Yoshihiko Noda: Neuer Premierminister von Japan

Yoshihiko Noda, 1957 geboren, ist japanischer Politiker und seit Anfang September 2011 auch der 62. Premierminister Japans. Zudem gilt er als der Vorsitzende der Demokratischen Partei. Bevor er seinen Posten als Premierminister übernahm, bekleidete er von 2010 bis 2011 die Position des Finanzministers im Kabinett Kan.

Die Wahl gestaltete sich kritisch und dennoch siegte am Ende der Nachfolge-Favorit für das Amt des vorherigen japanischen Premiers Naoto Kan. Yoshihiko Noda ist im Alter von 54 Jahren einerseits schon gut in der Politik herum gekommen und andererseits noch jung genug, um in der Parteiführung einen Generationswechsel in die Wege zu leiten, den schon sein Vorgänger anstrebte.

Kann Noda die Einheit innerhalb der Demokratischen Partei herbeiführen?

Dass Noda als der neue Vorsitzende von Einheit innerhalb der Partei sprach, traf auf große Zustimmung, da es letztlich ein Streit in der regierenden Partei war, der Kan dazu brachte, seinen Posten an der Spitze der Regierung vorzeitig abzugeben.

Seine Position erhielt Yoshihiko Noda in einer Stichwahl gegen den Kandidaten des ehemaligen Parteivorsitzenden Ozawa, der an Kans Rücktritt maßgeblich beteiligt war.

Die Wurzeln in einfachen Verhältnissen

Der neue Premierminister Yoshihiko Noda wuchs er in der Präfektur Chiba – östlich von Tokio gelegen – auf und ist keinesfalls einer Politiker-Familie entsprungen. Im Gegenteil: Nodas Vater gehört den Selbstverteidigungsstreitkräften an und der neue Premier ist stolz auf seine Herkunft – brüstet sich selbst damit, kein gut aussehender „Stadtjunge“ zu sein.

Politische Karriere mit klarer Linie

Sein Politik- und Wirtschaftsstudium schloss er an der geschätzten Waseda-Universität ab. Zudem hat er auch eine Ausbildung am Matsushita-Institut genossen, was für seine prominenten Absolventen bekannt ist.

Die politische Karriere von Yoshihiko Noda bekam dann richtigen Schwung, als der Politiker 1993 zum ersten Mal ins Parlament gewählt wurde. Zuerst war er Mitglied der neuen Partei, wechselte 2000 dann jedoch zur Demokratischen Partei.

2009 wurde der Politiker als stellvertretender Finanzminister im Kabinett Hatoyama eingesetzt. Als dieser zurück trat übernahm Yoshihiko Noda auf Ernennung von Kan den Posten. Vor allem der Umgang des neuen Premierministers mit den Schulden Japans wurde stets gelobt.

Große Erwartungen sind zu erfüllen

Die Aufgaben, die auf Yoshihiko Noda nun zukommen, sind nicht ohne. Der Aufbau der von Katastrophen geschüttelten Regionen kommt nur zögerlich voran und hinzu kommt die andauernde Krise rundum das Kernkraftwerk Fukushima. Zudem geht es auch der japanischen Wirtschaft nicht sonderlich gut. Japan setzt große Hoffnungen in den Mann an seiner Spitze – Yoshihiko Noda.