Sumo – beliebter, japanischer Kampfsport mit langer Tradition

Auf den ersten Blick wird der Kampfsport für viele wahrscheinlich äußerst komisch aussehen. Zwei schwergewichtige Männer stehen sich halbnackt, lediglich bekleidet mit einem Lendenschurz, der etwas an eine überdimensionale Windel erinnert, gegenüber und versuchen einander aus dem Ring zu werfen. Was hierzulande jedoch etwas belächelt wird, ist in Japan ein ernst genommener Sport.

 

Sumo bzw. Ōzumō wird in Japan schon seit Jahrhunderten betrieben. Im japanischen Altertum gingen die Kämpfe anders als heute, dabei noch sehr blutig aus. Meist ohne Regeln wurde so lange gekämpft, bis einer der Sumotori (so bezeichnet man die Sumo-Kämpfer) getötet wurde. Zwar sind die Regeln bis heute nicht sehr komplex, dafür jedoch human. Gekämpft wird nicht etwa bis zum Tod, sondern bis einer der Sumotori aus dem podestartigen Ring geworfen wird. Wenn man vermeiden möchte dass einem ein ca. 200 Kilo schwerer Ringer von oben umreißt, sollte man beim Zuschauen besser nicht zu nahe am Kampfplatz stehen.

Sumo: Ein ausgefallener Sport mit ausgefallenen Ritualen

Häufig haben Rituale und Zeremonien in asiatischen und japanischen Sportarten eine große Tradition. Beim Sumoringen gehen diese Rituale bis ins Mittelalter zurück und wurden seit dem auch nicht verändert.

Zu Beginn eines Basho-Tuniers kommen alle Sumotori nach Rängen gestaffelt in die Arena. Dabei tragen sie wertvolle Schürzen auf denen religiöse Symbolen präsentiert werden. Während die Schiedsrichter dann am Ring hocken, klatschen die Sumoringer einmal kräftig in die Hände, um die Aufmerksamkeit ihrer Götter auf sich zu ziehen. Dem Publikum signalisieren sie dann, dass sie unbewaffnet sind, indem sie einmal die Arme heben. Zum Schluss wird noch einmal auf den Boden gestampft, damit auch die bösen Geister aus dem Ring verschwinden.

Wenn man keine lärmempfindlichen Nachbarn hat, kann man diese Choreographie natürlich auch vor dem Fernseher mitmachen, um vor dem Kampf so richtig in Stimmung zu kommen.

Japanischer Kampfsport in Deutschland und Europa

Wie in allen anderen westlichen Ländern wird Sumoringen in Deutschland lediglich als Amateursport betrieben. Nichts desto trotz gibt es auch bekannte europäische Sumoringer. Zu den etabliertesten nichtjapanischen Sumotori, zählen z.B. der Bulgare Kotoōshū, oder die beiden Russen Roho und Hakurozan.