Beiträge vom: Januar, 2008

Autor: Simon

Nun ist der Januar rum und damit das Neujahrsfest wohl erst einmal endgültig vorbei. Um mal die ganzen Artikel zum Fest ein wenig zusammenzusammen und euch nen Angelpunkt zu geben, hier ne Zusammenfassung der einzelnen Feste mit Links etc. Dabei habe ich das Neujahrsfest in fünf Abschnitte unterteilt (nach Ishii Kenji):

[0. Mitte/Ende Dezember, mit seinen vorbereitenden Tätigkeiten wie z.B. Fasten (Monoimi 物忌み) und Reinemachen (Susuharai 煤払い, aber auch dem Aufstellen des Altars (Kamidana 神棚) und des Neujahrsbaumes (Kadomatsu 門松), sowie der Vorbereitung des Neujahrsessens.]
1. Vor/nach dem 1. (Gantan 元旦) - vom Ōmisoka 大晦日 bis zum 4. [Verehrung des Jahresgottes (Toshigami-Matsuri 年神祭り): Brechen des Fastens (Naorai 直ä) mit Neujahrssuppe (Zōni 雑煮), Toshidama 年玉 Ausgabe/Annahme, Schöpfen des ersten Wassers (Wakamizukumi 若水汲み), Erster Schreinbesuch (Hatsumōde 初詣.]
2. Der 7. und 6. [Zubereitung und Verzehr des Siebenkräuterbreis (Nanakusagayu ä草粥) und Vorbereitung des 15.]
3. Der 11. [Wiederaufnahme des Alltagsgeschäftes, Kagami-Biraki]
4. Vor/nach dem 15. (13. bis 16.): kleines Neujahr (Shōshōgatsu 小正月) [Die Regionalen Variationen sind groß, jedoch gibt es im großen und ganzen sieben Arten von Festen: Beten um landwirtschaftliches Glück (農ä物のä祝とその関連行ä), Austreibung der Biester (害鳥獣類追放), Jahreswahrsagung (年占), Empfang des Götterbesuchs (来訪神の接待), Feuerfest (火祭り), Exorzismus (厄落し) und buddhistisches Neujahr (äの正月)]
5. Der 20.

Weitere Plockeinträge zum Thema:

Kagami-Mochi: Mochiverkloppen

Fukubukuro: Neujahrswundertüten

Neujahr früher und heute - ein Vergleich

Fukudas Neujahrsansprache

Meine Neujahrskarte

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Autor: Simon

Es ist schon ein wenig her, doch um die Vorstellung vom japanischen Neujahr zu komplettieren, möchte ich hier noch etwas zu den sieben Kräutern loswerden.

Das Sieben Kräuterfest wird am 7. Januar begangen und ist eines der Gosekku ä節句 - in Japan gibt es fünf große Jahresfeste - die eigentlich fast keinen mehr interessieren, weil KURISUMASU (Weihnachten) und BARENTAINDEE (Valentinstag) ja doch viel mehr Spaß machen. ;) Begangen wird das ganze mit dem Verzehr des Sieben Kräuter Breis, einem Matsch aus sieben eigens auf dem Feld einzeln gesammelten (bzw. im Supermarkt um die Ecke im “7 Kusa Pack” erstandenen :P) Kräuter mit Reis. Der vergesundete Reisbrei dient nicht nur der Entschlackung nach dem Neujahrsschmaus, sondern ist natürlich auch durch das verwendete Wildgrün besonders gesund. Die alte Tradition wird mit allerlei Hokus Pokus begründet (hier an der Stelle ein Link zum recht nett geratenen Wiki Eintrag), doch eigentlich ist die Sache für mich relativ klar: Nach dem Neujahrsessen war die Speisekammer leer und neues Grün spross um die Jahreszeit (nein, auch zur alten Neujahrszeit wuchs noch net so viel) noch nicht. Die hatten also damals gar keine andere Wahl. :P

Leider habe ich kein Bild von den sieben Kräutern des Neujahrsfestes, dafür aber einen süßen Screenshot aus Mokke, wo das kleine Schwesterchen sich in Folge eins aufmacht, um die sieben Herbstblüten zu finden (dahinter steckt ein ähnlicher Gedanke):

Screenshot aus Mokke: Die 7 Herbstblüten.

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Autor: Simon

Während japanische Studenten fleißig Viren programmieren, haben die Hälfte der Japaner Angst vorm Internet.

