Kindertag in Japan: Kodomo no Hi – Tango no Sekku

Damals wie heute feiert man im Osten das Kinderfest im Juni. In Japan ganz offiziell und traditionell am 5.5. Damit haben die Gemeinsamkeiten aber auch schon ein Ende. Karpfenfahnen und Ritterrüstungen zieren die japanischen Ortschaften und Haushalte im Juni, so dass selbst die Uneingeweihten gleich mitbekommen, dass etwas los ist in Kirschblütenland.

Eine kleine Exkursion in die Realität: Es begab sich aber zu dieser Zeit, da eine japanische Freundin von ihrem Deutschlehrer den Auftrag bekam, sich über ein japanisches Fest in schriftlicher Form auszulassen. Sie wählte den Kindertag, „Kodomo no Hi„, formerly known as „Knabenfest“. Obwohl das Knabenfest 1948 zum Tag für alle Kinder umfunktioniert wurde, gilt es immer noch als Gegenstück zum Mädchenfest, dem Hina-Matsuri. Wie dieses (und das Jinjitsu/ 7 Kräuter Fest zum japanischen Neujahr) gehört es zu den fünf Jahreszeitenfesten (Go Sekku) und wird daher auch Tango no Sekku genannt.

Aber ohne weiteres Gebla meinerseits den frisch korrigierten, aber trotzdem nicht weniger informativen Miniaufsatz meiner persönlichen Japankorrispondentin. thx@MyChan

Dekorationen für das japanische Knabenfest

Am 05.05 feiert man in Japan das Knabenfest. Japanische Familien, die einen Sohn haben, feiern den Tag mit besonderen Dekorationen.

Das wichtigste davon ist die Samurai-Rüstung.
In der Edo-zeit hatten Familien der Kriegerkaste am 05.05 Ritterrüstungen aufgestellt um ihren heranwachsenden Söhnen Kraft und Gesundheit zu wünschen, denn man glaubte dass eine Rüstung nicht nur vor Angriffen menschlicher Feinde schützt, sondern auch vor Unglück und Krankheit.

Naturlich wollten auch die einfachen Bürger in dieser Zeit so das Jungenfest feiern. Als Ersatz für echte eine Samurai-Ausrüstung, schmückten sie das Familienzimmer mit verschiedenen Miniaturen von Ritterrüstungen, Fahnen und Kriegerpuppen. Im Hausgarten hängten sie zudem die Karpfenfahnen auf: Eine schwarze für den Vater, eine rote für die Mutter und eine blaue für jeden Sohn. Mittlerweile gibt es die Fahnen aber in jeder erdenklichen Farbe.

Warum man auch Karpfenfahnen zum Jungenfest aufhängt? Wieso müssen es Karpfen sein?

Dazu gehort folgende alte chinesische Sage : “Von allen Fischen war der Karpfen der einzige, der es wagte gegen den Strom zu schwimmen. Auf dem höchsten Punkt des Wasserfalls aber ist er aufgestiegen und zum Drache geworden.” Da der Karpfen auch vor dem Tot keine Angst hat, gilt er als sehr tapfer.

Mit der Dekorationen bitten Eltern um Glück und Gesundheit, Wachstum und zukunftiges Emporkommen ihres Sohnes.

Leider haben viele Familien heute in ihrer Wohnung keinen Platz fuer solche Dekorationen. Zum Teil ist es gar verboten, die Karpenfahne auf den Balkon zu hängen. Dafür kann man sich in allen Ortschaften an öffentlichen Plätzen aufgehängte Karpfenfahnen anschauen. So auch in der Stadtmitte von Tokio, wo man die Ansicht bunter Karpfenfahnen am Tokio Tower genießen kann. Die 333 Karpfenfahnen schwimmen den Juni hindurch in der tokioter Luft.