgesprochen und Vokale sind eher kurz. Im Allgemeinen sagt man, dass die Vokale wie im Italienischen und die Konsonanten wie im Englischen klingen sollen. Also lasst die Samen, Sensen und Eier stecken, wenn ihr halbwegs Japanisch klingen wollt. *hm* Und so viel nur zum Thema Freud.    [...mehr]