Diese Woche amüsierten mich zwei Zeitungsartikel: An sich ist am Yomiuri Shimbun Artikel über den 24-jährigen Netzverbrecher genauso wenig lustiges, wie am Mainichi Shimbun Artikel über die Internetfurcht der Durchschnittsjapaner. Doch in Kombination lassen einen diese Nachrichten doch schon schmunzeln.

Masato Nakatsuji, seines Zeichens Student aus Osaka, soll einen Computer Virus über das Internet verbreitet haben - und zwar über kopiergeschütztes animiertes Filmmaterial (das heißt auf gut Deutsch wohl illegale Anime Downloads und lässt die Diskussion um’s legale und illegale Runterladen von Animes und den Niedergang der Industries mal in ganz anderem Licht erscheinen). Da haben die Hälfte der Japaner, die laut einer Studie des Kabinets Angst vor dem Internet haben, offenbar Recht. Befragt wurden Japaner, Männlein wie Weiblein, im Alter zwischen 20 und scheintot. Zwar überrascht es zumindest mich nicht wirklich, dass die über 50-järhigen sich zu 55% nicht ganz wohl in ihrer Haut fühlten in der Weite des Netzes, doch dass auch über die Hälfte der 30ger Beklemmungen hätten, war ein wenig… seltsam? Und das in Technik-Wunderland? Angst haben sie vor allem vor Viren, Spionage und Password Phishern. Das ist wohl mit der Grund (neben einer schlichten Unfähigkeit), warum Japaner lieber mit dem Handy im Netz unterwegs sind.    [...mehr]


Autor: Simon

Anime in Wessiland: Außer Spesen nix gewesen?

Eine rege Weltuntergangsstimmung macht sich breit: Nachdem in den USA die Anime-Vertriebe rote Zahlen schreiben oder gar schließen, ist der neueste Trend nun auch endgültig in Deutschland angekommen. Heißt es nun sayonara-bye-bye für Anime in Deutschland, oder wird sich der Markt schlicht verändern?

Nachdem ich einige Panik-Käufe von Geneon Titeln hinter mir habe (einige sind noch auf dem Weg), sollte ich wohl wieder ein wenig Geld locker machen. Sowohl ADV Films als auch Tokyopop ziehen sich aus dem Anime Geschäft zurück. ADV Films schließt sein gesamtes Europabüro (Mexx Newsmeldung hier), wird allerdings einige seiner DVDs mittels eines regionalen Partners weiterhin vertreiben, um die schmucken internationalen Lizenzen nicht völlig vor sich hin schimmeln zu lassen. Tokyopop hingegen (Mexx Newsmeldung wiederum hier) hat was Anime betrifft gar keine Lust mehr auf Krautland und wird nur noch schnell die angefangenen Serien auf die wütende Meute werfen, um den Rückzug zu sichern. “Rozen Maiden - Träumend” wird nun gar nimmer mehr erscheinen. Welch ein Verlust. Heißt dies, nach all den Jahren, müssen wir unserem Traum von Anime-Nation Deutschland für immer entsagen? Vielleicht wär dies ja die Gelegenheit, endlich dem Otaku Dasein den Rücken zu kehren, alle Anime in die Tonne zu kloppen und endlich ein Normalo zu werden? Vielleicht sollte ich BWL studieren? Oder Ethonologie? Dann könnte ich meine löchrigen Jeans von vor 15 Jahren endlich wieder tragen und auch noch Stolz drauf sein…

Anime-Deutschland: Ab in die Tonne! - Mein Kater hatte zumindest gleich ein neues Spielzeuchs.

Die Hersteller beschweren sich über die Downloads aus dem Internet: Fans kaufen sich nicht mehr Anime DVDs, sondern laden ihre geliebten Zeichentrickfilmchen taufrisch aus dem Netz. Da kommt kein Produzent hinterher. Auch nicht gerade nett: Die richtigen Fans, sind auch böse und kaufen lieber US DVDs. Und hierzulande dann als Gegenmaßnahme hochwertige DVDs mit vielen Extras zu veröffentlichen ist auch nur bedingt eine Lösung: Oftmals gibt es nämlich gar keine. Wie soll man denn wohl ein Making-Off auf eine DVD knallen, wenn die Kirschblütenfans vom anderen Ende des eurasischen Kontinents erst gar keins produziert haben?

Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Wie in Japan auch, versuchen die Vertriebe mittlerweile die Netz-Piraten mit deren eigenen Waffen zu schlagen und so bieten sie selber fröhlich Downloads an. Die Jungs und Mädels von Anime Virtual starteten ihre Anime on Demand Seite (klickst du hier) noch vor dem großen kleinen Zusammenbruch und bieten einzelne Episoden für entweder 24 Stunden (Preis zwischen 99 Cent und 1,49 Euro), oder zum Kauf (für 2,49 Euro bzw. 3,99 Euro für neuere Titel) an. Wem das alles noch zu teuer ist, der kann böserweise auch erst mal ein paar Episoden umsonst runterladen, ganz legal, bei Amazon USA.

Bei Amazon USA kann man erste Episoden umsonst runterladen.

Neben der Qualität der runterzuladenen Episoden stimmt natürlich der Preis nachdenklich. Im Endeffekt kann man sich dafür auch die DVD Box in den Schrank stellen. Das ganze ist also vor allem etwas für diejenigen, die unter akutem Platzmangel leiden. Möchte ich das wirklich? Brauche ich das? Nö. Allerdings kaufe ich mir auch weiterhin DVDs. Aber was ist mit Serien, die nie auf DVD hierzulande erscheinen, wie Dramas und Co? Und was ist mit denen, die man gar nicht runterladen kann, weil keiner sie im TV mitgeschnitten hat und die DVDs auch in Japan keiner kauft? Ganz abgesehen davon reichen DVDs ja in letzter Zeit gar nicht mehr für die (HDTV!) Qualität des in Japan ausgestrahlten TV Programms aus. Also doch Downloads?

Vielleicht ist das ganze Gefasel und Gejammere aber auch alles nur Papperlapapp? Immerhin befinden wir uns grad im Übergang vom Medium DVD zur Blue Ray, oder vielleicht doch zur HD DVD. Ist doch eigentlich logisch, dass keiner mehr DVDs kauft, oder? Was meint ihr dazu?    [...mehr]


Autor: Simon

Während in Japan grad ein Popsternchen als beste Autorin gekürt wurde, landet bei Arte ein Japo-Krimi auf der Bestenliste.

Die Mainichi Shimbun berichtete, dass Mieko Kawakami, ihres Zeichens Popsternchen im Alter von 31 Jahren, den 138. Akutagawa Preis (benannt nach einem berühmten Autor) für ihr Werk “Chichi to Ran” (Brust und Ei? Ich frag lieber nicht…) verliehen bekommen hat. Den ebenfalls heiß-begehrten Naoki-Preis bekam Kazuki Sakuraba, eine Light-Novel Autorin, für ihre Story um eine inzestöse Vater Tochter Beziehung. Jaja, die Japaner.

In Deutschland währenddessen wählte die Arte Jury den japanischen Krimi “Der Hai von Shinjuku/ Rache auf Chinesisch” von Arimasa Osawa auf Platz 6 der Bestenliste für Februar. Wer sich jetzt schon auf den Stream freut: Gemeint ist nicht der Film, sondern der Roman - ja, auch mit Literatur beschäftigt sich der deutsch-französische (oder meinethalben französisch-deutsche) TV Sender Arte. Warum nur Platz 6 mag man sich fragen - und warum ein Krimi von 1991? Nunja, Band 2 der Serie hat es nunmal grad erst in unsere Breiten geschafft. Wahrscheinlich hat’s das Meer im Delphin Schwimmer Modus überquert. Da die Buchbesprechung auf der Arte HP wirklich gut gelungen und ausführlich ist, habe ich dem außer einem Link zu einer weiteren Kritik nichts hinzuzufügen. Was sollte ich auch sagen? Ich mag keine Krimis. ^-^;;;    [...mehr]


Autor: Simon

Japaner scheinen sich mit Nationalstolz weniger schwer zu tun, als uns Blondies hierzulande (und damit meine ich Gesamt-Europa).

Gerade vor ein paar Tagen beschwerte sich ein Leser im Kommentar zum Yasukuni Artikel über die Japo-Nazis (das Wort stammt jetzt allerdings von mir - tut mir Leid, is so). Ich besänftigte mit einem Hinweis darauf, dass die Japaner doch gar nimmer mehr national eingestellt sind. Die Yomiuri Shimbun will in einer Umfrage jetzt das Gegenteil herausgefunden haben: 93% aller Japaner behaupten, sie wären Stolz, ein Inselaffe zu sein.

