Frauen und Gleichberechtigung in Japan

Während selbst die Postfascisti langsam aus dem Sumpf des Machismo hervorgekrochen kommen und mittlerweile eine Frau (naja, auf jedenfall ist sie so weiblich, wie Kohl männlich war :P) Deutschland regiert, verstecken sich die Kimonoträger Japans immer noch hinterm heimischen Herd. Den subjektiven Eintrug bestätigte jetzt die GEM (Gender Empowerment Measure) Rangliste: Kirschblütenland liegt auf Platz 54 – hinter den Vereinigten Emiraten und Vietnam. Na kampai, dann!

Eigentlich bleibt dazu nicht mehr viel zu sagen. 2005 waren gerade mal 1,7% der Regierungsbeamten mit einem Buchô-Posten (ungefähr: Abteilungsleiter) oder höher, die weiblichen Geschlechts waren. Dabei verhält es sich wie Sauerstoff und hohe Berge: Je höher, desto geringer der Anteil. 2003 gab es in der Anime-Industrie eine führende Frau. Und das schöne: In den letzten 8 Jahren, seit die Regierung in Tokio große und baldige Veränderungen angekündigt hatte, ist es nicht besser, sondern schlechter geworden. 2003 stand Japan immerhin noch auf Platz 43. Dabei kann ich den so vermittelten Eindruck nur bestätigen: Höre ich mich unter weiblichen Japanerinnern um, so wird in den seltensten Fällen an Karriere gedacht. Meist soll es eine nette Position im Bereich Lehre oder etwa als OL sein – etwas, was man zwischendurch (für’s Kinderkriegen) mal kurz pausieren oder auch reinen Gewissen ganz aufgeben kann. Wenn ich daran denke, was da für Talente für immer hinterm heimischen Herd verschwinden, wird mir schlecht. Zur Verteidigung meines geliebten Inselstaates muss ich allerdings sagen, dass es sich als Frau in Japan garantiert besser lebt als in Arabien, Kopftuch hin oder her. Und Vietnam kann wohl auch kaum das Paradies auf Erden sein, wenn sich deren Frauen an deutsche Männer verheiraten lassen und damit auch noch ernsthaft glücklich sind. Aber ich schweife ab. ^-^;

Japanische Firmen haben übrigens auch in Deutschland kein Problem damit, ihre Ansichten ganz klar kund zu tun, wie z.B. folgender Aushang in meiner Japanologie zeigt:
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A Japanese newspaper company is looking for a male assistant who speaks
fluent English. If you are interested in that, call or send us an email.
The Sankei Shimbun. Berlin bureau
[Telefonnummer, E-Mail]
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Also: Eine japanische Zeitungsfirma sucht nach einem männlichen Assistenten, der fließend Englisch spricht.

Mich würd‘ mal interessieren, wieso und v.a. wie (prinzipiell ist so etwas illegal). Naja, vielleicht werd‘ ich die Tage ja erleuchtet. ^-^;;;

Quelle: Japan Times, Schwarzes Brett

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