Mit der ganzen Familie ins „Land der Mangas, Ninjas und Samurai

Japan gehört wahrscheinlich nicht zu den Spontaneingebungen, wenn die nächste Ferienplanung mit dem Nachwuchs ansteht. Doch dieses saubere, gut organisierte und kinderfreundliche Land ist ein höchst attraktives Reiseziel, in dem es für Groß und Klein viel zu Entdecken und zu Erleben gibt.
Von Pokémon und Nintendo bis Anime und Manga: vieles, das heute ganz selbstverständlich in den Kinderzimmern zu Hause ist, stammt ursprünglich aus Japan. Und überall im Land lassen sich in zahlreichen Spielecentern auch die allerneuesten Entwicklungen ausprobieren, oft lange bevor sie auf den europäischen Markt kommen.

Anime- Fans kommen hier auf ihre Kosten

Für die Fans von Zeichentrickfilmen ist das Ghibli Museum in Tokyo sicherlich ein „Muss“. Wer sich mit den Rußgeistern Totoro oder der Prinzessin Mononoke auskennt, wird hier bestimmt seine Freude haben. Das Museum zeigt zudem Anime-Kurzfilme, die speziell für seine Zwecke von den Ghibli-Studios produziert wurden. Da für jeden Tag nur ein limitiertes Kontingent von Eintrittskarten zur Verfügung steht, empfiehlt sich die Vorbestellung der Tickets vor Reiseantritt. Das Manga-Museum in Kyoto beherbergt über 300.000 Ausstellungsstücke und lässt die Herzen aller alten und jungen Comic-Liebhaber höher schlagen. Da Lernen in der japanischen Kultur eine große Rolle spielt, sind die Museen zumeist entsprechend kindgerecht ausgestattet. Besonders spannend sind in Tokyo die interaktiven Technikmuseen National Science Museum  und das National Museum of Emerging Science and Innovation. Im Taiko Drum Museum werden über 900 verschiedene Trommeln und PercussionInstrumente aus der ganzen Welt gezeigt: von der riesigen japanischen Taiko-Trommel über balinesische Tanztrommeln und chinesische Gongs bis zu den karibischen CalypsoSteel Pans, und das schönste daran, man darf viele ausprobieren. Für große und kleine Ninja-Fans gilt das Ninya-Museum in Iga als der perfekte Ort, um mehr über diese Kampfkultur zu erfahren. Das Museum ist gespickt mit Überraschungen wie doppelten Wänden, Falltüren, Geheimfächern und verstecken Korridoren.

Die technisch beeindruckende und gleichzeitig informative und witzig aufbereitete KampfkunstShow sollte sich kein Familienmitglied entgehen lassen. Und auch die Welt der Samurais übt auf Kinder eine besondere Faszination aus. In den Burgen von Osaka und Matsumoto können sie viel Interessantes über deren Leben kennen lernen, und im Edo-Wonderland in Nikko sogar den Alltag der Edo-Zeit selbst ausprobieren.
Für die älteren Kinder bietet sich ein Besuch im Zentrum für Zivilschutzübungen in Tokyo an: im Erdbebensimulator wird der japanische Nachwuchs spielerisch und unter fachkundiger Leitung auf den Katastrophenfall vorbereitet.

Landschaft und Hotels sind ein Highlight

Doch es stehen keineswegs nur Museen auf der Besichtigungsliste für den Familienurlaub. Auf dem malerischen Ashi-See am Fuß des Fuji-Bergs lädt ein Piratenschiff zur Bootsfahrt ein, und eine Seilbahnfahrt zu den brodelnden Schwefeldämpfen in der vulkanisch geprägten Landschaft um Owakudani stellt ein weiteres Highlight dar. Kinder und Jugendliche finden es sicherlich spannend, mal in einem Kapselhotel zu übernachten oder in einem der Roboterhotels, wo Roboter in Dinosauriergestalt die Gäste empfangen und zahlreiche andere Aufgaben des üblichen Hotelpersonals übernehmen. Ganz traditionell dagegen geht es in einem Ryokan zu, wo in den mit Tatami-Reisstrohmatten ausgelegten Zimmern für die ganze Familie die Futons zur Nacht ausgebreitet werden. Eine Zugfahrt mit dem berühmten Hochgeschwindigkeitszug Shikansen gehört ebenfalls zu einer Japanreise. Besucher der Wakayama Adventure World, einem riesigen Wildpark, in dem auch eine fünf-köpfige Pandafamilie lebt, können mit dem Panda-Express von Kyoto und Osaka nach Wakayama fahren. Der Zug ist außen mit einem überdimensionalen Pandagesicht verziert und innen mit Pandamotiven dekoriert. Ein Exemplar der größten Fischart der Welt, ein Walhai, kann in Osaka, in einem der größten innerstädtischen Aquarien der Welt bestaunt werden.
Nara, die Stadt mit dem weltweit größten Holzgebäude – eine alte Tempelanlage – beeindruckt außerdem mit einer 15 Meter hoher Buddha-Statue. Kinder haben ihren Spaß, durch das schmale Loch in dem drei Meter hohen Sockel zu kriechen – der Durchmesser soll genau Buddhas Nasenloch entsprechen. Wer hier durchpasst, dem winkt immerwährendes Glück und Erleuchtung. Aber auch die hier lebenden heiligen Hirsche von Nara dienen als – jedoch zuweilen recht aggressive – Glücksbringer. Wer sich der Faszination von Robotern nicht entziehen kann, sollte einen Familienbesuch im Robot Restaurant in Tokyo einplanen. Begleitet von kleinen Snacks in Form der landestypischen Bentoboxen, findet hier eine atemberaubende Robotershow statt. Wer sich lieber der realen (Tier-) Welt widmet, kann in Tokyo unter diversen skurrilen Tiercafés wählen: ob Katzen-, Igel-, Vogel- oder Schlangencafé: es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die entsprechenden Geschöpfe bei einem Getränk oder Imbiss aus nächster Nähe zu beobachten. Mittlerweile bieten Spezialreiseveranstalter Familientouren nach Japan an. Wer aber auf eigene Faust reisen möchte, kann sich zum Beispiel auch einen Camper mieten und unabhängig von vorgegebenen Routen zu seinen bevorzugten Orten fahren.

Text: jnto.de

Bild: Pixabay, UniBay, 1633720

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