Gegenüber den Vorjahren scheint der Nationalstolz angewachsen zu sein. Besonders stolz seien die Japaner dabei auf ihre Geschichte, ihre Tradition und ihre Kultur, gefolgt von ihrem Land und ihrer Natur. Gegenüber 2005 ist die Zahl der Leute, die etwas für ihr Land tun würden, sogar um 5% auf 73% angewachsen. Ob’s an Toyotas neuer Spitzenreiterposition in den USA liegt? Wer weiß…
Bei alledem sollte wohl erwähnt werden, dass die Yomiuri ihre Umfrage unter 3000 Lesern durchführte, von dessen Antworten 1,780 Verwendung fanden. Ob das nun für ein Land mit 120+ Millionen Einwohnern repräsentativ ist? Zumal Jugendliche und Linke wohl eher nicht zum Klientel der Yomiuri gehören. Wie dem auch sei, ist an einem gesunden Verhältnis zur eigenen nationalen Identität wohl nichts auszusetzen. Dem würde wohl auch Sakurai Kiyoshi zustimmen (hier ein Link zu der News, falls ihr nicht mehr wisst, worum’s ging).    [...mehr]


Autor: Simon

Spice and Wolf, Wolf and Spice Spicy Wolf oder ganz einfach mal Ôkami to Kôshinryô lässt momentan jeden Dienstag das Korn wachsen. Im japanischen TV, versteht sich. Da ich die vorletzte Woche statt zu bloggen meine verstauchten Arme mit Nichts-tun geheilt habe, bin ich vor einem persönlichen Anime-Marathon in den Genuss der Romanvorlage und der Mangaumsetzung vom “Wolf mit Lebensmittelzusätzen” gekommen. Da sich die verschiedenen Versionen unserer goldigen Landwirtschaftsgöttin nur bedingt grün sind, möchte ich euch an dieser Stelle einmal anhand der ersten Folge einige Unterschiede vorführen.

Da der Beitrag die ganze erste Seite des Blogs füllen würde, würde ich mich auch noch zum Inhalt auslassen, hier ein kurzes Review und hier ein humorvoller Blick auf die erste Folge. Momentan ist es ein wenig schwer, etwas auf Deutsch zu finden. Wer des Englischen mächtig ist, kann sich natürlich auch auf AnimeNewsNetwork, Wikipedia und Co. umschauen.

Spice and Wolf, so laut Anime der internationale Titel des Films, basiert auf einer Romanvorlage von HASEKURA Isuna - ich denke jetzt lieber nicht darüber nach, dass der Junge ein Jahr und ein paar zerquetschte Tage jünger ist als ich und schon eine ganze Romanserie nebst Filmumsetzung auf dem Kerbholz hat. Um mir über diesen Anflug von depressivem Minderwertigkeitskomplex hinweg zu helfen hier erst mal ein hübsches Farbbild von AYAKURA Jû (der ist zumindest älter - um zwei Wochen, naja), nämlich das Romancover:

Spice and Wolf: Das Cover der Romanvorlage

Im vergangenen September erblickte das Manga das Licht der östlichen Sonne und seit zwei Wochen gibt es den Spicey Wolf auch in Farbe mit so bewegt und so. Das Label Dengeki Bunko gehört übrigens zum Verlag MediaWorks, welcher das 15-jährige Töchterchen der Kadokawa Verlagsgruppe ist und auch so Hits wie Kino no Tabi, Boogiepop wa warawanai oder Baccano! seinen Stempel aufgedrückt hat.

Hier einige ausgewählte Szenen im Vergleich. Die Version, die mir jeweils am besten gefällt, bekommt einen Punkt:

1. das Opening
Abgesehen mal davon, dass das Anime natürlich ein offizielles Anfangsgedudel hat (Youtube Video hier), welches ich übrigens nach mehrmaligem Hinhören doch als recht stimmig und passend empfinde, wird mit fortschreitender Graphifizierung (also von Roman zu Manga zu Anime) immer mehr an Details gleich hier verraten. Während der Manga noch die erste Romanseite beinah Wort für Wort vor ein paar schwarz-weiß Zeichnungen setzt, gibt es im Anime goldene Ären und den großen Wolf, nebst der Festtagsvariante, zu bestaunen, während dort auch gleich das Versprechen und der Grund für dessen Bruch (in Form aufgebrachter Bauern) gezeigt wird.
Der Roman und das Manga:
Roman Opening S.1Roman Opening S.2Manga Opening S.1Manga Opening S.2-3Manga Opening S.4
Der Anime:
Anime Opening Screenshot 1Anime Opening Screenshot 2Anime Opening Screenshot 3Anime Opening Screenshot 4Anime Opening Screenshot 5Anime Opening Screenshot 6Anime Opening Screenshot 7Anime Opening Screenshot 8Anime Opening Screenshot 8

Ich muss sagen, dass ich die Animeversion hier eigentlich am nettesten finde. Zwar hat der Roman natürlich durch seinen Informationsmangel durchaus den charmanten Hauch des Mysteriösen, doch habe ich mich einfach in die nervtötende Dudelmusik des Zeichentrickfilmchens verliebt. Die Mistegabeln hinschmeißenden Bauern waren auch ein netter Touch. Ich stehe auf aufgebrachte Mobse.

