Jahresendgeschenke-festausbeute – Anime DVDs zu Weihnachten

Was wäre ein persönliches Plock ohne die obligatorische Danksagung an den lieben Weihnachtsmann? Der hat mir zwar meine Geschenke nicht an Weihnachten gebracht, sondern ein paar Tage vorher – und bezahlt hat auch nicht der Nordpolianer im roten Frack oder seine Mainzelmännchen, sondern meine Eltern, aber wie dem auch sei: thx Santa! Die Ausbeute an Japano-Items war eher gering, aber einiges ist doch angeschneit gekommen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Panikkäufe anlässlich des geneonalen Niedergangs.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass meine Geschenkesammlung um einen ganzen Packen Videospiele ergänzt werden würde, wenn der böse Bruder von Data mir mal die eigens aus dem gelobten Land mitgebrachten Games zuschicken würde…

A propos Videospiele: Von Chris Kohler, seines Zeichens langjähriger Schreiberling für diverse amerikanische Gamer-Magazine, stammt „Power-UP – How Japanese Video Games Gave the World an Extra Life„. Beschrieben wird der von Amis oft und gern ignorierte Einfluss der japanischen Videospieleindustrie auf die amerikanische bzw. auf die Populärkultur weltweit. Bis jetzt liest sich das ein wenig wie eine D-Land-Historie von David Stern: Man merkt, dass der Gute schon weiß, wovon er da redet.; links und rechts wird man mit Namen bombardiert, die oftmals nur in ein zwei Worten erklärt werden und seine narzistische Erzählweise ist… sympatisch. Auf jeden Fall ein Buch, das mal geschrieben werden musste. Allerdings frage ich mich beim Anblick der Bibliographie, ob Kohler-sensei denn des Japanischen mächtig sei. Es muss doch wohl möglich sein, wenn man schon mit einem Fulbright Stipendium in Kioto abhängt, mal ein paar japanische Bücher zum Thema ausfindig zu machen.

Stelliva (bzw. „Uchû no Stellvia“ oder „Stellvia of the Universe“) war schon ein netter Anime, der mir vor allem mit seinen Ohrwurmliedern den Sommer 2003 versüßt hat. Oder war es Sommer – es war auf jeden Fall heiß, als ich mit dem Titellied auf Repeat im MP3-Player trällernd durch Tokio gehüpft bin.

Um es kurz zu machen: Im Jahre 2176 wird die Erde durch eine elektromagnetische Schockwelle zerstört, weil der 20 Lichtjahre entfernte Stern Hydrus Beta Kaboom gemacht hatte. 2356 hat sich die Menschheit nun wieder aufgerafft und erwartet die zweite Schockwelle der Supernova. Um nicht wieder von vorn anfangen zu müssen, wurden Raumstationen als quasi Deiche in den Pfad der Welle gepflanzt und auf der erdnähsten lässt sich nun unsere Heldin KATASE Shima ausbilden. Das ganze hat ein wenig was von „Battle Athletes – Daiundôkai“ (besonders Shimas Charakter), nur dass in Stellvia die männliche Bevölkerung nicht verbannt wurde, sondern ganz offen und unseparatistisch mitmacht. Eigentlich müsste das etwas positives sein, doch ich empfand den Perspektivenwechsel weg von Heulsuse Shi-Pon hin zu den Heldentaten von OTOYAMA Kôta gen Mitte der Serie als ziemlich störend.

Die DVD Box gibt bzw. gab es übrigens im netten Metalschuber, wobei man die einzelnen DVDs, die nach und nach erschienen, in die bereits enthaltenen Thinpack-Doppelhüllen packen und sich die anderen DVD-Hüllen und Cover in die Haare schmieren durfte. Ich hab’s dann irgendwann aufgegeben und mir jetzt das Komplettset kaufen lassen, welches frecherweise genau dasselbe, nur billiger, ist. Die ersten drei DVDs habe ich jetzt doppelt. Wer will noch nich‘, wer hat schon mal?

Dazu habe ich endlich meine Haibane Renmei DVD Box vollständig bestücken können. Der bärtige Nikolaus-Verschnitt hat für mich die zweite DVD der Reihe „Wings of Sorrow“ aus dem Sack gezaubert. Leider ist es die einzige, der keine Pencil Boards beiliegen. Die waren damals der Frühkäufer-Bonus – ich finde, es sollten noch Spätkäufer-Goodies eingeführt werden. Andererseits kann ich nicht meckern, da ich mir die anderen Schreibunterlagen auch nur erschlichen habe – schließlich hab ich mir die Box erst vor 2, 3 Jahren in einem Kaff in New Jersey unter den Nagel gerissen. Die hatten da natürlich seit dem Ersterscheinen der DVD 2003 rumgegammelt und jungfräulicherweise auf mich gewartet. :>

Das Besondere an Haibane Renmei ist eigentlich, dass es die Verfilmung eines Dôjinshi, also eines Fancomics, ist. Yoshitoshi ABe (nicht der Abe, nach dem ich beim Galileo-Eintrag geschrien hab, sondern der Schöpfer von Serial Experiments Lain) hauchte der Welt um Old Home 1998 Leben ein und ist bis heute sehr aktiv – eigentlich scheint er mir mehr Dôjinshi rauszubringen, also „professionelle“ Arbeiten (aber da einem bei Privatprojekten auch kein nerviger Chefredakteur über die Schulter lugt, ist seine Motivation wohl verständlich; außerdem ist er ja eigentlich „Künstler“ und kein Mangaka). So richtig einen Reim konnte ich mir auf die Serie bis jetzt nicht machen. ABe halt.

Hier noch ein paar Pencil Board Motive aus der ersten DVD:

Wenn ich übrigens darüber nachdenke, was so am Anfang des Jahrtausends für Anime erschienen sind, muss ich doch sagen, dass die eigentlich recht anständig waren. Warum haben wir damals geheult, dass es nix vernünftiges mehr gäbe? Wenn ich mir stattdessen anschau, was heut so alles über die Fernseher und Bildschirme flimmert, wird mir schlecht…