Filmclub in der Japanologie – On Your Mark: Ready – Set – Go!
Gesteigerte Langeweile und die Begeisterung meiner Osananajimi haben mich endlich überzeugt: Auch meine Japanologie braucht einen studentischen Filmclub. Allerdings bitte kein Rumsitzclub à la Genshiken oder mein (bzw. Yoshia-Shachous) alter Manken, sondern eher wie ein Fitness Studio. Für’s einzige Organ, wo wir Nacktaffen der restlichen Flora und Fauna etwas voraus haben: Det Hirn.
Solange ich meine Japanologie kenne – und das ist leider schon ziemlich lang – gab es einen Filmclub. Abgesehen davon, dass hauptsächlich Schwarz-Weiß-Schinken ohne Untertitel liefen, war es … naja, ein Filmclub. Und dann kamen die bösen Aliens im unidentifizierbaren fahrenden Objekt und entführten den Film-Sensei. Nach Sachsen. Schande. Sollten sich die Interessen der Studenten nun auf Kochen und Basteln konzentrieren? Oder gar lernen?!
Ich witterte eine Verschwörung der Wirtschaftskrisler und Schweinegrippler. So packte ich meine glühende Wii-Mote der himmlischen Gerechtigkeit, meine persönliche Heilerin (viz Osananajimi-chama) und trat an zur Rettung des universitären Entertainment-Potentials.
Kurze Rede, langer Sinn: Wir haben den Raum mit dem zweitgrößten Fernseher im Institut gekapert und schauen jetzt jeden Donnerstag bis zum Rausschmiss verwerfliche Auswüchse japanischer Populärkultur. Hier ist das Programm für die nächsten Wochen:
… und für alle, die kein Japanologie-Propädeutikum absolviert haben (Looser! :P) und diesen Text nicht lesen konnten, das ganze noch mal auf Deutsch:
Ort und Termin
Humboldt-Universität, Berlin: Japanologie, Johannisstraße 10 (Nähe Oranienburger), im Aufenthaltsraum/ Japanologencafé (oberstes OG)
Donnerstags, 16-18 Uhr
Programm
30. April Umweltbewusstsein in Japan
On Your Mark - Miyazaki Hayao (Studio Ghibli, 1995) IMDB
Chikyû Shôjo /Earth Girl Arjuna (Bandai, 2001) IMDB
7. Mai Mensch und Maschine – Interpretationsmöglichkeiten von Tetsuo
Tetsuo: The Iron Man – Tsukamoto Shinya (JHV, 1989) IMDB
14. Mai Otaku Kultur als Trend
Akihabara@DEEP (Film) – Minamoto Takashi (Tōei, 2006) IMDB
21. Mai Jugendgefühl und Realität
Nana (Film) – Ōtani Kentarō, Yazawa Ai (TBS, 2006) IMDB
28. Mai Recht und Gerechtigkeit
Feiertag
Death Note (Film) – Kaneko Shūsuke (NTV/ Warner, 2006) IMDB
Zum ersten Termin schwante mir Böses: Hatte schon Angst, nun zwei Stunden mit desinteressieren Spaß-Kiddies verbringen zu müssen. Oder noch schlimmer: Kaffee-Latte-Studenten, die sich den ganzen Tag in der Sonne räkeln (guckst du hier Beweisfoto):
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Vorträge werden gehalten, über die versteckte Bedeutung japanischer Wörter sinniert und mit Fachtermini um sich geschmissen. Ein Hoch auf die Jugend! Alles wird besser! Trotz Schweinegrippe! o^___^o
In der Sonne kann man sich mit der Truppe übrigens trotzdem räkeln.
Fehlt mir eigentlich nur noch eins zum Glück:
Ich hab leider deine E-Mail-Adresse nirgendwo auf der Seite gefunden … vielleicht biste so gut und schreibst mir ma eine, ich würde gerne mit dir Kontakt aufnehmen!
Und netter Beitrag. Kann da jeder zu diesen Treffen kommen?
Geschehen.
Prinzipiell kann jeder teilnehmen, solange derjenige japanologisch und/oder filmwissenschaftlich interessiert ist und halbwegs erwachsenes (d.h. der Japanologie angemessenes) Verhalten an den Tag legen kann.
Alle Filme sind auf Japanisch und haben Englische (manchmal Deutsche) Untertitel. Besonders willkommen sind alle, die sich wirklich für das Thema interessieren und mitdiskutieren wollen. Wer nüscht zu sagen hat, kann aber auch in der Ecke sitzen und stummer Fisch spielen. ^-^;
Keine Lust habe ich auf hüpfige Kreischkiddies, Besserwisser-Opas und Co. Während des Films quatschen ist auch nicht drin.
Es gibt übrigens noch viele weitere Treffen in Berlin. Vielleicht sollte ich mal einen Überblicksartikel machen …
Ein “HOCH” auf die ersten gelungenen Wochen unseres Filmclubs! Auch wenn wir als anonyme Alkoholiker angefangen haben (”Hallo, mein Name ist…”), sind wir mittlerweile zu richtigen Filmkritikern mutiert û_u
~JOIN US~ (wenn du den 100 Kriterienpunkten auf dem ausgehängten Infoblatt entsprichst… *räusper*)
lol. genau. Wir sind jetzt exklusiv und nehmen nur noch Leuts, die wissen, wieviel Einzelcells bei welchem Animationsfilm verwendet wurden und was der Animator dabei genau geraucht hat. Ausnahmen sind Nicht-unter-den-Achseln-Rasierer, Schnitzel-Fresse und Chronisch-zu-schnell-Fahrer. ![]()
Nicht den Death Note Movie gucken! Großer Fehler!
Tödlich langweilig xD
Im Gegesantz zum Anime oder Manga Oo
*lol* Wir schauen ja die Filme, um darüber zu reden und nicht weil sie so cool sind. Der Anime von Death Note passt auch ein wenig schlecht in eine zwei-stündige Veranstaltung. Aber das mit dem Manga gefällt mir sehr gut. Ein Filmclub, in dem die Mitglieder statt doof auf den Bildschirm zu starren, _lesen_ - dat wär doch was. Unsere Kulturpäpste würden frohlocken. Super Idee. ;P
Abgesehen davon: Ja, der Death Note Realfilm Teil 1 is bäh. Aber ich habe auch Nana durchgestanden. … ich habe die erste Staffel von Magister Negimagi gesehen. Mich kann nix aus der Fassung bringen. ^-^;
feh. In meiner Japanologie sind alle wundertoll schön, wie du siehst. Nur der Barbara Streisand Verschnitt auf dem letzten Bild ist natürlich ein wenig … naja, du siehst es ja selbst. Aber die ist auch nicht in meiner Japanologie.
*duck und wegrenn* ![]()