Roman: 0 - Manga: 0 - Anime:1

2. Die Ritter Szene
Gleich nach der bukolischen Einführung ins Drama erfährt unsere Held Lorenz von einem Ritter, dass die Kirche grad nach Ungläubigen jagt, die andere Götter als den einzig wahren verehren. Im Roman verführt Lorenz (oder meinethalben Lawrence) den Ritter mit Süßigkeiten, während die im Manga eher nach halb vergammelten Käsestücken aussehen. Vielleicht wurde das ganze im Anime deshalb weggelassen
Der Roman:
Roman Ritterszene S.18Roman Ritterszene S.19Roman Ritterszene S.20Roman Ritterszene S.21Roman Ritterszene S.22Roman Ritterszene S.23
Manga und Anime:
Anime Ritterszene ScreenshotManga Ritterszene S.9Manga Ritterszene S.12

Eindeutig hat hier der Roman die Nase vorn.

Roman: 1 - Manga: 0 - Anime:1

3. Die Ernte
Als Lorenz ins Dorf Pasroe kommt, überrascht ihn die Animeversion mit einem zur Frau mutierten Yarei (sie hört auf den Namen Chloe). Dafür ist das Erntefest, welches im Manga graphisch sehr treffend in Szene gesetzt wurde, etwas langweilig geraten. Chloe mutet eher genervt an und die Festatmosphäre will nicht so richtig rüber kommen. Da hilft auch eine Kleiderträgerin extra nicht.
Der Roman und das Manga:
Roman Ernte S.25Roman Ernte S.26Manga Ernte S.16Manga Ernte S.17
Der Anime:
Anime Ernste Screenshot 1Anime Ernste Screenshot 2Anime Ernste Screenshot 3Anime Ernste Screenshot 4Anime Ernste Screenshot 5Anime Ernste Screenshot 6

Hier hat mir offengestanden die Mangavariante am besten gefallen. Zwar wird lediglich die Szene im Roman verzeichnifiziert, doch sind Bilder und Speedlines bei diesem dadurch actionreichen Geschehen einer wahrer Mehrwert.

Roman: 1 - Manga: 1 - Anime:1

Damit herrscht vorerst Gleichstand und Frieden unter dem Himmel. Weitere Szenen morgen, *ähm* heute, bevor ich vorm Bildschirm einschlafe. Oder halt, wenn ich Muße habe, was zu meinen weiteren Screenshots zu schreiben.

Ich würde übrigens gerne der kleinen chinesischen (oder koreanischen? taiwanesischen? uzbekischen?) Fee danken, die ihre Magazine auseinandergerissen hat, um die Bilder einzuscannen. Ich kann leider keine Namen nennen (weil ich sie mir nicht gemerkt hab :P), aber ich hatte viele Stunden Freude auf ihre Kosten. :>    [...mehr]


Autor: Simon

Spreeathlet hat neulich bei mir Nachgefragt: Beim Lesen von Adolf ni Tsugu (zu Deutsch schlicht und ergreifen Adolf) habe er mehrere Fehler entdeckt.

Hier Spreeathlets Anfrage:

1) Als Berliner und Student der Humboldt-Universität freue ich mich natürlich wenn meine Heimatstadt und –uni den historischen Hintergrund für dieses Meisterwerk darbietet aber soweit ich informiert bin ist Herrn Tezuka oder dem Übersetzerkollektiv auf Seite 16 und 167 ein kleiner Fehler unterlaufen, da 1936 die Humbolt-Universität noch nicht existierte. Vielmehr hieß die Uni damals Friedrich Wilhelms Universität.

2) Auch auf Seite 116 belehrt mich meine Olympiazeitung aus dem Jahre 1936 eines besseren wenn der Vater von Adolf behauptet nur 2 Nationen hätten mehr Goldmedaillen als Deutschland erhalten.

3) Eine letzte Frage kam bei mir gleich zu Beginn des Buches auf. Der Panoramablick ins Stadion auf Seite 10/11 warf bei mir die Frage auf, ob vielleicht durch die Umspiegelung des japanischen Mangas auf westliches Leseverständnis dieses Bild verkehrt herum gespiegelt wurde, da die Läufer in die falsche Richtung rennen.

Die erste und die letzte Frage ließen sich natürlich leicht als Übertragungsfehler abtun: Ja, das Manga wurde gespiegelt und deswegen sprinten die Läufer falsch herum. Die Humboldt-Universität wird im Original als “BERURIN daigaku”, also als “Universität (von) Berlin” bezeichnet. Dies war zumindest in Japan die gängige Bezeichnung und da es in Berlin damals auch nur eine statt vier Universitäten gab, wird man das in Deutschland wohl ebenfalls gesagt haben.

Jetzt kommt die eigentliche Frage, die ich gern ans Podium stellen möchte: Hat Tezuka wirklich geschlampt? Der Medaillienspiegel (hier zum Vergleich die Aufstellung bei Wiki) sieht Deutschland (falls ihr jetzt nach der deutschen Flagge sucht: Das ist das rote Teil mit dem Hakenkreuz in der Mitte) an Platz 1 und Japan an Platz 8 (Japan hatte Tezuka an Stelle 6 plaziert). Wie kann das sein?

Hier einmal ein Scan vom Original:

Adolf ni Tsugu

Da Tezuka generell zu wissen scheint, wovon er schreibt (die Idee, dass Adolpf Hitlär das Kind eines Verhältnisses seiner Mutter mit derem jüdischen Arzt sei, bzw. aus irgenwelchen anderen Gründen ein Jude sei, stammt nicht von Tezuka und war besonders damals relativ populär). Noch auf derselben Seite zeigt er sich zum Beispiel von der ironischen Seite, als erwähnt wird, dass Japan seinen Rang im Medaillienspiegel dadurch gewann, dass es den ersten und dritten Platz im Marathon ergatterte (bei den Läufern handelte es sich um verzwangs-japanerte Koreaner, die zuvor “heim ins Reich” geholt worden waren). Das heißt doch für mich eigentlich, dass Tezuka sich mit dem Thema beschäftigt hat. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht glauben will, dass mein Tezuka-o-miKami einen Fehler machen würde. Zumal noch so einen selten dummen.  Deshalb die Frage:

Kann ich (und der Übersetzer) kein Japanisch? Versteht ihr das irgendwie anders?

Wurde der Medaillienspiegel damals vielleicht anders wiedergegeben? Gibt es Widersprüche oder historische Gründe dafür?

Gäbe es vielleicht eine story-technische Begründung dafür, dass der Vater evtl. beabsichtigterweise Mist von sich gibt?

Ich hoffe, irgendein Tezuka- oder Geschichts-Fan kann mir helfen.    [...mehr]


Autor: Simon

Da ich neulich über Kagami-Mochi geredet habe, sollte ich vielleicht auch noch erwähnen, was man damit dann macht. Kagami-Biraki nämlich: Das “Brechen/ Öffnen des Spiegels” (Kagami-Mochi heißt “Spiegel-Mochi”). Da ich sowas leider nie gemacht habe, dafür aber beim Nodame Neujahrs Special soetwas mit Sake veranstaltet wurde, habe ich statt Fotos Screenshots von der Folge. :)

Das in liebevoller Kleinstarbeit eigenes gebastelte (bzw. im Daisô um die Ecke gekaufte) Kagami-Mochi Türmchen wird, nachdem es eine Weile rumgegammelt und Staub gefangen hat (traditionellerweise am zweiten Sonntag nach Neujahr, d.h. so um den 11. rum) zerbrochen. Die einzelnen Teilchen werden dann aufgeteilt und verspeist. Da das Kagami-Mochi Gebilde ja vorher der Jahresgottheit geweiht wurde, isst man dann dasselbe wie der Gott/ die Götter. Zudem ist die runde Form des Mochi glücksverheißend (rund = richtig = göttlich). Damit garantiert man sich einen glücklichen und gesunden Start ins neue Jahr. Nach dem Kagami-Biraki werden dann auch alle Alltagsgeschäfte wieder aufgenommen; es handelt sich also um eine Zeremonie des “Beginns”.

Da die Wohnungen heute beheizt sind und auch sonst keiner Lust auf 10 Tage alten Reiskuchen hat, gibt es auch Kagami-Mochi aus Plastik - in dem Falle kauft man sich dann frisches Mochi im Supermarkt - oder aber Plastiküberzieher für den echten Mochi. Allerdings gibt es auch Kagami-Biraki ohne Mochi. Einerseits gibt es auch Gegenden in Japan, an denen Neujahr gänzlich ohne Mochi auskomme, andererseits reicht so ein Klumpen Reiskuchen auch nicht für alle. Lösung: Sake. Ebenso aus Reis hergestellt und damit dem (ursprünglich landwirtschaftlichem) Jahresgott weihbar, lässt sich damit auch besser feiern. ;) Und weil es auch noch andere Anfänge gibt, als den alljährlichen, wird Kagami-Biraki mit Sake auch fleißig bei Hauseinweihungen, Eheschließungen und dergleichen mehr praktiziert. Hier eine kleine Screenshotstrecke:

Kagami-Biraki Bild 1
Kagami-Biraki: Das Fass wird zerschlagen
Kagami-Biraki: Einmal eine Runde große Freude.
Kagami-Biraki: Sake wird verteilt

Da dieses Jahr das Jahr der Ratte ist und dieser niedliche Katzenverräter das erste Tierkreiszeichen im chinesischen Kalender ist, ist dieses Jahr auch ein doppelter Beginn. Nicht nur des Jahres, sondern eines ganzen Zyklus. Darauf wies uns auch freundlicherweise der Teemeister Sen Soshitsu während der ersten Teezeremonie des Jahres in Kioto hin. Gefeiert wurde bis zum 13. mit 3000 Gästen. (Quelle: Mainichi)

An dieser Stelle möchte ich noch einmal Nodame hypen: SCHAUT NODAME! Das Anime ist ziemlich daneben und nachdem ich das Drama gesehen habe, find ich den Manga selbst auch ein wenig fad. Chiaki-Sempai rulez!
Ich werd das demnächst auch mal plocken. Alles andere in dieser Season ist irgendwie völlig daneben (Shigofumi hab ich nach der Hälfte abgebrochen, Minamike nach zwei Minuten, Honey & Clover ist mittelmäßig, Spice and Wolf… geht so…) aber das Nodame Special hat ganz einfach gerockt. Milchi all za way! :)

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Autor: Simon

Zwar unterlag im Verlauf von Modernisierung und Verwestlichung die japanische Kultur einem radikalem Wandelder japanische Festtagskalender wurde ausgedünnt und eine stetig wachsende Zahl an europäischen Festen importiert so scheint es doch eine große Konstante zu geben: Das Neujahrsfest. Dies ist mit Abstand das wichtigste Fest des Jahres und Dreh und Angelpunkt der japanischen Jahresfeste – zumindest wenn man den Landeskundeforschern Glauben schenkt. ISHII Kenji untersucht in einem Abschnitt seines Buches “Toshi no Nenjûgyôji”, ob das Neujahrsfest wirklich die moderne Welt unverändert überstanden hat.

Um die Unterschiede zwischen dem heutigen und dem damaligen Neujahrsfest aufzuzeigen, vergleicht Ishii den entsprechenden Eintrag im 1953 erschienenen Nenjyūgyōji zusetsu (年ä行ä図説) mit der beobachteten und untersuchten Realität der Gegenwart. Dort wird das Neujahrsfest als eine Reihe von kleineren und größeren Feierlichkeiten beschrieben, die sich in fünf Abschnitte unterteilen lassen (zuzuglich der Vorbereitungszeit im Dezember)

Mädchen in Kimono an Neujahr (Nodame Screenshot)

In Umfragen stellte Ishii fest, dass einerseits ein Großteil der Einzelfeierlichkeiten in den letzten Jahrzehnten wegfielen – so werden nur das Schmücken, der Verzehr von Neujahrsessen (Neujahrssoba, Zōni, Otoso), der Hausputz, der erste Schreinbesuch und das Feiern im Kreis der Familie von 50% oder mehr der Bevölkerung begangen – andererseits habe sich der Charakter der begangenen Feierlichkeiten bisweilen radikal verändert und unterlag zudem einer Bedeutungsverschiebung.
Während der vorbereitende Hausputz früher eine dem männlichen Familienoberhaupt überlassene Tätigkeit mit religiös-reinigendem Charakter besaß, handelt es sich heute um eine Art Familienunternehmen, bei dem auch der Mann und die Kinder einmal der Hausfrau helfen. Der Hausaltar findet in immer weniger japanischen Haushalten einen Platz und nicht einmal der Schrein für den Jahresgott wird noch aufgestellt. Neujahrsbäume werden im Supermarkt gekauft – Ishii weist zudem auf die perfekte Koordinierung mit dem Weihnachtsfest hin, nach der am 25.12. der Weihnachtsschmuck aus den Läden verschwindet und Neujahrswaren angeboten werden. Das erste Wasser wird aus dem Wasserhahn geschöpft, um den eventuell noch eine heilige Schnur (Shimenawa しめ縄) gebunden wurde. Neujahrsspeisen werden zu 60% im Supermarkt gekauft und der Speiseplan an den Geschmack der Familie angepasst, weshalb auch westlich oder chinesisch gegessen wird. Dabei sind ca. 50% der Befragten der Meinung, Neujahrsessen verzehre man nur am ersten Tag, während sich weitere 50% eher auf drei Tage einigten. Der Siebenkräuterbrei erlebte in den letzten Jahren ein Revival, nachdem Supermärkte fertige Kräuterpacks als gesundheitsfördernd anpriesen.

Dem ersten Schreinbesuch ist ein weiterer Abschnitt gewidmet, indem Ishii feststellt, dass zwar scheinbar mehr Leute zum Hatsumōde aufbrechen, aber auch darauf hinweist, dass die entsprechenden Zahlen aus der Polizeistatistik stammen (der Eingang zu Schreinen wird an Neujahr überwacht, um Gedränge zu vermeiden). Im Verlauf der letzten Jahrzehnte, insbesondere seit den Wirtschaftswunderjahren, konzentrieren sich die neujahrlichen Schreinbesuche auf einige wenige Schreine, insbesondere den Meiji-Schrein, während mittlere und kleinere Schreine immer weniger Besuche verzeichnen. Auch gibt es selbst in den Dörfern wenige, die noch die Neujahrsnacht im Schrein verbringen, wie früher offenbar mancherorts üblich. Ishii schlussfolgert, dass die Japaner ihre Heimat- und Blutsbande nicht mehr wichtig nähmen bzw. beim Umzug in die Stadt hinter sich gelassen hätten.
Während 50% der Befragten den Schrein mit ihrer Familie besuchten, wachen sich die andere Hälfte mit Freunden oder ihrer Freundin/ihrem Freund auf den Weg. Die angegebenen Gründe sprechen auch für sich: Neben Gewohnheit (”Es ist einfach nur eine Sitte” 単なる習慣) spielt Opportunismus (”Ich wollte Gott um etwas bitten” 神äにお願いäをするため) eine große Rolle. Zum Abschluss stellt er fest, dass die Besucher, die den kleinen Schreinen verloren gehen, nicht unbedingt alle den größeren zustreben: Stattdessen nimmt die Zahl derer, die ins Ausland fahren, Disney-Land und. Co. besuchen, oder aber ein Neujahrssonderangebot in einem japanischen Hotel in Anspruch nehmen, stetig zu. Der Großteil der Bevölkerung scheint, nach Ishiis Umfragen zu urteilen, das Neujahrsfest vor allem als Zeit der Entspannung, als Ruhephase zwischen den Jahren zu sehen.

Durch das gesamte Kapitel hindurch fragte sich Ishii, was denn nun eigentlich das Ende des Neujahrsfestes sei. Heutzutage, so stellt er gen Ende trocken fest, sei es wohl der Tag, an dem die Japaner endgültig ihren Neujahrsbaum entsorgen: Der Tag der ersten Müllabholung nämlich.

Als Literaturempfehlung eignet sich das Buch evtl. nicht, da Ishii bisweilen ein wenig unwissenschaftlich vorgeht (schon allein, dass sämtliche Graphen ohne Markierungen auskommen müssen, ist einfach mal… daneben), doch war es eine gute Grundlage für diesen kleinen Überblick. :)
Wenn die Kanji wieder nicht zu lesen sind, macht mich nicht dafür verantwortlich, sondern holt eure Mistgabeln und Fackeln vom Dachboden und stürmt die Wordpress Zentrale. Und macht Fotos davon.

Hier die Quellenangabe:
Ishii Kenji 石ä研士: Das Neujahrsfest heute (Shōgatsu no Genzai 正月の現在). Aus: Die Jahresfeste in der Stadt – Der Wandel des japanischen Geistes. (Toshi no Nenjyūgyōji - Henyō suru Nihonjin no Shinsei 都市の年ä行ä・変容する日本äの心性), S. 37-81. Tokio: Shunjūsha 春秋社, 1994.    [...mehr]


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